Amazon kennt Dich besser als Du Dich selbst
Ein Artikel von die-friedenskrieger
Wie in einem vorherigen Beitrag schon erwähnt, möchten wir hier ein sehr sensibles Thema ansprechen, denn mit tiefer Betroffenheit stellen wir immer wieder fest, daß die sogenannten Truther-Bogs und Aufklärungs-Websites immer mehr Werbung für Amazon machen und deren Partnerschaftsprogramme auf die eigene Website bzw. in den eigenen Blog einbinden..
Wer auf der einen Seite gegen die NWO ist und aufklären will und andererseits Werbung für Amazon macht, der handelt, unserer Meinung nach, nicht nur verantwortungslos, sondern ist einfach nur an Provision, die sich über einzelne Verkäufe generieren läßt, interessiert.
Natürlich kann es auch sein, daß diejenigen einfach nur naiv und ohne Weitblick sind, jedoch sollte man diese Möglichkeit bei der Berichterstattung über abseits-des-Mainstream-Themen eigentlich ausschließen können.
Doch es scheinen immer mehr die schnelle Mark zu schätzen, läßt sich doch so ein Partnersystem mit ein paar Klicks in fast jedes Blog-System einbauen. Und Amazon sammelt fleissig immer mehr Daten über seine Käufer und diese werden mehr und mehr für den Onlineriesen berechenbar.
Wer ist Amazon eigentlich und was macht macht Amazon aus seinem Wissen, das die Firma über viele Jahre hinweg über seine vielen weltweiten Kunden gesammelt hat?
Warum speichert Amazon alle besuchten Websites seiner Kunden ab?
Egal, ob der Kunde ein Buch, eine DVD oder eine neue Gartendekoration gekauft hat. Über die Jahre hinweg läßt sich aus solchen Daten ein Profil über sämtliche Leute erstellen. Wer weiß eigentlich wie lange Amazon diese Daten aufhebt und ob sie überhaupt jemals wieder gelöscht werden?
Amazon, ist mittlerweile das größte Online-Kaufhaus der Welt und lässt immer mehr Produkte von Kosmetik bis zu den Gartenmöbeln direkt für sich selbst herstellen, denn wer eigene Waren produzieren lässt, verdient natürlich mehrfach. Das Prinzip Handelsmarke hat Amazon vom Versand- und Einzelhandel kopiert und es setzt sich langsam auch im Internet durch.
Der Online-Gigant aus Seattle in den USA stellt dabei natürlich nichts selbst her, sondern schaltet nur eine Stufe in der Handelskette aus. Statt vom Hersteller zum Importeur, der die Waren einkauft und an Zielorte verteilt und dann zum Händler, gehen die Waren direkt vom Hersteller zum Versandhändler.
Amazon weiß aus jahrelanger Erfahrung und der Analyse seiner vielen gespeicherten Daten sehr genau, welche Waren sich gut und gewinnbringend verkaufen. Da liegt es nahe, das Amazon diese Produkte von einem Hersteller unter einem Fantasie-Markennamen produzieren läßt.
Amazons Handelsmarken
Seit 2004 verkauft Amazon unter dem Namen Strathworth edle Gartenmöbel. Strathwood bietet auch dekorative Outdoor-Gegenstände an. Fast 240 Artikel gibt es schon in den USA. Auch andere Online-Händler bieten Starthwood-Produkte an, abgewickelt wird der Kauf aber immer über Amazon. Das gilt auch für Ebay.
2005 gegründet Amazon die Marke Pinzon und verkaufte zunächst Bettwäsche und Küchenutensilien. Ab 2008 weitete Amazon das Angebot auf Möbel aus. Heute finden sich Hunderte von Waren vom Handtuch bis zum Sideboard bei Amazon.
Kurz darauf wurde die Marke Pike Street in's Leben gerufen. Pike Street ist eine Billig-Handelsmarke mit knapp 50 Produkten rund um Bett und Bad.
2006 schuf Amazon die Werkzeugmarke Denali und hat seither Werkbänke und Akkubohrer im Angebot. Der Hersteller hat den Produkten einen eigenen Look spendiert: Grau und Schwarz mit orangefarbenen Applikationen.
Schmuck von Amazon gibt es schon seit 2004 unter dem Namen Amazon-Collection. Die Kollektion umfasst heute fast 47 000 Produkte (Uhren, Ringe, Juwelen) und bildet damit die größte eigene Produktpalette.
Seit September 2009 verkauft Amazon unter dem Namen Amazon Basics PC- und HDMI-Kabel, DVD-Rohlinge. Zum ersten Mal tritt Amazon hier offen als eigene Marke auf.
Amazon tritt übrigens mitterweile auch als eigener Verlag auf und dies nicht nur mit dem Lesegerät „Kindle“ und seinen E-Books sondern auch auch mit gedruckten Büchern. Für das eigene Encore-Programm durchsucht Amazon sogar alle Leserbeurteilungen von Büchern, die sich schlecht verkaufen, nach positiven Beurteilungen. Sind diese gefunden, wird dem Autor und Verlag ein Angebot gemacht und das Werk als Encore-Edition unter dem Amazon-Label erneut auf den Markt gebracht.
Damit ist ganz klar, wohin die Reise geht!
Amazon weiß, wer, was, wann, wie und in welchem Zusammenhang kauft, weil alles permanent gespeichert und analysiert wird. Amazon weiß, was sich verkauft, wie und warum, denn da es ja massenhaftt naive Leute gibt, die jeden Mist und massenhaft Rezensionen hochladen macht es das Ganze für den Datensammler Amazon noch viel leichter.
Mit einer mehr als breiten Produktpalette, die fast alle Wünsche abdeckt und einem schnellem Lieferservice boten sie zudem andere Online-Buchhändler und Verkaufshäuser aus, da viele heute ja nicht mal mehr 2 oder 3 Tage auf ihre Ware warten können. Die Beqemlichkeit hat in unsere schöne neue Welt Einzug gehalten und kaum einer ist sich dessen eigentlich bewußt, wen und was man mit einem Kauf bei Amazon eigentlich unterstützt.
Zu guter Letzt übernimmt Amazon noch die Rolle des Verlegers, sagt, was gedruckt wird, poduziert eigene Waren und bestimmt damit dem Markt. Des Weiteren unterbot Amazon im Internet immer wieder die gesetzliche Preisbindung für Bücher und einzelne Buchhändler mußten vor Gericht ziehen, um eine Unterlassung anzustreben.
Unglaublich, was mach einer für die Bequemlichkeit in Kauf nimmt. Unverständlich wie man sich mit solchen monopolanstrebenden Unternehmen seine Nebeneinkünfte generieren kann. Traurig, daß kaum jemand merkt, wie solche Marktriesen ganze Märkte zerstören und von angeblichen Truthern und diversen Webseiten-Betreibern auch noch unterstützt werden.
Wie kann es sein, daß hier viele tagtäglich Ihre Seelen verkaufen und Dinge tun, die sie in ihrem Innersten doch eigentlich gar nicht gut finden? Hat Geld allein so eine Macht gewonnen, daß man Dinge tut, von denen man weiß, daß sie uns allen eines Tages schaden werden? Ist der eigene Vorteil hierbei so groß geworden, daß man dies gerne in Kauf nimmt?
Ehrlich, da loben wir z. B. Seiten wie die von Politikglobal. Diese werben für Abonnements und wer die Seite komplett lesen möchte, der zahlt einen gewissen Beitrag für die Arbeit und die Recherche der Betreiber und gut. Da wird keiner mit blinkenden und drehen Amazon-Flashfilmchen erschlagen und es tränen einem vor lauter bunter Bilder auch nicht nach dem Lesen von 2 Artikeln die Augen. Was sich da auf manchen Seiten so tut ist manchmal wirklich kaum noch zu fassen und es reicht schon nicht mehr aus, daß man für 10 Bücher wirbt, nein es muß alles völlig überladen werden, damit es sich auch lohnt, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Übrigens, es doch auch ganz einfach möglich, z. B. einen Spendenbutton auf der Seite zu integrieren oder die Leser um Spenden zu bitten. Auch auf diese Art und Weise ist es möglich, Arbeit und Recherche etwas zu finanzieren.
Nebenbei bemerkt, finden wir auch die Integration von Google-Adwords-Anzeigen auf Truther-Seiten mehr als geschmacklos. Es kann doch nicht sein, daß hier seit Jahren Aufklärung betrieben wird und die Betreiber einzelner Aufklärungs-Websites dennoch Monopolisten wie Google mitfinanzieren?
Wer hier nicht mitbekommt, wohin und wie der Hase läuft, der tut uns leid und wer hier nicht merkt, wer nicht reinen Herzens handelt und dazu bereit ist, über Unternehmen wie Amazon und Google in die eigene Tasche zu wirtschaften, dem können wir nur anraten, die Seiten der sogenannten Truther-Bewegung in Zukunft etwas deutlicher unter die Lupe zu nehmen.
Macht auf solche Dinge aufmerksam oder schreibt die Betreiber an.
Entweder man geht einen geradlinigen Weg im Leben und unterstützt Dinge oder Projekte, die Gutes fördern oder man unterstützt das Kapital und die Verbrecher, die nur an unserem Geld, Leid und Elend Interesse haben. Der Weg, den wir gehen, ist schmal und jeder sollte sich in diesen Zeiten für sich selbst sehr genau überlegen, welchen Weg er selbst gehen will.
Es ist leicht für sich selbst zu sagen, man habe nur Gutes im Sinn, doch ob man auch in wichtigen Situationen so handelt ist eine völlig andere Sache, denn oft stehen vielen Ego, Finanzen, Vorteile etc. im Wege, die einen davon abhalten, wirklich den gerechten Weg zu gehen - nämlich den Weg, der zu Gott führt. Natürlich ist es nicht immer leicht, den schmalen Weg zu gehen und man muß sicherlich auch Abstriche machen im Leben, doch mal sollte sich immer ganz genau überlegen, wohin der Weg schließlich führen soll.
Geht ein durch die Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt und viele sind es, die da hineingehen.
Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt und wenige sind es, die ihn finden.
Matthäus 7, 13+14
Holger Klaewer hat das altbekannte Bild "Der breite und der schmale Weg" mit viel Liebe zum Detail und in einer geistreichen, zeitgemäßen Version neu gemalt.
Mit dem Bild lässt sich sehr gut das Evangelium und die Aussage Jesu aus Matthäus 7,13+14 verdeutlichen.
Ihr seid alle, so sagt Jesus Christus, von Geburt an auf einem breiten Weg. (Ps 51,10; 1. Mo 8,21; Joh 3,6+7; Rö 3,10-12)
Typisch für diesen Weg ist, dass man Gott darauf ausklammert. Die Erde und das Leben auf ihr sind durch Zufall entstanden und der Schöpfer wird abgelehnt. Stattdessen nimmt man sein Leben selber in die Hand und schöpft gerne die unzähligen Angebote und Vergnügungsmöglichkeiten der westlichen Konsumgesellschaft aus. Geld und Macht regieren an Gottes Stelle. Man geht so seinen Lebensweg, liebt den Individualismus und boxt sich ohne Gottesbezug durch die Schwierigkeiten des Alltags hindurch. Immer schneller bewegt sich der Mensch zwischen Arbeit und Freizeit, Frust und Fun, Schicksalsschlägen und "freudigen Ereignissen" auf seinen Lebensabend zu. Bald darauf folgt der Sterbetag, vielleicht einsam und verlassen in irgendeinem Krankenhaus. Tot.
Gott führt jeden Menschen wenigstens einmal oder sogar mehrmals im Leben auf den Platz der Entscheidung. Dort kann jeder frei wählen, welchen Weg er geht und welche Dinge er unterstützt und welche nicht.
Monopolisten wie Google, Amazon u.s.w. zu unterstützen ist, unserer Meinung nach, auf jeden Fall nicht der richtig Weg.
Amazon löscht ferngesteuert und ungefragt Inhalte auf Ebooks. Darunter auch George Orwells "1984". Was Ebooks so alles können, beweist dieser Vorfall. Das Ebook, das perfekte Steuerungstool im elektronischen Überwachungsstaat.
Im Februar 2009 beschloss der US-KOngress, dass in den USA Kinderbücher mit Druckdatum vor 1985 verboten werden. Ein Beschluss, der kaum Kritik in der Öffentlichkeit fand und ein Bschluss mit weitreichenden Auswirkungen. --->USA beschließt Bücherverbot
Die Regierung hat den Verkauf, die Weitergabe oder auch nur das Verschenken von Kinderbüchern, die vor 1985 gedruckt wurden, generell verboten und Zuwiderhandlungen unter Strafe gestellt.
Hintergund:
Angeblich sind die Werke möglicherweise mit giftiger Druckerschwärze verseucht. Zum Schutz der Kinder müssen solche Bücher deshalb aus dem Verkehr gezogen werden.
Kritiker mutmaßen hingegen andere Beweggründe hinter dieser "Büchverbrennung". Offenbar sind die "alten" Texte von vor 1985 noch zu wahrheitsgemäß bzw. politisch zu inkorrekt als dass man sie den noch unverbildeten Schülern weiterhin "zumuten" wollte.
Offenbar genügt diese "konventionelle" Zensurmethodik (Bücher aus dem Verkehr ziehen) nun bereits nicht mehr. In Zukunft wird es noch einfacher werden, unliebsames Geistesgut zu entfernen: Nämlich einfach in dem der Überwacher die Löschtaste drückt!
So geschehen bei AMAZON, und dies ausgerechnet bei George Orwells Werk "1984". Es ging angeblich um "Copyrights". In einem Fall waren die Notizen und Randbemerkungen eines Schülers gleich mitgelöscht worden. Die Löschung erfolgte ohne Einwilligung der Leser und geschah heimlich. Bemerkt wurde der Vorgang erst, als der Text am nächsten Tag weg war!
Das ist die schöne neue Welt des Ebooks.
Seit kurzem liest man immer wieder von Plänen in Europa und den USA, gedruckte Schulbücher komplett abzuschaffen zugunsten von reinen E-Books. Das wird auch kommen - demnächst im Klassenzimmer unserer Kinder. Wie groß aber der Unterschied zwischen den "altmodischen" gedruckten Büchern und den "modernen" E-Schoolbooks sein wird, zeigt der nachfolgende Artikel aus dem Handelsblatt auf: Die E-Schoolbooks werden in der End-Ausbaustufe garantiert KEINEN dauerhaften (oder gar "privaten", zentral vom Sysop NICHT einsehbaren, LOKALEN) Speicher mehr haben.
Die Infos, die die Schüler lesen dürfen bzw. sollen, werden künftig zentral und in Echtzeit "customized". Je nach aktueller Stimmungslage der political correctness und je nach aktuell zu setzendem bzw. zu zensierendem Thema.
Heute der Schweinegrippewahn, morgen der Klimawahn, übermorgen das komplette Ausblenden der WIRKLICH für die Schüler bzw. deren Eltern relevanten Meldungen (reale Wirtschaftsdaten, abgeschaffte Verfassungsdemokratie, usw.). Alleine die Vorstellung dieser technischen Möglichkeiten hätte bei Göbbels und Mielke den ultimativen feuchten Traum ausgelöst!
Der Handelsblatt-Artikel beschreibt an einem aktuellen Beispiel, wie leicht es in einer Welt ohne lokale Wissensspeicher sein wird, die Schüler und die Massen digital falsch zu informieren, um sie von für Ihr Leben und für ihren unternehmerischen Erfolg zwingend erforderlichen Infos fernzuhalten. Die verschlossenen, bewachten und sogar vergifteten Klosterbibliotheken à la "Im Namen der Rose" sind ein hoffnungsloser Anachronismus.
Ebenso die z.B. Galileo von der Inquisition offen gezeigten "Instrumente" zwecks Erzwingung seines Abschwörens (siehe Brecht: "Das Leben des Galilei"). Sogar die "pc"-beherrschten Tageszeitungen auf Papier sind nicht mehr letzter Stand der Technik.
Die Zukunft gehört der Propaganda-Vermittlung via E-Book und zentral bereitgestelltem Artikellink ohne lokale Speichermöglichkeit. [Und natürlich den "Stop"-Schildern und der "Kinderporno"-Verfolgung via Vorratsdatenspeicherung.]
Zeitloses Wissen und Allgemeinbildung (gar über Geldsystemthemen...) wird auf diesem Wege nicht mehr vermittelbar sein. Denn dafür muss man ab und zu mal was in "alten" Büchern und Lexika nachschlagen können. Diese heißen aber schon heute "Google" und "Wikipedia" - und diese "Wissenstools" sind schon heute elitär usurpiert und in allen wirklich relevanten, politischen Bereichen faktisch unzureichend, tendenziös oder wenigstens ideologisch-internationalistisch eingefärbt.
Zum Amazon Fall: Den ganzen Artikel des Handelsblattes kann man auch als Plädoyer für private Ausdrucke, Textmarker und Kuli-Anmerkungen auf den Ausdrucken, private Papierarchive und lokale Speicher sehen.
Dass ausgerechnet Orwells "1984" von Amazons "Kindle"-E-Books zensiert wurde, mag Zufall sein. Vielleicht aber auch nicht. Brecht musste übrigens vor Hitler ins Exil fliehen. Jedes totalitäre Regime verbiegt und verbietet zuerst die Wahrheit und verfolgt die Schreiber, die diese noch für wichtig halten und für sie eintreten. "Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht" (Brecht)
Handelsblatt:
Amazon hat ohne Erlaubnis oder Vorwarnung legal gekaufte Bücher von Kindles seiner Leser wieder gelöscht. Darunter ausgerechnet "1984" von George Orwell. Der Ärger ist gewaltig und lässt ahnen, dass es wirklich ein großer Unterschied sein wird, ob man in der digitalen E-Book-Zukunft etwas schwarz auf weiß besitzt, oder eben nicht.
Die betroffenen Bücher wurden laut Amazon von einem Verlag eingestellt und verkauft, der dafür nicht die notwendigen Rechte besessen habe. Der Inhaber der Rechte habe darauf hingewiesen. Daraufhin wurden die Werke aus dem Shop genommen und bei der nächsten Synchronisation online von den Geräten gelöscht.
Amazon scheint aber bereits eingesehen zu haben, dass man sich einen Bärendienst damit erweisen hat, Copyright-Streitigkeiten auf dem Buchrücken der Kindle-Käufer auszutragen. "Wir werden in Zukunft Bücher unter diesen Umständen nicht mehr von Kundengeräten löschen", versprach Amazon-Sprecher Drew Herdner der "New York Times".
Unter welchen Umständen immer noch gelöscht wird, ließ er aber offen. Es war auch offenbar nicht das erste Mal, dass Amazon zur eigenmächtigen Bibliothekskorrektur seiner Leser gegriffen hat. Der Vorfall zeigt wieder einmal deutlich, dass es etwas anderes ist, ob man ein Buch gedruckt kauft oder online auf ein auf ewig durch den Händler kontrolliertes Gerät lädt.
Ein Buchhändler darf nicht nachts in die Wohnung des Käufers einbrechen, Bücher mitnehmen und den Kaufpreis auf dem Küchentisch zurücklassen. Macht diese Art der digitalen Veröffentlichungspraxis Schule, könnten Kunden in Zukunft sicher auch damit rechnen, dass Bücher verschwinden, nachdem einstweilige Verfügungen gegen Teile des Inhalts, etwa in umstrittenen Biografien, erwirkt wurden.
Gestern noch lesbare Seiten oder Absätze könnten am nächsten Morgen geschwärzt oder umgeschrieben sein. Die Sicherheit, immer die Originalversion zu besitzen, wäre dann dahin. Ein Problem auch für Studenten oder Wissenschaftler, falls sie aus einem solchen Werk zitieren und auf einmal ihre Zitatstelle nicht mehr existiert.
In der „New York Times“ wird ein 17-jähriger Schüler zitiert, der "1984" für die Schule gelesen und bearbeitet hat.Amazon löschte nicht nur das Buch, sondern gleichzeitig all seine Anmerkungen und Lesezeichen. Der junge Mann muss jetzt wieder ganz von vorne anfangen.
Nur zur Klarstellung: die beiden letzten Absätze stammen direkt aus dem Handelsblatt. Der HB-Redakteur hat offenbar die NWO-Redakteursprüfung noch nicht bestanden. Diese Praxis des nachträglichen Buchlöschens ist für den in Deutschland vertriebenen Sonys E-Bookreader in dieser Form nicht gegeben. Das Gerät ist, anders als der Kindle, nicht permanent online mit dem System des Herstellers verbunden.
Ein nicht sonderlich niedlicher Igel, auf französisch "Herisson", soll im Auftrag der französischen Armee künftig dazu fähig sein, das Internet und sämtliche Medien zu überwachen
Das Projekt HERISSON (Habile Extraction du Renseignement d'Intérêt Stratégique à partir de Sources Ouvertes Numérisées ) soll in 3 Jahren einsatzfähig sein, und wurde vom [extern] Rüstungsgsausschuss des Verteidigungsministeriums beim Flugzeugbauer und Verteidigungsspezialisten [extern] EADS Ende letzten Jahres in Auftrag gegeben. Es geht darum, Informationen von strategischem Interesse aus den zahlreichen Kommunikationskanälen herauszufiltern. Böse Zungen behauten, dass der Umstand, dass Frankreich kürzlich wieder Voll-NATO-Mitglied geworden ist ([local] Die NATO, trojanisches Pferd der Amerikaner?), etwas mit der Schaffung dieses neuen Abhörnetzwerkes zu tun haben könnte.
Während seiner Präsidentschaftskampagne hatte Barack Obama eindrücklich vor möglichen Cyberattacken durch ausländische Mächte gewarnt, die er als eben so gefährlich eingestufte, wie "die nukleare oder biologische Bedrohung". Jenseits des Atlantiks, bei den wackeren Galliern, steht man dem großen, hassgeliebten Bruder in Sachen elektronischer Überwachung und Kontrolle natürlich in nichts nach: So hatte die Superdatenbank EDVIGE im Oktober letzten Jahres ob der drohenden Datenerfassung von Millionen von Franzosen für einige Aufregung bei den Bürgern gesorgt ([local] Adieu Datenbank Edvige! Adieu?). EDVIGE ist zwar daraufhin umgetauft (EDVIRSP) und etwas entschärft worden, vor allem was die Datenerfassung zu den sexuellen Neigungen und gesundheitliche Informationen anlangt, ist aber nach wie vor dafür vorgesehen personenbezogene Daten zu erfassen.
Das Gesetz, das [local] Internetsperren für Filesharer vorsieht, ist zwar kürzlich vom Verfassungsrat in die Schranken gewiesen worden, doch die Regierung lässt nicht locker, und verschärft sogar noch den Strafenkatalog. Der neue Kulturminister, Frederic Mitterand, von Präsident Sarkozy wohl wegen seines berühmten Namens mit an Bord geholt worden, spricht sogar davon, gegen die "Rowdys des Internets" strafrechtlich vorzugehen.
Und nun soll also im Auftrag der Armee ein Igel den blau-weiß-roten Cyberspace überwachen. Das Projekt HERRISSON soll künftig [extern] sämtliche Daten und Fakten, die am Netz, aber auch in klassischen Medien wie Zeitungen, TV, Radio und Telefon zirkulieren, katalogisieren und analysieren. Online sollen Zeitungen, Blogs, Foren, Suchmaschinen und soziale Netzwerke erfasst werden können. Auch IRC-chats, Mailinglists, Newsgroups, Foren, Podcasts und P2P-Systeme interessieren den neugierigen Igel. Das niedliche Tierchen soll jeder Präsentationsform von Inhalten am Netz, ob nun Video, Audio, Text oder Bild gewachsen sein, und sämtliche Protokolle (POP3, FTP, usw.) und Sprachen (HTML, PHP, ASP...) beherrschen.
Nur ein harmloser Prototyp?
Ein Sprecher des Rüstungsausschusses DGA, der für die Versuche und Auswertungen der Abwehrsysteme zuständig ist, [extern] erklärte, dass HERISSON vorerst nichts weiter als ein Prototyp sei. Ein technologisches Versuchsobjekt, das dazu benutzt werden soll, die am Markt verfügbare Software, auch die freie, zu erkunden und zu testen, um zu sehen, ob diese Programme stabil genug für ein künftiges militärisches Überwachungsprogramm sind. Keinesfalls solle in die Privatsphäre von Usern eingedrungen werden.
Die Daten, die vom militärischen Igel aufgespürt werden sollen, würden keine persönlichen Informationen enthalten. Zudem soll HERRISSON, wie schon diese Abkürzung besage, nur frei Zugängliches aufspüren. Sogenannte Open-Source-Inhalte, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums versichert. Aber auch das "unsichtbare Netz", also Seiten, die kaum oder gar nicht von den Suchmaschinen erfasst werden, sollen vom Igel aufgespürt werden können:
Es hat nichts mit Echelon zu tun, wie ich hie und da lesen konnte. Der Umstand, dass Informationen auf POP3 (Messageprotokoll) gesucht werden sollen, ist nicht dazu gedacht, die Mails der Leute auszuspionieren. Es geht uns darum, uns auf Mailinglists einschreiben zu können, die POP3 benötigen. Was P2P anbelangt, geht es nicht darum zu erfahren, wer was downloadet, sondern welche Informationen auf emule heruntergeladen werden können, wie z.B. ein Al-Qaida-Video. (...) Aber es werden keine Datenbanken erstellt.
Derweilen ginge es einzig und allein darum, die verfügbare Software auf ihre militärische Tauglichkeit zu prüfen. In drei Jahren allerdings könnte HERRISSON ein operationelles System werden, wie dieser Armeesprecher stur weiterhin die Möglichkeitsform anwendet. Aber auch da solle nach wie vor nur Open-Source-Material den Igel füttern. Daher sei auch das werdende Überwachungsprogramm der Armee nicht als Militärgeheimnis eingestuft worden.
Laut [extern] Le Monde soll diese Supersuchmaschine der französischen Armee dazu imstande sein, Autoren von Daten oder Kommunikationen aufzuspüren und zu identifizieren. Die Datenschutzkommission [extern] CNIL ist allerdings von den Militärs gar nicht erst konsultiert worden, handle es sich doch vorerst bloß um einen Prototypen. HERISSON soll im Pariser Expertisenzentrum ([extern] CEP) von Arcueil untergebracht werden.
Frenchelon
Das künftige militärische Überwachungsprogramm soll angeblich nicht in das französische Echelon, von den Angelsachsen griffig Frenchelon getauft, integriert werden. Wie denn auch, existiert dieses offiziell doch gar nicht (siehe zu Echelon das [extern] Telepolis Special). Allerdings [extern] soll 1998 ein Offizier der [extern] DST, einem Nachrichtendienst des Innenministeriums, der 2008 zum [extern] DCRI (Direction centrale du renseignement intérieur) wurde, einigen Journalisten gegenüber Folgendes erklärt haben:
Wir stehen den Amerikanern in Nichts nach. Wir haben ein System in Frankreich, das Echelon entspricht. Dieses verfügt über eine Abhörstation in der Pariser Umgebung, die mit Hilfe semantischer Analysemotoren die Informationen aussiebt.
Ebenfalls 1998, dem Jahr also in dem die ersten offiziellen Berichte des Europäischen Parlaments begannen, das amerikanische Abhörsystem offen zu hinterfragen, soll ein französischer Spion von einem geheimen Krieg gesprochen haben, der zwischen den Franzosen und den Amerikanern vor sich gehe, bei dem es gelte, in Sachen Nachrichtentechnologie wettbewerbsfähig zu bleiben.
Frenchelon soll von 2 Geheimdiensten, dem [extern] DGSE (Direction générale de la sécurité éxterieure), zuständig für die äußere Sicherheit, und dem Militärgeheimdienst [extern] DRM, auf die Beine gestellt worden sein, und über 15 Abhörstationen verfügen. Wobei die französischen Exkolonien es praktischerweise erlauben, die elektronischen Lauscher rund um den Globus aufzusperren, wie z.B. auf den französischen Antillen, Réunion, Djibuti und Mayotte (indischer Ozean). Auch die Kouroubasis in französisch Guayana, von der aus die Arianeraketen starten, soll mit einer solchen Abhörinstallation ausgestattet sein, die speziell auf die amerikanischen und südamerikanischen Satellitenkommunikationen ausgerichtet sein soll.
Doch Frenchelon bleibt laut dem "Le Monde"-Journalisten [extern] Jean-Marc Manach, ein quasi unerforschtes Territorium in der geheimnisumwitterten Welt der Nachrichtendienste, und hätte bislang nur eine Handvoll Artikel gezeitigt. Und das obwohl schon mehrere parlamentarische Berichte die Existenz dieses Abhörnetzwerkes kleinlaut erwähnt haben sollen. 2004 wurde erstaunlicherweise das französische Fernsehen dazu ermächtigt, eine Reportage auf der militärischen Abhörbasis in Domme, einem kleinen Städtchen im Südwesten Frankreichs, zu drehen. Wobei sich die Armee damals öffentlich mit ihren neuesten Errungenschaften brüstete: Dem Nachrichtensatelliten [extern] Helios 2A, der es ermöglichen soll, "einen Panzer von einem Traktor" zu unterscheiden. Gemeinsam mit den Mikrosatelliten [extern] Essaim (Schwarm), die eine Karte aller Sender erstellen sollen, sollen diese Technologien integraler Bestandteil des Echelon made in France sein.
Ob sich nun ein "harmlose" Igel, der doch bloß frei verfügbare Daten klaubt, zu diesem "nicht existierenden" Abhörnetzwerk dazugesellt oder nicht, eines steht jedenfalls fest: Dem nicht eingeweihten Bürger und Steuerzahler bleibt bloß noch die bange Frage, ob es die Militär- oder Industriespionage oder die zunehmende Überwachung durch die Behörden (EDVIGE, CHRISTINA HADOPI, usw.) sind, die seine persönlichen Freiheiten am Meisten gefährden. Dies alles im Namen der Sicherheit, die laut Präsident Sarkozy, die "erste aller Freiheiten" ist.
(mwil) - Es klingt wie ein Szenario aus einem düsteren Fantasy-Streifen: Ein Erfinder aus Saudi-Arabien meldete einen Mikrochip zum Patent an, der es ermöglicht, Menschen zu überwachen und per Knopfdruck zu töten.
Nach den Plänen des Antragstellers würde der Killerchip den Menschen unter die Haut implantiert werden. Über einen Satelliten wäre es somit möglich, den Träger des Chips zu orten.
Eine Spezialversion der Erfindung beinhaltet zudem eine "Strafkammer". Gefüllt mit Gift könnte diese per Fernsteuerung geöffnet werden. "Wenn wir diese Person aus Sicherheitsgründen eliminieren wollen, dann wird dieses Mittel in seinen Körper durch Fernsteuerung über die Satelliten freigesetzt", wird der Wortlaut des Antrags in einer dpa-Meldung zitiert.
Durch den Chip wäre es also möglich, einen Menschen per Knopfdruck via Satellit zu töten. Eine Genehmigung des Antrags ist nicht in Aussicht. Patente auf Erfindungen, die gegen die guten Sitten oder die öffentliche Ordnung verstoßen, werden nach Auskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes nicht erteilt.
Die Idee, Menschen durch elektronische Hilfsmittel zu überwachen - allerdings natürlich ohne diese mit einer Tötungsvorrichtung zu versehen - ist nicht neu. In Hessen werden beispielsweise seit dem Jahr 2000 elektronische Fußfesseln im Strafvollzug eingesetzt. Personen, die eine Freiheitsstrafe zur Bewährung erhalten, können damit besser kontrolliert werden, da ihr Aufenthaltsort durch die Fessel jederzeit festgestellt werden kann.
Elektronische Fußfesseln können aus dem gleichen Grund auch bei Personen angewendet werden, bei denen eine Untersuchungshaft notwendig ist. Die Kosten der elektronischen Überwachung seien geringer als die Unterbringung im geschlossenen Strafvollzug, schreibt das hessische Justizministerium auf seiner Homepage. Mit der menschenverachtenden Idee des saudi-arabischen Erfinders hat dieses Projekt allerdings nichts gemein.
Staatssekretär August Hanning: Keine überwachungsfreien Räume mehr!
Gegen das Volk gerüstet
Von Volker Bräutigam
Wieso glauben Sie eigentlich, es werde schon nicht alles so schlimm kommen und falls doch, dann eher für andere als für Sie? Fallen Sie auf Schäubles Schönrede herein, selbst die schwerste Wirtschaftskrise könne die demokratische, rechtsstaatliche Substanz und das Überleben unseres Gemeinwesens nicht gefährden?
Fragen sind angebracht angesichts der verbreiteten Ungerührtheit vor dem heraufziehenden Unheil. Noch ist kaum Widerstand erkennbar gegen die empörende Politik der Regierung, die das desaströse, inhumane, neoliberale Wirtschaftssystem mit astronomischer Staatsverschuldung stützt. Noch wird bei uns nur geordnet demonstriert. Doch ist nicht auszuschließen, dass es bald "flächendeckend zu Handgreiflichkeiten kommt" (Kabarettist Georg Schramm im ZDF), weil Arbeitslosigkeit, Armut und Elend sprunghaft zunehmen.
Innen-Staatssekretär August Hanning Ex-BND-Chef | NRhZ-Archiv
Die Bundesregierung jedenfalls bereitet sich, wie andere europäische Regierungen, auf den Ausbruch sozialer Unruhen vor. In aller Stille richtet sie sich nicht nur auf die Beherrschung von Notlagen ein (z.B. Bruch der Versorgungsketten, Plünderei usw.), sondern auch darauf, Systemgegner auszuforschen und den staatlichen Machtapparat aufzurüsten: Konzepte, die auch zur willkürlichen Kontrolle der Zivilbevölkerung missbraucht werden können. Bundespolizei, Sondereinsatzkommandos (SEK) und einige Landespolizeieinheiten trainieren schon gemeinsam mit ihren europäischen Kollegen die Beherrschung sogenannter "polizeilicher Großlagen".
Nicht nur in meinem Bundesland Schleswig-Holstein sind die Zivilschutzämter dabei, Lebensmittelkarten herstellen zu lassen und einzulagern. Im Falle einer Hyperinflation will man Produktion und Vertrieb von Versorgungsgütern zwangsbewirtschaften und rationieren - Lebensmittel nur mehr in kleinsten Mengen "auf Marken" - wie einst zu Kriegs- und zu Nachkriegszeiten. Die Kreisämter sind angewiesen, für den Ausfall der Wasser- und Energieversorgung vorzuplanen.
Notfalls auch im Schlafzimmer überwachen
Zugleich entfaltet die Regierung intensiven Ausforschungstrieb. Die Begründung dafür („Terrorismusabwehr“) bleibt unglaubwürdig. Ex-BND-Präsident und nun Innen-Staatssekretär August Hanning, (taz: "Der starke Mann hinter Minister Schäuble"), verkündete, es dürfe keine überwachungsfreien Räume mehr geben, auch nicht zum Schutz der Privatsphäre: "Wir gehen zwar davon aus, dass über Kriminalität eher im Wohnzimmer gesprochen wird. Aber wenn wir Anzeichen haben, dass ein Paar sich dazu immer ins Schlafzimmer zurückzieht, weil es sich dort sicherer fühlt, dann können wir natürlich auch dort überwachen."
Oh ja, sie können. Deutschland verfügt längst über eine Distanztechnik zum Auslesen von Computerinhalten, inklusive Echtzeitaufzeichnung der Tastatureingaben. Diese Technik ermöglicht es, mittels Mikrowellen problemlos Mauern zu durchdringen und Innenräume sowie die darin befindlichen Personen zu scannen und abzuhören. Sensoren emittieren dazu Mikrowellen-, Millimeterwellen- oder Terahertz-Strahlung, die von den Zielobjekten reflektiert, gemessen und ausgewertet wird. Entwickelt werden außerdem Abhör-Programme, die alle Kommunikationsnetze durchforsten, um Gruppenmitglieder und deren Ziele über Sprachvergleich zu erfassen und ausforschen. Ein solches Programm (SCIL, Socio-Cultural Content in Language) nehmen die USA bereits in diesem Sommer in Betrieb. Aus deutscher Produktion stammt ein koffergroßes Mikrowellengerät, mit dem sich sämtliche elektronischen Geräte in einem Haus lahmlegen lassen, vor allem die Kommunikationsmittel vom Mobiltelefon über Radio und Fernsehen bis zum Computer.
Angeblich nicht-tödliche Waffen
Staatliche Forschungseinrichtungen und Rüstungsindustrie arbeiten darüber hinaus an angeblich nicht-tödlichen Waffen, die sich zur “unblutigen” Niederschlagung von Aufständen eignen sollen. Offizielle Bestätigungen gibt es nicht, aber vermehrte Hinweise, dass einige Polizeiverbände bereits mit solchem Gerät (Non Lethal Weapons, NLW) aufgerüstet wurden. Bundespolizei und die SEK in Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen sollen seit einem Jahr elektromagnetische Skalarwaffen im Testeinsatz haben: Waffen, die mit Mikrowellen die Zielpersonen erheblich verletzen. Großbritannien und die Schweiz haben sie schon beschafft. Produzenten und gemeinsame Vermarkter: Rheinmetall DE-TEE (Düsseldorf) und die Diehl BGT Defence (Nürnberg). Diese Firmen verhelfen, neben Heckler & Koch, HDW, EADS, Krauss-Maffei und anderen Rüstungsschmieden, unserem Land zu seinem verachtenswerten Rang des weltweit drittgrößten Waffenhändlers.
Eine der neuen "nicht-letalen" Waffen nutzt elektrischen Strom von geringer Stärke aber mit 50 000 Volt Spannung - der Taser. Eine Pistole, die eine an dünnem Draht hängende Nadel verschießt. Über den Draht werden dem Getroffenen Stromstöße verpasst, die schwere Muskelkrämpfe verursachen. Nicht tödlich? Von wegen: Amnesty International berichtet über zahlreiche Todesfälle in den USA und in Kanada, wo der Taser schon im Polizeialltag verwendet wird. Inzwischen verfügen auch etliche deutsche SEK-Polizeieinheiten über den Taser. Verwendet haben sie ihn bisher noch nicht.
Qualifizierte Untersuchungen zu denkbaren Spätfolgen bei den vom Taser Getroffenen (körperliche, neurologische, psychische Folgen, Langzeit- und Dauerschäden) sowie der vom Taser verursachten Sterblichkeitsrate hat es bei uns ebensowenig gegeben wie in den USA. Doch was wäre Deutschland, wenn man hier nicht versuchte, auch diese Waffe zu perfektionieren? Diehl entwickelt Taser, deren Stromschläge über einen scharfen Flüssigkeitsstrahl geleitet werden.
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Mikrowellen-Kanone
Bei Erfindung und Produktion neuer Waffen ist Deutschland nicht auf US-Vorbilder angewiesen. Im Gegenteil: Die USA importierten Neuentwicklungen aus Deutschland und testeten einige davon im Irak, zum Beispiel die Mikrowellen-Kanone der Firma Diehl. Ich zähle sie und weitere "Neuheiten" hier auf, weil mit ihnen deutsches Militär und deutsche Polizeiverbände entweder stickum bereits ausgerüstet wurden oder demnächst ausgestattet werden könnten. Internet-Portale wie Steinberg-Recherche, German Foreign Policy, Global Research, Informationclearnghouse u.a.m. liefern zahlreiche weiterführende Details.
Das Active Denial System, ADS, nutzt ebenso wie der Abhör- und Überwachungsscanner Mikrowellentechnik. Ein Strahl elektromagnetischer Wellen greift angeblich nur die obersten 0,4 mm der Haut an. Der Strahl der "Kanone" (die einer flachen Salatschüssel gleicht) bleibt auf viele hundert Meter gebündelt und kann die Haut einzelner Zielpersonen schmerzhaft aufheizen, im Extremfall verbrennen. Mit Prototypen des ADS haben nach Internet-Berichten die US-Truppen im Irak Menschen schon regelrecht gegrillt.
Im Irak bereits regelmäßig verwendet
Der Advanced Tactical Laser, ATL, wird von Flugzeugen aus computergesteuert über einen satellitenschüssel-großen Richtspiegel abgeschossen. Der gebündelte Lichtstrahl hat angeblich eine Aufschlagsfläche von kaum Bierdeckelgröße und verursacht in Sekundenbruchteilen hochgradige Verbrennungen. Zu dieser Waffenart gehört das Pulsed Energy Projectile, PEP. Es soll mittels millisekunden-kurzer infraroter Laserpulse einen mechanischen Impuls erzeugen. Dieser kann die oberste Schicht des Ziels (Kleidung, Haut) schlagartig verdampfen. Eine Druckwelle aus Dampf und Restenergie wirft den Getroffenen zu Boden. Die Reichweite des PEP soll bis zu 2 km betragen. Die Wirkung soll vergleichbar sein mit sogenannter stumpfer Wuchtmunition. Folgewirkungen: u.a. Taubheit, Blindheit.
Die Schallkanone, bereits geordert vom Pentagon: Mit dem Long Range Acoustic Device, LRAD, werden akustische Signale von 2100-3100 Hertz mit maximalem Schalldruck von etwa 150 Dezibel ausgesendet. Schriller LRAD-Ton verursacht im Nahbereich in Mensch und Tier furchtbare Schmerzen. Er kann von einem flachen Lautsprecher aus trichterförmig auf größere Ziele gerichtet werden, auf Menschenansammlungen zum Beispiel. Auch diese angeblich nicht-letale "Kontrollwaffe" verursacht u.U. schwere Körperverletzungen (Zerstörung des Innenohrs sowie des Gleichgewichtssinns). Die US-Truppen verwenden sie inzwischen regelmäßig im Irak.
Europäisches Symposium
Alle genannten Waffensysteme werden weiter perfektioniert. Auch mit dem Ziel, die Akzeptanzschwellen in der Öffentlichkeit zu senken. Über den aktuellen Stand wird im Mai auf dem "Europäischen Symposium über nicht-tödliche Waffen" im baden-württembergischen Ettlingen diskutiert werden. Gastgeber: das staatliche Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, ICT. Es kooperiert mit WTD 52, der "Wehrtechnischen Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik" der Bundeswehr. "Kernkompetenz" der Dienstelle ist die Erforschung und Erprobung der sogenannten nicht-letalen Wirkmittel, NLW.
Das Symposium versammelt Experten für Aufstandsbekämpfung aus der Bundesrepublik und weiteren Staaten der Europäischen Union: Staatssekretäre, Militärs, Polizisten, Wissenschaftler und Vertreter der Rüstungsindustrie. Fragestellung der Konferenz: Kommen die NLW für die Polizei zur Niederschlagung von Protesten und Demonstrationen in Betracht (CRC-Missions. CRC = Crowd and Riot Control) - oder für das Militär bei seinen Gewaltoperationen im Ausland (Out-Of-Area Operations)? Auch der Einsatz zum Schutz von Handelsschiffen gegen Piraten und "Terroristen" soll diskutiert werden. Man geht schließlich mit der Zeit.
Bundeswehr-Einsatz im Innern
Die Tagung wird Gelegenheit bieten, das Thema "Bundeswehr-Einsatz im Innern" wieder aufzuwärmen. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, hat schon einmal vorgelegt. Unter bestimmten Bedingungen sei der Einsatz der Bundeswehr innerhalb Deutschlands nicht nur erwägenswert, sondern unumgänglich. Es seien Szenarien denkbar, auf die nur mit militärischen Mitteln reagiert werden könne. Genauso reden auch die Minister Jung und Schäuble daher. Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) sekundiert, das Trennungsgebot zwischen Polizei und Geheimdiensten sei nicht länger aufrecht zu halten, ein Nationaler Sicherheitsrat nach US-Vorbild solle Polizei, Geheimdienste und „Heimatschutz“-Verbände der Bundeswehr koordinieren. Damit würde die innere Repression zentralisiert.
Auch Forschungsministerin Annette Schavan denkt offenbar an Bürgerkrieg. Statt die Ursachen sozialer Unruhen zu untersuchen und fundierte Konzepte zur Abhilfe entwickeln zu lassen, setzt sie auf das staatliche Gewaltmonopol. Es riecht penetrant nach pseudowissenschaftlichen, vorsorglichen Begründungsversuchen für Einsätze mit „finalem Rettungsschuss“: Schavan vereinbarte im März mit US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano „wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit“. Vertragsgegenstände sind Methoden zum „Aufspüren von Bedrohungen der zivilen Sicherheit“, der „Schutz von kritischen Infrastrukturen und Schlüsselressourcen“ sowie „Krisenreaktion, Folgenmanagement und Schadensbegrenzung bei folgenschweren Ereignissen“. Ähnliche Verträge schloss Schavan mit Frankreich und Israel. Gleiche Brüder, gleiche Kappen. (PK)
Dieser Text erschien zuerst in Zweiwochen-Zeitschrift Ossietzky
Der US-amerikanische Geograph Jerome Dobson warnt vor Gefahren der Ortungstechnik. Drohen durch GPS-Technik neue Formen der Sklaverei?
"Geosklaverei nennen wir die Praxis, dass eine Person der Herr den Aufenthaltsort eines anderen Menschen des Sklaven überwachen und kontrollieren kann, entweder durch Zwang oder heimlich ... Teil dieses Begriffs ist, dass der Herr in der Lage ist, jede Bewegung des Sklaven nach Zeitpunkt, Position, Geschwindigkeit und Richtung zu überprüfen oder auch die mehrerer Sklaven gleichzeitig."
Etwas umständlich definierten so die beiden Wissenschaftler [extern] Jerome E. Dobson und [extern] Peter Fisher, was sie für eine neuen Form "menschlichen Knechtschaft" halten: die Sklaverei, die durch moderne digitale Geoinformationssysteme, besonders aber durch das Global Positioning System (GPS) möglich wird.
Eine drastische Ausdrucksweise, dabei sind die beiden alles andere als staatsfeindliche Datenschützer, sondern zwei gestandene Geologieprofessoren, von denen einer an einer Universität in Kansas/USA, der andere im englischen Leicester lehrt. Seit ihr [extern] Aufsatz im Jahr 2003 in der Fachzeitschrift IEEE Technology and Society Magazine erschien, ist Geoslavery zum geflügelten Wort geworden, wenn es um Überwachung durch Personenortung geht.
"Geosklaverei" - ist das nicht etwas weit hergeholt?
Jerome Dobson: Überhaupt nicht! Wir betonen schließlich, dass zur Geosklaverei gehört, dass der Herr wirklich Macht über den Sklaven ausüben kann, nicht nur ihn beobachtet. Als wir damals den Artikel schrieben, haben wir überlegt, ob nicht "Geofencing" ein besserer Ausdruck wäre, um auf die Gefahren hinzuweisen. Heute nennen die Hersteller ihre Produkte selbst so. Wir leben in einer Überwachungsgesellschaft, keine Frage. Meiner Meinung nach ist heute allerdings weniger der Staat die größte Gefahr der Große Bruder, wie Orwell das ausgedrückt hat - als vielmehr die vielen kleinen Brüder, zum Beispiel Privatunternehmen.
An welche Produkte denken Sie denn dabei?
Jerome Dobson: An alle Systeme von Personenortung, also Geräte, die GPS, das Geoinformationssystem (GIS) nutzen und einen Rückkanal haben und mit denen der Aufenthaltsort eines Menschen rund um die Uhr festgestellt werden kann. Manche Geräte können bekanntlich mithilfe von Sensoren noch weitere Informationen übermitteln, wie Körpertemperatur, Puls, Schweißabsonderung auf der Haut oder [extern] Alkohol im Blut.
Wie weit verbreitet ist Human Tracking in den USA?
Jerome Dobson: Es ist sehr verbreitet und wird sich noch weiter verbreiten, besonders weil die Preise weiter fallen. Es wird in der Justiz eingesetzt, von Arbeitgebern, von Eltern oder auch von Altersheimen, um ihre Demenzpatienten wieder zu finden. Allein die kalifornische Firma [extern] Xora, die GPS-Tracking von Angestellten und Maschinen anbietet (Mobile Ressource Management), hat im Jahr 2005 nach eigenen Angaben insgesamt 50.000 Beschäftigte in 4500 Unternehmen überwacht. Seitdem hat Xora keine Zahlen mehr veröffentlicht, aber sie werden bestimmt nicht gefallen sein. Oder denken Sie an [extern] OnStar von General Motors, bei dem das Fahrzeug rund um die Uhr verfolgt wird vielen gefällt das!
Wo sehen Sie Tendenzen, wo werden Menschen mithilfe von GPS versklavt?
Jerome Dobson: Hier in den USA denke ich an den sehr bekannten [extern] Fall von Stacey Peterson. Ihr Ehemann, ein Polizist, benutze tracking-Technik, um seine Frau rund um die Uhr zu überwachen. Als Frau Peterson sich trennen wollte, versuchte sie unterzutauchen, sie änderte ihre Telefonnummer, aber sie konnte seiner Überwachung nicht entkommen. Dann war sie plötzlich verschwunden, viele glauben, sie wurde von ihm ermordet. Für mich ist das ein[extern] klarer Fall von Geosklaverei. Später verteidigte übrigens der Anwalt des Ehemanns seinen Mandaten mit dem Argument, die Überwachung sei nichts Besonderes, alle anderen Polizisten in dieser Polizeistation hätten mit ihren Partnerinnen dasselbe gemacht!
Aber was Sie beschreiben, ist in den meisten Fällen nicht illegal Eltern, die Justizbehörden oder Arbeitgeber haben das Recht, innerhalb bestimmter Grenzen Macht auszuüben.
Jerome Dobson: Ich halte Geofencing von Beschäftigten nicht für Geosklaverei, jedenfalls nicht so, wie es in westlichen Ländern angewendet wird, also wenn die Beschäftigten darüber Bescheid wissen, ihr Einverständnis erklärt haben und entlohnt werden. Die analoge Entsprechung ist unproblematisch. Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass ein Chef verlangt, dass die Arbeiter in einem bestimmten Gebäude arbeiten oder innerhalb eines Zaunes. Meine Problem damit ist: Welche rechtlichen oder medizinischen Vorschriften gibt es, um festzustellen, dass eine Person dieser Überwachung unterworfen werden kann? Jeder Einsatz sollte geprüft werden, in dem wir uns die Fragen stellen, Was wäre die analoge Entsprechung? Das ist die entscheidende Frage. Wäre es Pflege, Erziehung und Fürsorge oder ein Brandzeichen, Inhaftierung, Stalking?
Es gibt in Ihrem Land das schöne Sprichwort "Schusswaffen bringen keine Menschen um, sondern Menschen bringen Menschen um!" Gilt das nicht auch für GPS, also: "Nicht die Technik überwacht, Menschen überwachen Menschen!"
Jerome Dobson: So abstrakt betrachtet entgeht uns, wie die Technik das Verhältnis zwischen den Menschen verändert. Die Technik verändert die sozialen Beziehungen, die Beziehungen zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und ihren Kindern, Regierung und Bürger, Verkäufer und Käufer und so weiter. Human Tracking verstärkt bestimmte negative menschliche Tendenzen. Denken Sie an den eifersüchtigen, missbrauchenden Ehemann. Früher war seine Reichweite beschränkt, weil er zur Arbeit musste, weil seine Frau nicht im Haus war, wo er sie visuell kontrollieren konnte.
Wenn man weiß, wo jemand ist, weiß man auch bald, wer er ist
In der April-Ausgabe von Nature [extern] kritisieren Sie den Umgang mancher Ihrer Kollegen mit Geo-Daten. Besteht unter Wissenschaftlern zu wenig Problembewusstsein?
Jerome Dobson: Mich ärgert die nachlässige Haltung, die viele Wissenschaftler an den Tag legten. Der eigentliche Anlass zu meinem Kommentar war eine Studie von Marta González und anderen Forschern von der Northeastern University in Boston ([local] Menschen machen es nicht wie die Fliegen). Ein europäisches Telekommunikationsunternehmen hat der Universität die Bewegungsprofile von Mobilfunknutzern zur Verfügung gestellt.
González wollte Mobilitätsgewohnheiten untersuchen. Zu diesem Zweck wurden dann die Bewegungen von 100.000 Menschen über ein halbes Jahr ausgewertet ohne dass diese ihr Einverständnis dazu gegeben haben, ohne auch nur gefragt zu werden. Es war in dem Fall dieser Studie völlig unklar, ob bestehende Datenschutzbestimmungen eingehalten wurden. Die Telefongesellschaft behauptet, die Daten wären anonymisiert worden, aber es ist nicht klar, was eigentlich anonymisiert in diesem Zusammenhang bedeutet. Es ist sehr, sehr einfach, herauszufinden, wer eine Person ist, wenn man ihren Aufenthaltsort und ihre Bewegungen kennt. Geografie ist Identität wenn du weißt, wo jemand ist, weißt auch bald, wer er ist.
Google hat schon wieder einen neuen Service aus dem Boden gestampft. Nach dem Portal M-Lab zur Überwachung des DSL-Providers hat der Suchmaschinenriese nun Google Latitude gestartet.
In gewisser Weise lassen sich mit dem neuen Tool auch Personen "überwachen": Latitude weiß, wo sich die Freunde aufhalten. Der kostenlose Dienst für das Mobiltelefon nutzt die Daten von Google Maps und zeigt auf der Karte den Standort an. Der Nutzer selbst kann entscheiden, ob seine Freunde sehen sollen, wo er sich gerade befindet oder nicht. Der Aufenthaltsort wird dann entweder automatisch ermittelt oder lässt sich manuell setzen, um die Privatsphäre zu wahren. Um andere Nutzer zu sehen, müssen diese ebenfalls einen Google Account besitzen, Latitude verwenden und außerdem einer Standortanfrage zustimmen. Um sie hinzuzufügen, gibt es eine eigene Option, ansonsten lassen sich auch Personen aus den Google-Kontakten einbinden.
Drei Möglichkeiten zur Ortung
Die Anwendung zeigt zu den Kontakten auch jeweils ein Foto und einen kurzen Text an, der zum Beispiel angibt, womit man gerade beschäftigt ist. Wie genau der ermittelte Ort ist, hängt von der Technik zur Bestimmung ab. Mit GPS kann die Angabe bis zu wenige Meter genau sein, schlechter fällt das Ergebnis mit WLAN oder über die Funkmasten-Datenbank aus.
Das Tool versteht sich laut Google mit den meisten BlackBerry-Handys, Geräten mit Symbian S60 oder Windows Mobile 5.0 und höher. In Kürze sollen auch Android-Handys wie das T-Mobile G1 sowie Java-fähige Telefone, das iPhone und der iPod touch hinzu kommen. Weitere Informationen liefert die Google Hilfefunktion.
Saskia Brintrup
Einziges Fazit: Wer sein Handy noch nicht entsorgt hat, sollte das dringend endlich tun!
Über das Verhältnis von pandemischer Überwachung und dem „Krieg gegen den Terror“
1. Die Show
„Welcome to Bentham Airport!“ Willkommen im Panoptikum![1] Das ist die Flughafenansage, die mancher Reisende unwillkürlich zu hören vermeint, wenn er britischen Boden betritt. In London empfängt das Vereinigte Königreich seine Besucher mit einem Irisscanner und einem Schuhscanner, einem Taschen- und einem Ganzkörperscanner, sowie Myriaden von Videokameras. Wer diese Ekstase der Durchleuchtung durchlebt hat, schiebt nur wenige Meter weiter seinen Pass an der Pforte, die immer noch „Einreise“ (immigration), nicht „Ankunft“ heißt, flach unter einem Schlitz in der Sichtscheibe durch und beobachtet: wie die Papieroberfläche gescannt wird.
Erst hier tritt der Einreisewillige den Beweis seiner Identität an und versteht, dass das Wort „Ausweis“ eng mit „ausweisen“ verwandt ist. Bevor der Beamte in seinem Glaskasten die Berechtigung zum Betreten der Insel mithilfe seiner „object character recognition“-Software prüft, war der Reisende einfach ein namenloser Träger von allgemeinen Merkmalen und möglichen Gefahrenpotentialen, für deren Erkennen es genügt, den Körper vorzuzeigen. Im Licht der Schranken war er bloß nacktes Fleisch vor der Menschwerdung, als wäre seine Würde ein Art loser Haut, die während der Reise vergangen, verflogen, verschwommen sei und vom Leib abgezogen. Nun muss sie beim Durchgang durch den Zoll erst einmal wieder neu erzeugt und übergestriffen werden.
Olaf Arndt und die anderen Mitglieder der Künstlergruppe BBM, Moritz von Rappard, Janneke Schönenbach und Cecilia Wee, haben die Ausstellung: [extern] EMBEDDED ART - Kunst im Namen der Sicherheit kuratiert, die heute in der Akademie der Künste, Berlin, eröffnet wird und bis 22. März zu sehen ist.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Bedrohungen eines freien öffentlichen Lebens nach den Anschlägen von New York, Madrid, Moskau und London. Seit der Terror die Metropolen der USA und Europas erreichte, haben staatliche Eingriffe im Namen der Sicherheit den Alltag von Millionen Menschen verändert. Die Ausstellung nimmt das Thema Sicherheit zentral auf und versteht sich als künstlerischer Kommentar zu einer der Kernfragen globaler Entwicklung.
Für EMBEDDED ART wurden internationale Künstler beauftragt, auf die aktuelle Situation zu reagieren. Gezeigt werden ausschließlich Arbeiten, die „eingebettet“ vor Ort oder vor dem Hintergrund komplexer Recherchen realisiert wurden. EMBEDDED ART ist das Arbeitsprinzip, „Kunst im Namen der Sicherheit“ das Thema der Ausstellung, die mit über 30 Arbeiten vielschichtige Einblicke in aktuelle Tendenzen zeitgenössischer Kunstpraxis gibt. Künstler aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Japan, Südafrika, Italien, Kroatien und Slowenien sind mit Malerei, Video, Medienkunst, Fotografie, Musik und Hörspiel vertreten.
Begleitend finden Diskussionen, Filmvorführungen, Vorträge und Interventionen im öffentlichen Raum statt. In der temporär eingerichteten „Bar zur Inneren Sicherheit” diskutieren jeweils freitags beteiligte Künstler und weitere Gäste. Im Verlag [extern] argobooks erscheint ein umfangreicher Katalog.
Die staatliche Skopophilie, das Begehren zu Schauen, taumelt stets ein wenig bewusstlos zwischen den Grundrechten, die ein Blickverbot fordern, und dem immer etwas pervers erotisch aufgeladenen Schaugebot, das im Namen der Sicherheit die Rechte tangieren darf. Scannen, das liest sich auch ein bisschen wie „die Hosen herunter ziehen“.
Scannen ist ursprünglich ein Begriff aus der Welt des militärischen Radars. Er bedeutet, dass man ein beliebig wählbares Feld mit geeigneten bildgebenden Verfahren absucht nach Objekten seines Interesses, vorzüglich nach einem sich nähernden Feind. Das Innere von Taschen, Schuhen, die schummerigen Körpergegenden unter Gürteln und Achseln und eben auch das dunkle Innere des Kopfes hinter der Iris können solche Zonen sein, in denen man schon allein aufgrund des Lichtmangels verborgene Gefahren vermuten darf.
Bis an die Netzhaut bewaffnet, führt der Staat den Krieg gegen den Terror als eine Schlacht um die Sicherheit an der Heimatfront. Die anfallenden Kosten für den dabei entstehenden Kollateralschaden[2] werden umgebucht und zu Einnahmen erklärt. Das Innenministerium darf sich der Wirtschaftsförderung rühmen. Solange sich der Gesetzgeber willig am Räumdienst zwischen den Trümmern der Grundordnung beteiligt, kann der Ausnahmezustand permanent aufrecht erhalten bleiben. Nicht umsonst hat das „White House“ schon Anfang 2002 den kommenden Krieg vorsorglich zur „New Condition of Life“ erklärt und damit eine ökonomische Richtlinie vorgegeben. Es entstehe eine neue Lebensgrundlage, weil man ohne „zeitliche und räumliche Begrenzung“ zu kämpfen habe. Die dadurch entstehenden Märkte sind Teil des Plans und sein Ziel.
Allen europäischen Staaten voran ist besonders der britische hinsichtlich seiner Schuldvermutung, die in den atemlos fortschrittsgläubigen Überwachungsszenarien aufscheint, ganz und gar paranoid geworden und darin dem Künstler Damien Hirst ähnlich, der in seinem Buch „Theories“[3] berichtet, dass ihn in den 90er Jahren grenzenlose Panik befiel, als ihm klar wurde, dass seine Augen eine nur verschwindend geringe Prozentzahl seiner Körperoberfläche ausmachen und er ansonsten eingeschlossen in einem vollständig finsteren Kasten sitzt. Aus solchen Phobien entsteht der Wunsch nach zusätzlichen Organen. Dienstbare Technik stellt den Werkstoffkörper, der den eigenen, als unvollständig erlebten Körper erweitert.
Die Falle der falsch gedachten Vollständigkeit: Der Mensch möchte mehr sehen, als er kann, und zwar einzig, weil er es nicht kann. Hirsts Wahn ist artspezifisch für eine Spezies mit ubiqitären Zwangsvorstellungen, die sich so lange Hilfsmittel erfindet, bis diese zur Konkurrenz werden. Dann gilt der nicht prothetisch verstärkte Normalzustand als defizitär. Es entsteht das Gefühl, die zwei mikroskopisch kleinen Gucklöcher könnten eines Tages dicht sein, verklebt allein schon aus Angst vor mangelndem Ersatz.
Die aberwitzigen Fixationen und immer totaleren Ausleuchtungsphantasien ergreifen von der kollektiven Psyche moderner Staaten Besitz. Die Krankheit heißt Innere Sicherheit. Sie bricht aus, wenn der Kranke denkt, er sei von Feinden besiedelt: eine schrebersche Kontroll- und Verwandlungsangst.
Angesichts der panoptischen Maschinerie keimt der Verdacht, es handle sich um einen wohl inszenierten Selbstbetrug, den sich alle gern gefallen lassen, weil er das kleinere Übel darstellt. Kleiner im Vergleich zur größten denkbaren Katastrophe, die wir gern annehmen, sobald wir unter Beschuss liegen. Der GAU ist die gefühlte Auflösung geostrategischer Distanzen und Schutz versprechender Grenzen. Die einst fernen Schlachtfelder Asiens liegen heute angeblich vor der eigenen Tür, in den muslimischen Vierteln der westlichen Metropolen, an ihren Schulen und Universitäten.
Der Terror findet im Wesentlichen in den xenophoben Köpfen der beteiligten Fraktionen statt. Er ist ein Produkt von Ausbeutung, beidseitigem Rassismus und bleibendem Misstrauen. Er ist vor allem ein Produkt von Superioritätsphantasien und ihrem Gegenstück, dem Glauben, auf der anderen Seite seien ausschließlich Wilde, Ungebildete, Ungläubige, insgesamt minderwertigere Wesen unterwegs: eine weitere faulige Blüte im Strauß der tödlichen Vorurteile.
Ein Beispiel, wie solche Vorurteile kulturell befestigt werden, ist das „official war on terror artist“-Programm, dass die anglophonen Nationen nach dem 11. September 2001 ins Leben gerufen oder vielmehr aus ihrem schon 200 Jahre alten „combat artist“ Programm abgeleitet haben. In London bietet dafür das Imperial War Museum die Plattform. Was im Zeitalter der medialen Vermittlung fast anachronistisch scheint, nämlich mit Staffelei, Pinsel und Farbtuben in den Krieg zu ziehen, weist auf einen chronischen Mangel neuer Medien hin. Digitale Kameras und ihr Wiedergabe und Verbreitungstempo bringen Bilder eher zum Verschwinden. Wer Geschichte schreiben will, muss eine bleibende Form finden. Schlachtenbilder haben diesen Wunsch nach nachträglicher Fixierung ebenso erfüllt, wie die künstlerische Freiheit dem politischen Interesse dienlich war bei der Korrektur des Bildes vor seiner Veröffentlichung im Museum. Dass für das Ölbild, selbst für die Bleistiftskizze noch kein Nachfolgemedium gefunden wurde, ist angesichts des vorhandenen optischen Arsenals schon verwunderlich. Man möchte einen Satz von Eduardo Paolozzi, der besagt, wer die Kunst des 20. Jahrhunderts verstehen will, ins Imperial War Museum gehen und dort all die faschistische Weltbeherrschungstechnologie studieren soll, dahingehend erweitern, dass ein Besuch der „war on terror“-Galerie im Jahr 2008 hilft zu begreifen, welche historische Bedeutung den optischen Verfahren des modernen Krieges zuzurechnen ist.
Da hängen die Auftragswerke zeitgenössischer Künstler in den um den Lichthof laufenden, oberen Sälen über dem spitzen Schädel der V2, in der Theodor W. Adorno einen neuen kurzhalsigen, kopflosen Weltgeist Form annehmen sah. Sie aquarellieren, formal abgefasst im Stil des 19. Jahrhunderts, vor allem eines für die Ewigkeit: dass dies ein Krieg ist, der für die Weltsicherheit geführt wird, mithin eine Frage des Weltfriedens und kein Ausdruck imperialer Wirtschaftsinteressen. Die Auftragsmalerei des britischen Verteidigungsministeriums hilft, die bedrohliche Dimension einer Gefahr zu konstruieren.
Die Kunstwerke affirmieren, bei aller Darstellung von Gräueln und Strapazen, durch die Bank rückhaltlos, was sie ästhetisch zu protokollieren vorgeben: das hilfreiche und schutzspendende Wirken der Armee. Liegt ein Werk mal außerhalb dieses inhaltlich abgesegneten Themen-Kanons, wie etwa Peter Howsons ebenfalls vom Imperial War Museum beauftragte Reise nach Bosnien, sortiert die hausinterne Zensur sofort die unerwünschten Machwerke aus. Seine Serie über gezielte Vergewaltigungen im Nachkriegs-Jugoslawien, die sehr präzise klar macht, dass die Anwesenheit einer Streitmacht noch keine Sicherheit für die Bevölkerung garantiert, eher das Gegenteil, brachte den Maler in einen ernsten Konflikt mit dem Museum, dem er auch finanziell nur dadurch entgehen konnte, dass David Bowie eines der inkriminierten Werke erwarb.
Kunstwerke und Überwachungstechniken zeigen Gefahren auf und versprechen Hilfe. Die einen selektieren mechanisch und „objektiv“ die Bevölkerung nach Tätern und Opfern, die anderen beschreiben Lösungen, sollen zeigen, dass Gewalt gegen Gewalt gesetzt werden muss zum Heil des Friedens. Die Bilder der Kriegskünstler liefern somit die Rechtfertigung für den Einsatz der Sicherheitstechnik. Sie beeindrucken bei aller politischen Fragwürdigkeit mit einer Wirkungsmacht, die aus der simplen Handwerklichkeit entspringt, dem Gegenentwurf zur Argos-äugigen[4] Inszenierung mit Hochtechnologie.
Ausgefeilte Technik fasziniert zwar wegen eines gewissen Fetischcharakters, der an allen Innovationen haftet. Die optische Aufrüstung der letzten Jahrzehnte ist jedoch per se weder substantiell noch nachhaltig, sondern stets ephemer: morgen schon überholt von spektakulärerem Equipment. Die diversen Erkennungsdienste kokettieren dabei mit der nicht nachprüfbaren Behauptung einer minimal notwendigen Funktion. Dass daran etwas faul ist, merkt der vielfach beäugte Kunde vor jeder medialen Schranke. Vermeintlich nackt, bis in die Nerven hinein transparent, steht der von technischen Strahlen durchdrungene Kunde im Rampenlicht auf der gesellschaftlichen Bühne und spürt, gerade weil er nichts spürt vom eigentlichen, vom schmerzfreien Verfahren der Durchleuchtung: das ist alles nur „show“.
Technik kann am besten, was nur Technik kann. Sofort leuchtet die Herkunft des visuellen Beherrschungs-Systems aus der Ballistik ein. Man will mit Scannern Ziele orten, nicht in verborgene Bereiche vordringen. Warum jemand Sprengstoff oder Messer mit in ein Flugzeug nehmen will, interessiert den Beamten hinter dem Scanner nicht. Sein Job ist, ihn zu entwaffnen. Wer keine Waffen trägt, hat auch nichts zu leiden. Die Logik des allgemeinen Verdachts lautet daher: Das „Lesen“ der Oberfläche tut niemandem weh. Also ist es allen zumutbar. Doch wie sehr man auch hinstarrt: Das Problem selbst wird nie zu erkennen sein.
2. Londonistan
Das Problem hat einen Namen: Londonistan. Der unbekannte Schöpfer des Neologismus hat damit ursprünglich London als „sicheren“ Zufluchtsort für legendäre Gestalten des „globalen Terrorismus“ gemeint, wie Abu Qatada, den aus Afghanistan stammenden Araber, der Anfang der 1990er Jahre zusammen mit Abu Hamsa al-Masri und Omar Bakri einen Kreis sogenannter radikaler Salafisten bildete. Die salafistische Richtung der Dschihad-Bewegung, der auch Osama Bin Laden angehört, betrachtet Parlamente als eine „kritikwürdige Neuerung, die dem Islam der frommen Altvorderen (al-salaf al-salih) widerspricht“[5] . Qatada hat von Oktober 2002 bis März 2005 im Londoner Gefängnis Belmarsh eingesessen.
Der Begriff Londonistan hat sich unterdessen von seinen „Stiftern“ abgelöst. Nach den Anschlägen in der Londoner U-Bahn im Sommer 2005 steht Londonistan für die Angst der weißen Bevölkerung vor dem Hass der Fremden, dessen Gründe sie nicht verstehen will der blinde Fleck des Empire. Die postkoloniale Gesellschaft, der ohnehin jede eigenmächtige Entwicklung der von ihr Kolonisierten ein Rätsel aufgibt, blendet Konflikte mit religiösem, ethnischen oder anderen, ihren Interessen zuwider laufenden Hintergründen aus ihrem Diskurs aus und schafft durch die Erhaltung des Problems neue Märkte. Londonistan: die Angst der Weißen vor dem „Feind im Innern“. Londonistan: die Legitimation der Regierung, den hundertäugigen Hund loszulassen.
3. Terrorism Act
Am 14. Mai 2008 benachrichtigte laut der Tageszeitung Guardian[6] ein Mitarbeiter der Universität Nottingham die Polizei, weil er auf dem Rechner des Systemadministrators Hisham Yezza ein 1500 Seiten starkes Dokument mit Trainingsanleitungen aus dem Umfeld von al-Qaida gefunden hatte, das zum [extern] freiem Download zur Verfügung steht. Der 22-jährige Student Rizwaan Sabir hatte es dort abgelegt, um es auszudrucken. Sabir, der eine Forschungsarbeit über taktische Unterweisungen von Terroristen schreibt, hatte das Dokument von der offiziellen Website einer nicht näher bezeichneten US-Behörde herunter geladen. Er konnte aber den Preis für die Fotokopien nicht aufbringen. So bat er seinen algerischen Kollegen Yezza um Unterstützung beim Ausdruck.
Rizwaan Sabir
Sabir und Yezza wurden mit Hinweis auf den „Terrorism Act“ sechs Tage in Haft genommen, bis man die Anklage fallen ließ. Zwischenzeitlich durchsuchten Spezialeinheiten die Wohnung von Sabirs Familie, beschlagnahmten und analysierten deren Computer und Mobiltelefone. Sabir ist ohne Verurteilung wieder auf freien Fuß, nachdem er ein Papier unterzeichnet hat, in dem er bestätigt, dass es sich bei dem Trainingsmanual um ein „illegales Dokument“ handelt, das nicht für Forschungszwecke verwendet werden darf. Sabir, der von „psychologischer Folter“ spricht und dem Gefühl, „in Belmarsh zu enden“, gibt an, dass er noch unmittelbar vor der Entlassung geschlagen wurde.
Yezza trifft es schlimmer: bei einer parallel laufenden Überprüfung seiner Papiere stellt die Behörde fest, dass der seit 13 Jahren in Großbritannien lebende Universitätsangestellte keine gültige Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Direkt aus dem Gefängnis wird er nach Colnbrook ins „Immigration Removal Center“ verlegt, wo er nun der Ausweisung entgegensieht.
Der zuständige Fachbereichsleiter der „School of Politics and International Relations“, Alf Nilsen, befürchtet „schwere Menschenrechtsverletzungen“, falls Yezza wegen seiner Verwicklungen in diesen Fall nach Algerien ausgeliefert würde. Sally Hunt von der University and College Union UCU kommentiert: „Wenn wir uns ernsthaft mit Problemen wie Extremismus und Terrorismus auseinandersetzen wollen, dann müssen wir uns sicher fühlen eine unverzichtbare Voraussetzung, um einen Gegenstand in die Tiefe zu untersuchen und ein besseres Verständnis gewinnen zu können. Das Letzte, was wir brauchen, sind verängstigte Forscher, die sich nicht trauen, ein Thema anzupacken, weil sie fürchten, dafür verhaftet zu werden.“
Der Sprecher der Universität Nottingham verteidigt zwar die Entscheidung, bei „derartigem Material“ die Polizei hinzuzuziehen, gesteht aber ein, dass ein „registrierter Student mit gutem Grund jede Art von Material beziehen darf, dass sein Studium erfordert, wenn auch mit der Erwartung verbunden, sensibel damit umzugehen und es nicht an Hinz und Kunz weiter zu schicken.“
In den Händen von Hinz und Kunz, die in der britischen Nomenklatur westliche Namen tragen („Tom, Dick und Harry“), könnte sich die Unterweisung in terroristischer Taktik, so die erstaunliche Logik einer akademischen Einrichtung, schnell in „angewandte Forschung“, zu einer Gefahr für die Innere Sicherheit verwandeln. Wenn dieser Schluss gilt, welchem Zweck mag dann das Dokument auf der allgemein zugänglichen Website einer US-Behörde gedient haben? Inzwischen ist ein guter [extern] Überblick über den Fall und ein [extern] Interview mit Sabir online verfügbar.
4. Mode der Sicherheit
Anziehen und Ausziehen ist die praktische Seite einer Dialektik der Sicherheit im Alltag eines Staates, der sich ständig bedroht fühlt. Beginnend am Flughafen, wo für die Schuhe der Reisenden ein eigenes Transportband eingerichtet wurde. Vor Betreten jedes Tante Emma Ladens fordert ein Hinweis neben dem Videoüberwachungszeichen dazu auf, Mützen und Kapuzen abzusetzen. London hat ein „Messer-Problem“. Am „bank holiday“, dem langen Wochenende Mitte Mai 2008, starben ein gutes Dutzend junge Leute durch Stiche. Fast einhellig lautet die Begründung: ich hatte ein Messer dabei, weil alle anderen ein Messer dabei haben und ich fühle mich nicht sicher, wenn ich ohne Messer ausgehe.
Die Spirale der Angst. Auf dem Weg quer durch W 1, das Londoner Innenstadtviertel, begegnet man etwa 400 oder 500 Wachdienstleuten, die kugelsichere Kevlarwesten tragen. Wenn man einmal anfängt darauf zu achten, ist es verblüffend, wie viele verschiedene Modelle auf dem Markt sind. Man kann nur schätzen, aber nicht weniger als 40 verschiedene Schnitte sind allein auf diesen wenigen Metern im Einsatz, teilweise sehr modisch „slim fit“, angenehm tailliert, teilweise martialisch wie Rüstungen. Aus dem Angebot lässt sich die Nachfrage ablesen. Es kann nicht mehr lange dauern, dann werden Burberry´s nachziehen und gepanzerte Regenmäntel anbieten. Oder man kauft im „TopShop“ durchstichfeste und dennoch luftige Twinsets für das rundum geschützte Tanzwochenende.
Auch das Rauchen stellt ein Sicherheitsproblem dar: beim Betreten einer Disco in London findet wie fast überall eine ausführliche Leibesvisitation statt. Hier würde sich Mode anbieten, die gleich von vornherein jene Zonen frei lässt, die sonst besonders zeitaufwändig untersucht werden müssen. Denn seitdem das Rauchverbot in Innenräumen in Kraft ist, müssen insbesondere starke Raucher und deren Freunde sich ein dutzend Mal am Abend abtasten lassen. Wer viel Platz vor der Tür hat, was in London äußerst selten ist, stellt einen Käfig auf, in den die Raucher von innen hineingelangen können. Der Käfig muss aber so engmaschig sein, dass man von außen kein Messer durch die Gitter durchreichen kann. Weil das aber wegen der zum ungehinderten Abzug von Rauch nötigen Maschenweite fast unmöglich ist, steht auch in den Käfigen ein Türsteher mit Kevlarweste und passt auf die Raucher auf. Raucher werden so automatisch doppelt zur Gefahr für die Gesundheit und ganz allgemein suspekt.
Dank „path intelligence“, einem seit Mai 2008 in Großbritannien zulässigen Mobiltelefon-Ortungs-System, weiß die Kaufhaus-Leitung, die es einsetzt, genau, wann und in welcher Abteilung ihre Kunden die schicken Schutzwesten geshoppt haben und ob sie deutsche, russische oder englische SIM-Karten beim Kauf mitführten! Der Betreiber einer „path intelligence“-Anwendung nutzt „grundlegende Informationen wie die IMSI-Kennung und damit etwa auch die Provider-Anbindungen der Telefonbesitzer aus, um zu erkennen, welche Peilungen sich auf dasselbe Gerät beziehen. Erklärter Zweck der Übung ist die Ermittlung von Bewegungsprofilen, einerseits um festzustellen, wie oft ein Kunde im Laufe von Wochen und Monaten in bestimmten Läden auftaucht, andererseits anscheinend auch, um seine Bewegungen innerhalb eines Ladens auf wenige Meter genau nachzuvollziehen.“[7]
Will man ausreichend häufige Peilungen für eine verlässliche Innenraum-Lokalisierung durchführen, „muss man dem Mobilgerät entsprechende Vorgaben machen, etwa durch das Vorspiegeln fast unbrauchbarer Empfangsverhältnisse oder durch gezielte wiederholte Login-Aufforderungen, sogenannte Identity Requests. Letztere Vorgehensweise verfolgen geheimdienstliche Fahndungsgerätschaften wie der [extern] IMSI-Catcher, der sich in die Kommunikation zwischen Handy und Sendemast einschmuggelt und auch das Abhören von Telefonaten ermöglicht. Sein Einsatz ist in Deutschland nur auf richterliche Anordnung im Rahmen der Terrorbekämpfung zulässig.“ Noch!
5. London Underground
Wo „path intelligence“ mit einer bezahlbaren Präzision für Ortung in Räumen ganz am Anfang steht, ist RFID bereits am Ziel. Die nur wenige Cent teuren hauchdünnen Chips stecken nicht nur als elektronischer Ersatz für Schlüssel in Portemonnaies, oder als Diebstahlsicherung in Rasierklingenpäckchen, sowie in Waren von Bekleidungsherstellern, die mit Scannern an engen Durch- oder Ausgängen ebenfalls Kundenbewegungen im Kaufhaus messen.
RFIDs befinden sich heute auch in jeder Oyster-Card, der Standard-Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr. In Millionenstückzahl im Umlauf, tippt jeder Besitzer einer Oyster-Card täglich vielfach auf das Lesefeld vor den U-Bahn-Schranken oder im Bus und hinterlässt dabei seine Kennung: Bausteine einer technischen Machbarkeit von Rasterfahndung in einer Dimension, die bei der Erfindung des Begriffs vor weniger als 40 Jahren nicht vorauszuahnen war. Doch die Zukunft des Systems liegt nicht allein in der höheren Auflösung, noch in seiner immer größeren Verbreitung.
Die Zukunft liegt eindeutig in der fast beliebigen Kombinierbarkeit mit anderen bereits funktionierenden Technologien zur Verfolgung und „Neutralisierung“ von potentiellen Straftätern. Die Schockwaffenfirma Taser Inc. bietet beispielsweise eine Kombination aus Videoüberwachung und TASER-Pistole an. Die Anlage zoomt und feuert über die gleiche Konsole. Die deutsche Waffenfirma Diehl Munitionssysteme hat gar einen Schnellfeueraufsatz für einen Panzer umgerüstet auf „nicht-tödliche“ Gummikugeln. Diehl schlagen zum Schutz vor Hooliganismus vor, diesen in Verbindung mit hoch auflösendem Video und einer Software zum Abgleich der Aufnahmen mit einer biometrischen Bilddatei in Fußball-Stadien einzusetzen: „search and destroy“ in einem Vorgang. Die Automatisierung solcher Prozesse ist ein weiterer Ausbauschritt: verlässlicher und schneller als der Mensch ahndet das kombinierte System den Verstoß gegen Recht und Ordnung.
Dabei überholen die Systeme dank digitaler Parametrierbarkeit, für die Null nur ein Wert auf einer nach unten und oben offenen Skala ist, gewissermaßen die Zeit: präventive Gefahrenabwehr ist nicht länger ein Schlagwort von Verfechtern der „zero tolerance“-Strategie, sondern technisch machbar.
Aber ist aufwändige Technik genauer gesagt: technische Superiorität über den Feind überhaupt ein aktuelles Konzept? Ursprünglich ist diese Form von Überlegenheit über den Feind ein Ergebnis des Kalten Kriegs. In einer Situation, in der zwei konkurrierende Supermächte zugleich über das Know-How verfügen, eine Vernichtungskraft freizusetzen, die zum sofortigen Ende aller Geschichte führt (Atombombe), ist nur eine Wettrüsten ad infinitum, das zu einem ewigen Patt führt, eine gewisse Garantie fürs Überleben.
Albert Wohlstetter hat das 1958 eine „delikate Balance des Terrors“ genannt. Die gemeinte Balance basiert auf dem Misstrauen gegenüber Bündnispartnern und dem Vertrauen auf eine „kleine Anzahl Bomben und eine kleine Anzahl von Flugzeugträgern, die sie tragen.“[8]
Einen weiteren Klassiker der Sicherheitsdoktrin, sozusagen das Manifest des Irrglaubens an die technische Überlegenheit, hat 1970 der österreichische Ökonom und CIA-Mitarbeiter Stefan T. Possony verfasst, gemeinsam mit dem Science Fiction Autor Jerry Pournelle. Ihr Text „The Strategy of Technology“ blieb über viele Jahre Pflichtlektüre für alle Offiziere im US-Militärdienst.
Ihre Theorien gründen in der fixen Existenz in etwa gleichstarker und geostrategische einander gegenüber liegender Machtblöcke. Mit dem Ende des Kommunismus bricht der Widerspruch zusammen, der beide Systeme über den Wettbewerb auf dem Feld der Technik letztlich in eins zwang.
Nun haben es beide Großmächte, die USA und der Nachfolgestaat der Sowjetunion, plötzlich mit „asymmetrischen Konflikten“ zu tun, mit nahezu unsichtbar kleinen, vereinzelten oder aus kleinsten Zellen heraus handelnden, und dennoch äußerst wirkungsmächtigen Feinden. Sie operieren aus dem Innern des Landes, das sie bekämpfen, aus dem öffentlichen Raum der Großstädte heraus: dort, wo sich kaum einer so gut auskennt, wie sie selbst. Dort, wo jeder Schutz vor Gewalt vergebens ist. Man kann diese Sorte Feinde wohl kaum zum Heraustreten aus ihrem operativen Dunkel bewegen, da es ihnen offenbar nicht oder nicht in erster Linie um eine sofortige Übernahme der Macht geht.
Die Form des Selbstmordattentates radikalisiert das schwierige Verhältnis noch weiter. Die Sprachen der Kontrahenten unterscheiden sich in jeder Hinsicht so stark, dass ältere Formen der politischen Annäherung, wie Verhandlung, Konzession, Embargo, Friedensschluss oder Waffenstillstand sämtlich vollständig ins Leere greifen. Spätestens, seit Osama Bin Laden und seine al-Qaida das neue Dogma von der Priorität, den „fernen Feind“ (USA, UK) zu bekämpfen, verkündet haben, leben nicht nur die Briten und Amerikaner im ständigen Bewusstsein, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, wann der nächste Vernichtungsschlag eine europäische Metropole ereilt. Afghanistan ist weit. Londonistan ist überall um uns herum.
6. What are you looking at?
Wie weit auch immer sich diese Schrecken bei nüchterner Analyse auf wirkliche Gefahren herunter brechen lassen, und unabhängig davon, welche tatsächliche Größenordnung man der Gefahr zuordnen muss die Gegenschläge sind bereits geführt. Sie treffen notwendig auch die, zu deren Schutz sie dienen sollen. „What would you give for security?“ trällerte es bereits 1973 in einem Popsong von dem Exildeutschen Gershon Kingsley, heute aktueller denn je.
Was würdest du für die Sicherheit aufgeben?
Dein Recht auf freie Meinungsäußerung? Dein Recht auf Forschung?
Auf Versammlung und Demonstration?
Was ist dann noch ein Menschenrecht?
Oder der Wert von Demokratie?
Gegenschläge sind selten konstruktiver Natur. Fast alle Maßnahmen, zu denen eine westliche Kultur quasi automatisch greift, sind - wie noch zu Zeiten des Kalten Kriegs - technologisch, wie absehbar vordergründig ihre Wirkungsweise auch sein mag. Technik und Propaganda ergänzen sich dabei prächtig, unterstützt von Medien, für die jede Spur eines Anschlags erhöhte Auflagen bedeutet. Am 28. Mai 2008 beispielsweise zeigt „The London Paper“, die in hoher Auflage verbreitete Gratiszeitung der Londoner U-Bahn, halbseitig eine Computer-Animation, die angeblich auf einem al-Qaida nahe stehenden Internetforum gefunden wurde. Das Bild zeigt eine dramatisch grau-grün getönte Szene von Washington DC nach einem Atombombenangriff durch al-Qaida.
Hätte der Grafiker nicht einen Teil der Kuppel des White House stehen gelassen, man hätte denken können, es sei ein nachkoloriertes Bild von Hiroshima. Den ganzen Tag lang sieht man bei jeder Fahrt in der gepresst vollen U-Bahn Hunderte von Mitreisenden, die sich das strategisch gut auf der Rückseite der Zeitung platzierte Bild vors Gesicht halten. Der Zeichner hätte sich den Effekt seiner kleinen grafischen Spielerei nicht besser wünschen können. Auf dem Internet-Forum mögen das Bild einige Hundert Fanatiker angeschaut haben. Jetzt kennen es Millionen und fühlen: jeder Preis ist recht, um das zu verhindern.
Dass aufmerksame Blogger von [extern] watchingwashington.blogspot.com einige Wochen später feststellen, dass der Lieferant des Bildes, die SITE Intelligence Group, entweder auf einen Hoax reingefallen ist oder absichtlich ein falsches Foto lanciert hat, ist keine Meldung mehr wert: die Animation stammt nun tatsächlich überhaupt nicht von Terroristen, sondern aus dem Spiel [extern] Fallout 3, die ihr Programm mit dem Satz „Amerikas erste Wahl für Simulationen von Atomwaffenanschlägen“ bewerben. Aber solche Erkenntnisse sind politisch eben uninteressant in einer aufgeheizten Atmosphäre von Angst und Heimatsicherheit.
Insofern ist die Animation niemandem hilfreicher als dem westlichen Regime, unter dessen Pressefreiheit sie erscheint. Sie ist die beste Begründung für jede Form der Einschränkung von Rechten, die wertvollste Legitimation aller Kosten von Aufrüstung. Die der medialen Präsentation des Bildes immanente Verzeichnung von Verhältnissen, die Vernachlässigung, ja Umkehrung von Ursache und Wirkung ist ganz jenseits einer unerlässlichen, sicher aber noch zu führenden Debatte über religiösen Fanatismus und Terror der Anfang einer nachhaltigen Verformung unserer Gesellschaft. Was die Verformung bewirkt, schleicht sich ein als Rettung und Hilfe. Alle dazu zählenden Maßnahmen etablieren sich allmählich fest in unserem Bewusstsein davon, was wir für wichtig und unverzichtbar halten. Und wenn wir uns eines Tages in der verformten Welt nicht mehr zurecht finden oder unwohl fühlen, ist alles bereits lange geschehen, parlamentarisch abgesegnet und gesetzlich fixiert, mit anderen Worten: unumkehrbar geworden.
In London, wo seit den Anschlägen die U-Bahn zum Ort traumatischer Kollektiverlebnisse geworden ist, gehen all diese Neuerungen früher und einfacher durch, als an Orten, die noch in der Unschuld einer Welt leben, die nicht um die Achse des Bösen rotiert.
Die ubiqitären Videokameras in britischen Bussen, Bahnen und auf Plätzen werden daher nicht als Einschränkung der Freiheit begriffen, sondern vielmehr als deren Garant. Und das, obwohl sie nachweislich quantitativ nicht die Kriminalitäts-, sondern nur die Aufklärungsrate verbessert, sowie die räumliche Zuordnung von Verbrechen verschoben haben. Die aus der Kriminologie schon lange bekannte Differenz zwischen Sicherheit und Sicherheitsgefühl mag deswegen eher der Grund dafür sein, das Modell London zum Vorbild zu nehmen. Für den Sommer 2008 schreibt die Stadt Mexiko City den größten bekannten Auftrag in Sachen Videoüberwachung aus, der je von einer Regierung auf einen Schlag vergeben wurde. 350.000 Kameras sollen in ein CCTV-Netzwerk integriert werden. Das ist so viel Hardware, dass weltweit nur drei Firmen mit bieten können. Wenn das Schule macht, muss der Markt der Sicherheitsanbieter noch neue Kapazitäten kreieren.
Der politisch engagierte „street art“-Künstler Banksy hat sich seit vielen Jahren immer wieder mit dem Phänomen der „surveillance“, seinen gesellschaftsverändernden Auswirkungen befasst. Einmal hat er nachts künstliche Krähen auf einem Mast mit Videokameras montiert. Einige Nachbarn rund um den Ort der Aktion waren überzeugt, das sei im Auftrag der Regierung geschehen. Denn im Viertel habe man sich schon so an die Präsenz der Kameras gewöhnt, dass niemand mehr hoch schaut. Nun könnten die ungewohnten Krähen dazu verführen, wieder das eigene Gesicht direkt in die Kamera zu halten.
Banksys vielleicht bekannteste Arbeit zum Thema Überwachung ist ein Schriftzug, mit einer Schablone auf eine riesige nackte Wand gesprüht, auf die scheinbar sinnlos eine einsame Kamera blickt. Der Text lautet: „Was beobachtest du?“ Die wahrscheinlichste Antwort ist autoreferentiell: „Den steigenden Umsatz.“ Die Besorgnis erregendste jedoch wäre: „...wie ihr euch verändert.“
Personensuchmaschinen - eine zweifelhafte Neuerung
Mittwoch, den 18. März 2009 um 12:23 Uhr von Thilo Pfennig von Readers Edition
2006 wurde spock.com gegründet, als eine Personensuchmaschine, die mittlerweile über 250 Millionen Menschen in ihrer Datenbank enthält. Neben vielen anderen Gründungen fallen im deutschsprachigen Raum yasni.de (2007) und 123people.de (2008) besonders auf.
Personensuchmaschinen durchsuchen das Web speziell nach Personen. Dabei durchsuchen sie zum Beispiel Photocommunities, Social Networks von Myspace bis LinkedIn, die Wikipedia, Youtube, Telefonbücher, aber auch Suchmaschinen wie Google oder Yahoo. Dabei beschränken sich diese Suchmaschinen allerdings nicht auf berühmte Persönlichkeiten - auch wird nicht nur eine einfache Suchfunktion angeboten. Suchergebnisse werden zwischengespeichert und tauchen dann in Websuchmaschinen als eigene Seiten auf. (Vorsicht!) Wer jetzt seinen eigenen Namen sucht, frischt dabei die Suchergebnisse wieder auf.
Kündigung nur bei Mitgliedschaft
Die Aufnahmen in so eine Suchmaschinen geht sehr schnell und ohne das man gefragt wird. Das Entfernen ist schon schwieriger. Ich habe es selbst mit einer Bitte versucht aus ihrem Index entfernt zu werden. hier die gekürzte Antwort von 123people.de:
Sehr geehrter Herr Pfennig,
123people ist eine Personensuchmaschine, die Ihnen die zum Zeitpunkt der Anfrage im Internet frei zugänglichen, öffentlichen Informationen sowie explizit für Suchmaschinen auffindbar markierte Social Network Profile zur gesuchten Person liefert.
[…]
Es liegt leider nicht in unserem Einflussbereich, Daten aus anderen Quellen zu ändern oder zu löschen.
Durch 123people wird es Ihnen jedoch ermöglicht, die zu Ihrem Namen auffindbaren, öffentlichen Informationen im Internet zu finden, sich ungewollt veröffentlichter Daten bewusst zu werden und ist somit der erste Schritt, Ihre im Internet öffentlich verfügbaren Daten zu kontrollieren.
[…]
.
123people unterstützt Sie somit beim Schutz Ihrer Daten!
Und hier von yasni.de:
Guten Tag,
ein Löschung von Suchergebnissen ist uns leider nicht
möglich, auch nicht für angemeldete User. yasni ist eine Suchmaschine.Solange Ihre Daten frei zugänglich im
Internet stehen, werden sie von Suchmaschinen auch gefunden.
Sollten Sie nicht wünschen, dass bestimmte Links gefunden
werden, setzen Sie sich bitte mit der Ursprungsquelle in
Verbindung. Die jeweiligen Site-Inhaber können Sie anhand der
Links feststellen.
Interessant finde ich hierbei die Argumentation, dass es angeblich eine Hilfestellung zum Schutz meiner Daten ist, wenn jemand eine Software entwickelt, die systematisch Daten zusammenklaubt und diese für jederman zugänglich als eigene Seite abspeichert. Fraglich auch, ob die Inhalte, die ich anderswo hinterlegt habe beliebig auf andere Seiten kopiert und genutzt werden dürfen.
Unerwünschte Hilfe?
Positiv formuliert bedeuten solche Suchmaschinen, dass man seinen “guten Namen im Netz aktiv managt und schützt…” Dabei setzen diese Firmen auf das Prinzip der erzwungenen Mitgliedschaft. Die Persönlichkeitsprofile, die sie automatisch erstellen kann man nur beeinflussen, wenn man sich registriert. Das ist also ungefähr so, als wenn man mit seiner Nummer immer im Telefonbuch stehen würde - und man nur wenn man bezahlt entfernt würde. Also eine Umkehrung normaler Geschäftsbeziehungen. Jeder Mensch auf der Welt ist somit Kunde von yasni - außer er wird Mitglied - dann darf er oder sie ein wenig mitmanipulieren.
Problematische Aspekte
Dabei sind mögliche Nebenwirkungen erheblich. Bei Namensgleichheit besteht die Gefahr, das Menschen das falsche Profil für das Richtige halten. Die Seiten erwecken eben den Eindruck, dass sie erstellt wurden und eben keine zufälligen Suchergebnisse sind, wie etwa bei Google oder Yahoo. Bei Google oder Yahoo ist man auch zumeist bereit unerwünschte Suchergebnisse zu löschen (via robots.txt u.a.). Dies ist in diesem Falle explizit nicht möglich. Dies ist auch das Gegenteil von Informationeller Selbstbestimmung, anders als diese Firmen gerne behaupten. Wie kann es auch meiner “Selbst”bestimmung entsprechen, wenn das, was ich will ignoriert wird? Zu spock.com war in der Wikipedia dazu auch dieser passende Kommentar zu lesen:
“You can’t remove your profile unless you sign up (and pay). This is another reason why the web is a disgrace. Why can’t this company go under.“
Wohin geht die Reise?
Der Ausblick in die Zukunft lässt vermuten, dass die Ignoranz der neuen Webfirmen noch wachsen wird und mehr und mehr jedes Krümelchen an Informationen ausgenutzt wird, für die eigenen Verwertungsinteressen - und zwar ohne dabei die Betroffenen mitverdienen zu lassen. Bleibt zu hoffen, das sich Datenschützer endlich einig werden bei der Beurteiligung und diese große Gefahr für unsere Privatsphäre schnell beseitigt wird.
Wenn in Zukunft dadurch, dass alle Geräte irgendeine Kennung senden und alles mit allem kommuniziert (z.B. durch RFID-Technologie) jeder Mensch, der sich in der Straße bewegt identifizierbar wird - und umgekehrt die Rückauflösung dessen, wer oder was jemand ist online passiert, dann werden wir immer und überall transparent für alle.
Die Digitale Wirtschaft möchte das Thema “Digitale Aura” vorantreiben, bei dem sich insbesondere die Firma Siemens besonders ins Zeug legt. Dabei geht es darum, dass nicht unbedingt die Identität eines Menschen sichtbar ist, immerhin aber sein Status - so dass ein Kaufhaus weiß, ob sie einen Kunden ansprechen will oder eher hinausbefördern.
Mögliche Gegenbewegung
Als Gegenbewegung wird es vermutlich zu einem stärkeren Rückzug in kleinere Communities kommen, die voneinander abgeschottet sind. Die Menschen werden vermutlich eher verschiedenste, voneinander unabhängige Identitäten pflegen, so dass vielleicht am Ende sogar das Ergebnis steht, dass man einen Menschen überhaupt nicht mehr identifizieren kann - und zwar weil eine Nichtidentifizierbarkeit die einzige Möglichkeit sein wird, sich im Digitalen Zeitalter einigermaßen frei bewegen zu können. Vielleicht sind die Personensuchmaschinen-Firmen auch nur die Vorläufer von Firmen, die anbieten, das Web von unseren Identitäten zu bereinigen. Selbstverständlich erscheinen diese Firmen heute eher als eine Art Schutzgelderpresser, weil sie selber das Tun, wovor sie vorgeben uns schützen zu wollen.
Die “allgegenwärtigen Computer” bzw. Pervasive Computing stehen unmittelbar vor der Tür. Diese beinhalten zwar auch Chancen, aber auch und besonders eine Menge Risiken. Menschen nutzen heute Handys jeden Tag und an jedem Ort. Je mehr diese aber in Kommunikation treten mit weiteren Anwendungen, desto mehr fangen diese Geräte Informationen über das auf, was wir tun und wer wir sind. Das Bewusstsein der meisten Bürger ist dabei noch nicht den heutigen Verhältnissen nachgekommen. Wir befinden uns noch in einer Phase, bei der Menschen entweder die ersten positiven Erfahrungen mit digitaler Technologie (Handys, Email, Chat,…) machen, oder sie es sich gerade angewöhnt haben, diese Technologien selbstverständlich zu benutzen. Eine Verschlüsselung wird oftmals kaum genutzt oder ist, wie bei Handys, nur mit sehr teuren Geräten oder mit einem höheren Aufwand möglich. Selbst die Bundeskanzlerin nutzt Handy und SMS wie man hört sehr viel - auch wenn das bedeutet, dass diese Kommunikation dauerhaft abgehört werden kann. Die Naivität betrifft also nicht nur die Bürger, sondern durchzieht die ganze Politik. Oft wird Überwachung und Kontrolle auch mehr als Schutzmechanismus angesehen, denn als Bedrohung. Für die realen Wirkung interessieren sich dabei immer noch viel zu wenige.
Fazit
Die Privatsphäre muss aber auch dann gewährleistet sein, wenn wir dafür keine Firmen beauftragen. Es kann nicht sein, dass das, was früher selbstverständlich war nun zu einem hochbezahlten Gut wird.
KITAs planen Scanning der Fingerabdrücke der Eltern
24.11.2008
Für 17 evangelische Kindertagesstätten in Berlin-Mitte gibt es Überlegungen, aus Sicherheitsgründen künftig die Fingerabdrücke der Eltern zu scannen. Das sagte die Geschäftsführerin der Kitas, Kathrin Janert, am Montag der RBB-Welle RadioBerlin.
Bei dem Pilotprojekt sollen Erziehungsberechtigte ihre Fingerabdrücke von einem Gerät auslesen lassen, wenn sie die Kinder in die Kita bringen und von dort abholen. Ziel sei es zu verhindern, dass Unbefugte die Kinder abholen. Janert betonte, die geplante dreimonatige Testphase werde erst nach eingehender Rücksprache mit den Eltern und nur mit deren Zustimmung begonnen. Gerade in Bezug auf den Datenschutz müssten einige Fragen geklärt werden, etwa was mit den gewonnenen Daten gemacht werde. «Wir werden Anfang Dezember eine große Versammlung für die Eltern machen, wo wir genau all diese Fragen ausdiskutieren», unterstricht die Geschäftsführerin. Es solle mit den Eltern zusammen ein Weg gesucht werden, «der am Ende für alle gut ist».
Das Projekt wurde vorläufig gestoppt!
Laut einem heute, in Welt Online, veröffentlichtem Artikel hat der Datenschutzbeauftragte der evangelischen Kirche in Berlin den Fingerabdruck-Scan für die Kindertagesstätten in Berlin vorerst gestoppt. Die Eltern zweier Kinder hatten sich mit ihrem Protest gegen die Datenerfassung in der Kita an die Öffentlichkeit gewandt. Am morgigen Mittwoch will sich der Beauftragte in der KiTa "Zion" ein Bild vom bereits installierten Gerät machen.
"Detlef Rückert: "Es sei zu hinterfragen, ob die Kita tatsächlich die große Verantwortung für die Sicherheit der gespeicherten Daten tragen könne. Fraglich sei auch, ob das Projekt überhaupt den gewünschten Erfolg bringe. Schließlich könnten die Eltern auch die Kinder abholen, ohne den Scanner zu betätigen."
"Der Vorsitzende des Landeselternausschusses Kita, Burkhard Entrup, findet die geplante Maßnahme überzogen. Die biometrische Datenerfassung habe in einer Kita nichts zu suchen, sagt Entrup. "Ich halte es für wichtig, dass die Erzieher die Eltern kennen", sagt er.
Auf der Suche nach Kriminellen durchforstet die internationale Polizeiorganisation Interpol im Internet verstärkt soziale Netzwerke wie Facebook oder auch die Videoplattform YouTube.
Selbst Dienste, bei denen private Fotos anderen Internet-Nutzern zugänglich gemacht würden, seien für die Fahndungsbehörden interessant, erklärten Delegierte zum Auftakt einer Interpol- Konferenz in Johannesburg. «Soziale Netzwerke verändern die Art des Umgangs der Menschen miteinander, was auch den Ermittlern viele Möglichkeiten eröffnet.
Es gibt keinen Grund, warum Ermittler nicht aus der gleichen Quelle schöpfen sollten», sagte Interpol-Generalsekretär Ronald Noble nach Angaben der südafrikanischen Zeitung «Business Day» (Mittwoch). Zurzeit stünden 15 000 Menschen auf der Interpol-Fahndungsliste.
Seit Jahresbeginn seien 600 steckbrieflich gesuchte Kriminelle - vom Kriegsverbrecher über den Betrüger bis zum Kinderschänder - dingfest gemacht worden. An der am Dienstag eröffneten dreitägigen Konferenz nehmen 170 Polizei-Delegationen aus 70 Ländern teil. Die Konferenz findet vor dem Hintergrund der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika statt. Interpol hat dem Kap-Staat dabei weitreichende Kooperation in Aussicht gestellt. (dpa)
Jetzt auch Videoüberwachung in nichtöffentlichen Räumen
Von Martin Bechert
Ein großer Teil des öffentlichen Raums wird bereits videoüberwacht. Für Beschäftigte, die etwa im Kassen- oder Schalterdienst arbeiten, ist die ständige Überwachung am Arbeitsplatz dadurch bereits flächendeckend Realität.
Nach einem neueren Urteil des Bundesarbeitsgerichts ist eine Ausweitung der Videoüberwachung auch in nichtöffentlichen Arbeitsbereichen zu erwarten. Außerhalb öffentlich zugänglicher Flächen taten sich die Arbeitgeber bislang schwer damit, die Notwendigkeit der Aufstellung einer stationären Anlage zur Videoüberwachung zu begründen. Seit Jahren machte die Unternehmerlobby deshalb Stimmung wegen angeblich grassierender Mitarbeiterkriminalität. Der angeführte wirtschaftliche bzw. volkswirtschaftliche Schaden durch die Untaten der Lohnabhängigen wuchs von Studie zu Studie.
Parallel dazu schufen manche Unternehmen, wie etwa Lidl, Fakten durch heimliche Videoüberwachung. In seinem Urteil (1 ARB 16/07) vom 28. August 2008 läßt das Bundesarbeitsgericht nunmehr den Betrieb einer fest installierten Videoanlage auch im nichtöffentlichen Raum zu. Diese Anlage soll zwar nur bei konkretem Verdacht einer strafbaren Handlung und nach vorheriger Information des Betriebsrates im Aufzeichnungsmodus betrieben werden. Es ist aber nicht vorgesehen, daß die Beschäftigten über die Maßnahme informiert werden auch nicht im Nachhinein. Vom einzelnen Arbeitnehmer ist auch sonst nicht feststellbar, ob sich die Anlage im Betrieb befindet oder befand. Der so überwachte Beschäftigte wird sich stets verhalten, als wäre die Anlage in Funktion gesetzt.
Für den Arbeitnehmer ist zudem keine Kontrolle über die von ihm gefertigten Bilder möglich, da er in Unkenntnis über die eventuelle Aufzeichnung von Bildern gelassen wird. Außerdem wurden durch das Gericht die vom Betriebsrat angeführten Möglichkeiten der Tor- und Taschenkontrollen und des reinen Fernsehmonitoring unter Hinweis auf die Effektivität verworfen, weil insbesondere das Geld als potentielles Diebesgut nicht als solches erkennbar sei. Auch die Möglichkeit der heimlichen Videoüberwachung einzelner Beschäftigter im jeweiligen Verdachtsfall führte nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts nicht zur Unwirksamkeit der betrieblichen Regelung.
Martin Bechert ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin
Sandra hat seit längerem endlich wieder einen bezahlten Auftrag. Sie soll für den "Interessenverband RFID" (Radio Frequency Identification) einen Werbefilm für die neue Micro-Chip-Technologie herstellen. Der Film soll einen Kongress in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eröffnen, an dem hochrangige Politiker und viele Journalisten teilnehmen werden. Nur wenige Wochen nach der Veranstaltung werden im Bundestag und vor der EU-Kommission wichtige Beschlüsse zum Thema RFID vorgelegt werden - die Veranstaltung ist also dazu gedacht, die Politiker von der neuen Technologie zu überzeugen. Nicht zuletzt geht es um einen Milliardenauftrag für die Hersteller und jede Menge Arbeitsplätze, wenn der Chip nicht nur in den Reisepass, sondern auch in den Personalausweis integriert werden wird. "Auf Nummer sicher?" arbeitet neben der skizzierten Spielfilmhandlung ebenfalls mit Experten-Interviews, echtem Dokumentarmaterial und einer Mischform aus dokumentarischen Aufnahmen, in denen fiktive Figuren auftauchen und findet so eine formal äußerst spannende und zeitgemäße filmische Mischform.
Die Lösung gegen die Sammelwut -Scroogle Google ohne Datensammlung
Wie bereits bekannt sein sollte, sammelt Google reichlich Daten. Eines dieser Datensammlungen ist das "Webprotokoll" der Google Suche. In ihr werden alle Suchanfragen des Benutzers gespeichert, der über einen Google Account verfügt, denn dieses Webprotokoll ist per default angeschaltet. Man kann dieses Webprotokoll ausschalten, und zwar in der Suche oben rechts im Link "Webprotokoll". Auf der neuen Seite kann man dann links entweder "Pausieren" oder die "Elemente entfernen", was beides die selbe Wirkung hat: Das Webprotokoll wird (laut Google) angehalten. Was einen dabei stutzig macht ist, dass sich auf diese Weise das Webprotokoll zwar nicht mehr füllt, aber immer noch die Links auf der Suchresultat Seite nicht direkt aufgerufen werden, sondern indirekt über einen Google internen Link. Man kann sich des Verdachtes nicht erwehren, dass die Sucheingaben zwar dem User nun nicht mehr angezeigt werden, aber durchaus weiterhin von Google für interne Zwecke protokolliert werden. Vor allem könnte weiterhin protokolliert werden, welche Seiten im Suchresultat den Benutzer dann wirklich interessiert haben. So entsteht ein perfektes Profil des Benutzers, für das Werbetreibende sicherlich gerne einiges zahlen würden. Erschwerend bzw. als schlechter Stil kommt hinzu, dass Google dieses Vorgehen auch noch verschleihert: In der Statuszeile des Browsers wird dieser indirekte Aufruf verschwiegen, fährt man über den Link, so sieht es so aus, als ob es direkt zu dem Suchresultat gehen würde..
Verwendet zu Eurer eigenen Sicherheit ab sofort Scroogle mit SSL-Verschlüsselung!
Google - Der Feind im eigenen Computer
Googeln statt denken lautete die Frage beim Linzer Campus-Gespräch an der Kepler Universität diese Woche.
Antworten gab Hermann Maurer, Professor für Informatik an der TU Graz.
Antworten, die es in sich haben.
OÖN: Sie übertitelten Ihren Vortrag mit Google - Freund oder Feind? Tendieren Sie zu Letzterem?
Maurer: Würde man die Menschen fragen, was sie ohne Google machen würden, wäre die Antwort von drei Viertel der Leute, sie wären verzweifelt. Sicherlich ist die Suchmaschine Google etwas sehr nützliches und einigermaßen objektiv und funktioniert auch gut. Andererseits ist jede Firma, die sehr intensiv versucht möglichst viel aus allen möglichen Internetquellen abzulesen, gefährlich. Google ist besonders gefährlich, weil sie eine derartig beherrschende Machtstellung besitzt. Würde Google nur die Suchmaschine betreiben und nur dort ein Fast-Monopol haben, wäre das zwar nicht angenehm, aber noch zu verdauen. Was nicht mehr geht, ist, dass diese Firma weltweit mehr als 80 Firmen betreibt, von denen man oft nicht einmal weiß, dass sie Google gehören.
OÖN: Weiß man, was Google in diesen Firmen treibt?
Maurer: Fast alle Daten, die bei Google - etwa über Google-Mail oder Google-Docs - einlangen, werden durch automatische, recht intelligente Programme gescannt. Wenn dabei irgendwelche interessanten Worte vorkommen, wird das einem Analystenstab vorgelegt. Google ist ja sehr geschickt, ich bewundere sie. Sie bieten zum Beispiel Google Analytics an, das beste Statistik-Werkzeug, das man sich auf seinem Web-Server installieren kann. Im Kleingedruckten behält sich Google allerdings vor, gewisse Daten daraus zu verwenden.
OÖN: Google unterliegt keiner Kontrolle? Maurer: Richtig. Bei der nächsten Generalversammlung der Google-Aktionäre wird ein Antrag eingebracht, eine Menschenrechtskommission einzusetzen. Der wird von den Google-Gründern, die die Aktienmehrheit haben, abgelehnt werden. Ein weiterer Antrag, wonach Daten aus Diktaturen nicht abgespeichert werden sollen, wird ebenfalls abgelehnt werden. Für Google ist das Geschäft wichtiger geworden als gewisse moralische Bedenken. Googles Werbeslogan Do no evil ist inzwischen ein Witz geworden.
OÖN: Wie hält es Google mit der Moral?
Maurer: Man kann Google-Vertetern Fragen stellen, auf die sie keine Antwort haben. Die typische Frage lautet: Angenommen die Regierung X bietet Google fünf Millionen Dollar für die Dossiers von 100 Personen, die z. B. Oppositionelle sind. Was würde Google tun. Wenn Google öffentlich sagte, sie würden die Daten ihrer Kunden nicht hergeben, riskierten sie eine Klage von Aktionären. Denn als Aktiengesellschaft kann Google ein Angebot über fünf Millionen nicht ablehnen. Sagt Google aber, sie würde die Daten verkaufen, verlieren die Menschen das Vertrauen in die Firma.
OÖN: Was also tun?
Maurer: Man müsste Google zerschlagen. Die Suchmaschine müsste von den anderen Firmen getrennt werden. Auch einzeln wäre das ein gutes Geschäft, es würden weder die Aktionäre leiden noch die Besitzer, aber man hätte eine Schnittstelle, über die keine Daten ausgetauscht werden dürfen. Ein zweiter Schritt wäre, das Monopol von Google zu brechen. Eine Möglichkeit wäre, dass man verteilte Suchmaschinen aufbaut, Spezialsuchmaschinen für Spezialgebiete: eine für Maschinenbau, eine für Tourismus, Medizin oder Biografien berühmter Persönlichkeiten. Und jeder europäische Staat möge drei oder vier davon betreiben. Damit liege ich der EU-Kommission seit zwei Jahren in den Ohren.
OÖN: Offensichtlich mit keinem allzugroßen Erfolg ...
Maurer: Nein, stattdessen beginnt Google selbst, Spezialserver und -dienste zu entwickeln.
OÖN: Was muss passieren, um auf die Gefahr durch Google zu reagieren?
Maurer: Vor zwei Jahren war Google jedem nur ein Freund. Inzwischen gibt es schon eine ganze Reihe von kritischen Berichten in den Medien. Es gibt ein erstes Aufwachen, dass Google so ohne nicht ist. Das muss weiter gehen. Der zweite Ansatz ginge über die Schulen. Aber das Problem ist Lehrern zu wenig klar.
OÖN: In den Schulen und Universitäten geht es vorrangig um Plagiatsbekämpfung, oder?
Maurer: Wenn heute ein Lehrer eine Aufgabe stellt wie Analysiere die Rolle von Hamlet, geht jeder vernünftige Schüle auf www.hausaufgaben.de, holt sich einen schönen Aufsatz und kriegt ein sehr gut dafür. Mehrsprachige holen sich den Aufsatz zum Beispiel aus dem Italienischen und über setzen ihn. Ähnliches erleben wir auf den Unis.
OÖN: Wie bekämpft man das?
Maurer: Es gibt Plagiatssuchprogramme, aber eines der großen Probleme der dabei ist, dass die in bezahlte Datenbanken nicht hineinkommen oder kleinteiliges Copy-Paste nicht finden. Schüler, die auf diese Weise Sachen zusammenstopeln, verstehen ihre eigenen Arbeiten oft nicht mehr.
OÖN: War das nicht früher auch so, dass abgeschrieben wurde, aus Büchern halt. Hat sich das Abschreibesystem nicht einfach nur beschleunigt?
Maurer: Es hat sich beschleunigt und verstärkt. Schätzungen sprechen von einer Verdoppelung bis zur Versechsfachung der Plagiatsfälle. Auf der anderen Seite haben wir neue Werkzeuge zum Aufspüren, von denen die allermeisten Lehrer noch nichts gehört haben. Zum Beispiel die Stilometrie. Das sind Programme, die schauen, ob sich in einer Arbeit der Schreibstil ändert.
OÖN: Wie haben sich Studierende in Zeiten der Copy-Paste-Arbeiten verändert? Was lernen sie nicht mehr?
Maurer: Man gewöhnt sich daran, nur noch Häppchen zu lesen, wie es im Blogging üblich ist. Große Zusammenhängende Stücke werden nicht mehr gelesen und verstandenen. Ich behaupte, dass heute viel weniger Studenten Kierkegaard verstehen können, als zu meiner Zeit. Wir hatten damals relativ komplexe Sachen zu lesen gehabt, das wird heute nicht mehr akzeptiert.
OÖN: Googles Forschungschef fordert, das Erziehungssystem müsse sich auf die geänderten Bedingungen einstellen...
Maurer: Dem kann man nichts entgegen halten. Das Erziehungssystem muss sich ändern ,nicht wegen Google, sondern wegen anderer Sachen. Das Internet ist mit und ohne Google eine gewisse Gefahr, weil wir immer mehr externalisieren. Wir lagern immer mehr aus dem Kopf aus. Statt uns eine Telefonnummer zu merken, speichern wir sie im Handy. In zehn Jahren wird auf einem Handy zehn Terrabyte Speicher drauf sein. Informationen, die man häufig braucht, hat man lokal und alles andere über schnelle Internet-Verbindungen. Es fragt sich: Werden meine Enkelkinder noch alle Blumen in den Alpen lernen? Dagegen muss man arbeiten. Vielleicht geht das soweit, dass wir eines Tages Fitnessstudios fürs Hirn brauchen. Die Elektronik birgt in sich die Gefahr, dass wir immer enger in Symbiose mit einem Gerät leben. Wenn das einmal ausfällt - gnade uns Gott.
OÖN: Zurück zum Erziehungssystem. Was sollte daran geändert werden? Maurer: Man sollte zum Beispiel aufhören, Handschrift zu unterrichten. Sechsjährigen eine flüssige Schrift beizubringen ist überflüssig. Wenn Schüler aus der Schule kommen, benutzen sie Tastatur, Maus, Spracheingabe oder vielleicht noch einen Zettel, auf den sie in Großbuchstaben Ich bin im Kino schreiben.
OÖN: Wo bleibt dann die Ausbildung der Feinmotorik?
Maurer: Die Hand-Augen-Koordination und die Feinmotorik, die durch das Schreiben gefördert wird, brauchen wir. Deshalb fordere ich endlich auf, dass wir ein paar kognitive Psychologen forschen lassen, ob nicht vielleicht Jonglieren mit drei Bällen die Feinmotorik noch stärker fördert als Schreiben. Wir müssen acht geben, dass wir nicht Sachen aus der Vergangenheit übernehmen, weil sie immer gemacht worden sind. Anderes Beispiel: In der Mittelschule haben wir Dreieckskonstruktionen gelernt. Welch fade und unsinnige Geschichte. Ich brauche das nie, fast kein Mensch hat das nach der Schule gebraucht. Man sollte das streichen und er setzen durch eine Stunde Schachspiel. Das logische Denken ist wichtig, man sollte es nicht den Computern überlassen. Aber muss man das mit so etwas Fadem machen wie Dreieckskonstruktionen, kann man das nicht mit Schach, Bridge oder Go auch tun?
OÖN: Die Technik ändert sich derart rasant, dass lebenslanges Lernen immer wichtiger wird.
Maurer: Wir sollten die Matura mit 14 Jahren machen und den Lernstoff entsprechend zusammenkürzen. Warum soll ein Kind geschichtliche oder geografische Daten bis zum Geht-nicht-mehr auswendig lernen, wenn wir das ohnehin externalisieren. Das Kind muss so viel in Geografie lernen, dass es weiß, was Polen ist. Die Studenten wären viel früher fertig und könnten früher arbeiten. Anschließend sollte man einen verpflichtenden, auch bezahlten Unterricht von drei Wochen pro Jahr einführen bis zum 70. Lebensjahr. Da könnte man Sachen unterrichten, die aktuell sind. Was hat es für einen Sinn, wenn wir heute einen Zehnjährigen etwas über Computer beibringen. Wenn der mit 18 Jahren maturiert, hat sich die Computerwelt so dramatisch verändert, dass das, was er gelernt habt, fast für die Katze ist.
OÖN: Zurück zu Google: Welchen Gefahren sehen Sie konkret auf uns zukommen?
Maurer: Die erste Gefahr ist, dass Google Dossiers sammelt über Personen, Istitutionen und Firmen mit dem berechtigten Argument, dass sie ein Profil von einer Person brauchen, um sie gut bedienen zu können. Wenn sich der Herr Maurer ein Hotel aussucht, dann wollen die wissen, ob der Vegetarier oder Nichtraucher ist und ein Hotel mit vegetarischem Nichtraucher-Restaurant will. Die Tatsache, dass man Profile von Personen aufbaut ist sehr wichtig auch für den Benutzer. Ich bin aber dagegen, dass die Profile bei den Suchmaschinen liegen. Ein Vorschlag wäre, dass Abfragen über Gateways gehen, und man in jedem Land drei oder vier solcher Gateways hat.
OÖN: Was wäre deren Funktion?
Maurer: Das Gateway baut das Profil von mir auf. Es lernt über mich. Wenn ich aber eine Anfrage an Google oder ein Hotelreservierungssystem stelle, wird die Anfrage mit Profil aber ohne Namen weitergeleitet. Das Schöne daran wäre, dass diese Gateways dem österreichischen Datenschutz unterliegen würden. Das wäre ein wesentlicher Schritt vorwärts, der niemandem weh tun würde.
OÖN: Die Datenschatzkammer von Google wäre weniger wert.
Maurer: Ich nenne Google immer die größte Detektivagentur, die wir je gehabt haben. Dazu kommt, dass uns Google durch das Ranking von Anzeigen und Suchenergebnissen beeinflusst. Google bestreitet das zwar, aber wenn ich als Fabrikant Digitalkameras erzeugen würde, würde ich sofort mit Google verhandeln, wie viel ich zahlen muss, damit meine Firma an erster Stelle auftaucht. Ich bin sicher, dass das Firmen tun, nur sie dürfen es nicht zugeben. Mir tun die Chefs von Google geradezu leid. Sie sitzen auf einer Schatztruhe, sie können die aber nicht richtig nutzen. Würden die das tun, würden die Kunden das Vertrauen in das Angebot verlieren. Google weiß mehr über die Zukunft als das Orakel von Delphi je gewusst hat. Die wissen zu 99 Prozent, wo in Amerika die Grundstückspreise steigen oder fallen, wie sich der Kupferpreis einwickelt usw. Wenn ich so etwas weiß, kaufe ich sofort Grundstücke oder Aktien, ich spekuliere. Ich bin sicher, dass das Google tut, aber unheimlich vorsichtig dabei sein muss. Denn wenn sie es zu offensichtlich machen, ruinieren sie den Markt. In der Spieltheorie heißt es: Sobald einer der Spieler zu viele Informationen hat, ist das Spiel zu Ende. Google hat zuviel Informationen, verwendet sie aber nicht aus Egoismus. Würde Google ihre Informationen ein setzen, brächen die Börsen zusammen. Das will Google nicht, weil der Wert von Google in deren Aktien liegt. Ich beneide die Führung von Google nicht ob der Gratwanderung zwischen dem, was sie könnten und dem, was sie vernünftigerweise machen, um ihren guten Ruf nicht zu gefährden.
OÖN: Sie hatten ihren Erstkontakt mit Computern 1962. Wie haben denn Computer die Menschen in der westlichen Welt seither verändert?
Maurer: Ich glaube, dass Fernsehen die Menschen mehr verändert hat als die Computer. Die wirkliche Auswirkung liegt in der Kommunikation. Es gäbe keine Globalisierung, würde es globale Computer- und Kommunikationsnetzwerke nicht geben. Das macht uns verletzlich. Wir werden demnächst nur noch über IP telefonieren. Wenn einmal das IP-Netzwerk zusammenbricht, werden wir schön dastehen.
OÖN: Wie weit ist der Big Brother noch von uns entfernt?
Maurer: Wir sitzen sehr knapp beim Big Brother. Die USA sind die herrschende Militärmacht der Welt. Durch Google werden sie die herrschende Informationsmacht. Und der US-Staat unterstützt Google. Ich verstehe nicht, dass Europa da nichts tut. Google hat so viel Macht wie noch nie jemand in unserer Branche.
OÖN: Heißt es nicht schon hinter vorgehaltener Hand, der Maurer sei schon ein bisschen paranoid? Maurer: Ich habe schon so viel gegen Google geschrieben, dass ich langsam als Don Quichote gelte. Ich bin in der EU schon ein Grenzfall hinsichtlich Querulanz. Deshalb werde ich mich zurücknehmen. Ich habe das gemacht, was ich als Professor tun musste.
Google hat einen Coup gelandet: den revolutionären Blick in unsere Zukunft. Hans Günther Gassen, Genforscher an der TU Darmstadt, erklärt es so: "Stellen Sie sich einfach vor, Sie sitzen beim Frühstück, Sie gucken in ihren Computer - und dann sagt ihnen Google neue wissenschaftliche Erkenntnisse, etwa: 'Ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, ist um 50 Prozent gestiegen.' Das wird ihnen gründlich das Frühstück verderben."
Für das Kooperationsprojekt "23andMe" zwischen Google und einer Biotec-Firma muss man seine Spucke und 900 Dollar hergeben. Dann erfährt man, welche genetische Disposition man für 17 verschiedene Krankheiten geerbt hat. Doch welchen Vorteil hat man davon, wenn man weiß, welche Krankheiten einem zum Beispiel die Großmutter väterlicherseits vererbt haben könnte? Welche Ängste durchlebt man, wenn die Wahrscheinlichkeit an einer heute noch unheilbaren Krankheit wie Alzheimer sehr hoch ist?
Da ist guter Rat teuer.
Nur Spucke oder ein paar Tropfen Blut Vorbei sind die Zeiten, als man für einen Blick in die eigene Zukunft nur eine Wahrsagerin aufsuchen, sich die Karten legen, das Pendel befragen, oder sich aus der Hand lesen lassen konnte. Das Orakel des 21. Jahrhunderts ist Spucke, ein paar Tropfen Blut - oder ein Schleimhautabstrich. Eine Gensequenzierung ist ein vollkommen unspektakuläres Verfahren, das in Pipetten, und kleinen grauen Hightech-Kästen vor sich geht. Aber es sagt alles über uns, sogar, woher unsere Vorfahren einst stammten. "Nun müssen wir ja auch sehen, dass die Sequenzierung des Humangenoms und die Bestimmung von Erbfehlern enorm nützlich ist für die Medizin", sagt Hans Günther Gassen. "Ein einziger falscher Buchstabe kann bedeuten, dass sie ein sehr hohes Risiko haben, zum Beispiel an Brustkrebs zu erkranken. Gibt es die nötige Vorsorge, können sie sich anders verhalten und werden es sicher begrüssen, dass sie solch eine Risikoabschätzung bekommen.
Aber was ist in dem Fall, wenn es überhaupt keine Heilung gibt?
Das einzige, was sie von dieser neuen Information haben, ist, dass ihr Leben verunsichert wird, dass sie jetzt nur noch darüber nachdenken und von einem Arzt zum anderen rennen - und keiner kann ihnen helfen." Sollte man sich diese Verunsicherung nicht ersparen? Die Genanalyse würden nur zehn Prozent einer möglichen Erkrankung anzeigen. Das sei nur ein Teil der Geschichte, so Gassen. "Der andere Teil ist, dass die Institutionen, die für den kranken Menschen zahlen sollen, sich zunehmend Vorteile von diesen neuen Informationen verschaffen. Das heißt, sie müssen zuerst ihr Genom sequenzieren lassen. Dann werden wir feststellen, welche Veranlagung sie haben und danach werden wir feststellen, wie teuer ihre Police wird, und ob sie wirklich für die Allgemeinheit ein finanzielles Risiko darstellen." Ein falsches Gen entscheidet Wenn man nicht mehr nach dem Prinzip "mit einer Schrotflinte auf Krankheiten schießen muss, wie im Falle von Depressionen, sondern genangepasste Medikamente entwickeln kann, ist das wunderbar.
Doch Gen-Checks werden Begehrlichkeiten wecken, von denen wir heute noch nichts ahnen. Ein falsches Gen könnte darüber entscheiden, ob man Busfahrer oder Pilot werden oder vielleicht sogar, mit wem man Kinder haben darf. Ein Tor für staatliche Eingriffe im Interesse der Erbgesundheit zum Schutz der Allgemeinheit und des Einzelnen tut sich da auf. "Je moderner die Gesellschaften werden, um so wichtiger werden natürlich Techniken, die mir erlauben, Zugehörigkeiten zu bestimmen", erklärt Gassen. "Natürlich nicht mehr im alten Freund-Feind-Denken, aber zum Beispiel im Sinne von krank oder gesund, möglicher Straftäter oder guter Bürger, oder: darf einreisen in die Vereinigten Staaten, oder nicht.
Diese Diskriminierungsmerkmale, die im Sinne der charakterlichen Beurteilung nichts bedeuten, aber leichte Erkennungs- und Unterscheidungssysteme sind, die werden für moderne Staaten extrem wichtig." Bisher schien wichtig, um wieviele Prozent wir uns genetisch von unseren tierischen Vettern unterscheiden. In Zukunft kann uns diese Verwandtschaft zum Verhängnis werden.
Denn es ist unser Reptiliengehirn, das uns für Lust, Sucht und Rausch anfällig macht.
Wir werden einem unerhörten Selektionsdruck ausgesetzt sein, der uns möglicherweise zu Menschen erster und zweiter Klasse macht. "Der Staat, das müssen wir zugeben, ist in einem Dilemma", glaubt auch Hans Günther Gassen. "Er soll die Sicherheit, die Würde der Bürger garantieren, aber trifft er mit seinen vielen Verboten und Geboten, die oft vollkommen sinnentleert sind, nicht auch alle Bürger? Nimmt er also nicht gerade von den Bürgern das weg, was wir gerade im Moment ganz dringend bräuchten, nämlich die Eigenverantwortung? Tut der Staat nicht so, als würde er auf der einen Seite mit Genom-Analysen die Täter ermitteln und auf der anderen Seite Gut von Böse trennen?
Hier sind wir als Bürger gefragt - und zwar im doppelten Sinne.
Nämlich einmal, uns zu informieren, uns unsere eigene Meinung über die Dinge zu bilden, und zum anderen, Verantwortlichkeiten zu übernehmen, damit wir besonders in der Medizin das Gute der Genomsequenzierung nutzen können, aber nicht zu viele Daten und Fakten in die Hand des Staates legen." Noch gibt es kein Gesetz, das sich unseren Genen widmet. Und hoffentlich können wir dann unsere Gene, unser ureigenstes Orakel, unser letztes Königreich, noch verteidigen.
Die BigBrotherAwards Deutschland wurden ins Leben gerufen, um die öffentliche Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz zu fördern sie sollen missbräuchlichen Umgang mit Technik und Informationen zeigen.
Seit 1998 werden diese Preise in verschiedenen Ländern und seit dem Jahr 2000 auch in Deutschland an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen. Der Name ist George Orwells negativer Utopie "1984" entnommen, in der der Autor bereits Ende der vierziger Jahre seine Vision einer totalitären Überwachungsgesellschaft entwarf.
Die Preisskulptur, eine von einer Glasscheibe durchtrennte und mit Bleiband gefesselte Figur, wurde von Peter Sommer entworfen. Sie zeigt eine Passage aus Aldous Huxleys "Schöne Neue Welt".
Verleihung der BigBrotherAwards 2008
Deutschland 2008 ist Datenschutzland. So sieht es zumindest aus, wenn man die Nachrichten Revue passieren lässt. Da ist ein neues Datenschutzgesetz in Planung und die Deutsche Telekom, die Datenschleuder der Nation, installiert einen Datenschützer im Vorstand. Doch nach wie vor sind auch in Deutschland Datenkraken am Werk, werden Daten von Firmen wie Behörden gesammelt und missbraucht, verscherbelt und vergessen. Am Freitagabend erfolgte in Bielefeld die Verleihung der Big Brother Awards 2008 an die von einer Jury aus Menschenrechtlern, Computerexperten sowie Daten- und Verbraucherschützern ausgewählten Preisträger. Es ist eine vergnügliche Prozedur, die auch als Livestream verfolgt werden kann und nicht ohne Spannung ist: Nach etlichen Jahren ohne mutige Preisträger vor Ort hatte diesmal einer der Ausgezeichneten sein Erscheinen zugesagt wer dies sein würde, wurde vorab nicht verraten. Für eilige Leser mit TGIF-Verabredungen hier die prämierten Datenkraken im Einzelnen.
Die Deutsche Telekom hat zwar ihren Chefjustiziar Manfred Balz zum obersten Datenschützer ernannt und ihn mit einem Vorstandsposten mit der nötigen Macht ausgestattet, bei "Datenschutz und Compliance" durchgreifen zu können. Damit wurde just der Mann befördert, an den das Berliner Unternehmen Network Deutschland GmbH seine Rechnungen faxte für die Arbeit, in Telekom-Verbindungsdaten einen Hinweis darauf zu finden, wer Interna an Journalisten weitergeben haben mag. Für diese illegale Nutzung von Telefon-Verbindungsdaten, für die Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten, erhält die Telekom den Big Brother Award 2008 in den zusammengelegten Kategorien "Arbeitswelt und Kommunikation". Dass ausgerechnet ein Konzern, der dem Gesetz nach verpflichtet ist, das Telekommunikationsgeheimnis zu wahren, die eigenen Spitzelinteressen höher einschätzt, reicht nach Ansicht der Jury eigentlich schon aus, den begehrten Preis zu bekommen. Wenn nebenbei noch das Grundrecht der Pressefreiheit beschädigt werde, passe das in die menschenverachtende Denkweise des Konzerns, heißt es in der Begründung. Den Preis nahm der bisherige Konzernbeauftragte für den Datenschutz der Telekom, Claus Ulmer, persönlich entgegen.
Gleich zwei Big-Brother-Preise in der Kategorie "Verbraucher" machen deutlich, dass dieser im laufenden Jahr nichts zu lachen hatte. Stellvertretend für die Mitglieder des 16. Deutschen Bundestags erhält der Bundestagspräsident Norbert Lammert einen Preis für das Durchwinken von Gesetzen, die die Speicherung und Weitergabe von Reisedaten der Bundesbürger gestatten. Zu diesen Gesetzen gehört das Gesetz zur Änderung seeverkehrsrechtlicher, verkehrsrechtlicher und anderer Vorschriften mit Bezug zum Seerecht, mit dem die Reisedaten von 29 Millionen Passagieren zur Untersuchung auf terroristische Gefahren freigegeben wurden. Weitaus bekannter ist wohl die umstrittene Verabschiedung des Flugdaten-Abkommens, das demnächst nicht nur außereuropäische, sondern auch innereuropäische Flüge umfassen soll. Die Auszeichnung des gesamten Deutschen Bundestages verbindet die Jury mit einem Appell an die Abgeordneten, bei der Verabschiedung des nächsten Datensammelgesetzes nachzudenken und nicht leichtfertig die Hand zu heben.
Ein weiterer Verbraucher-Preis geht gleich an vier Verbände, den Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute, die Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftliche Institute, den Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher und an die Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung. All diese Verbände haben sich auf eine Richtlinie für telefonische Befragungen geeinigt, die den Datenschützern ein Dorn im Auge ist. Sie enthält nämlich die Empfehlung, Telefoninterviews bei Bedarf ohne Kenntnis der Gesprächspartner "zur Qualitätssicherung" heimlich mitzuhören, komplett mit der Empfehlung, die Beanstandungen von Datenschützern zu ignorieren. Der Preis an die versammelten Institute, die derartige Telefoninterviews durchführen, steht nach Ansicht der Jury in bester Tradition des Big Brother Awards 2007. Damals bekam Novartis Pharma den Preis für eine "vertrauliche" telefonische Befragung der Mitarbeiter zugesprochen, deren Ergebnisse im Personalbüro des Konzerns auftauchten. Stolzer Preisträger in der Kategorie "Politik" ist Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Der federführend von seinem Haus entwickelte elektronische Einkommensnachweis (ELENA), der ohne datenschutzrechtliche Fesseln verabschiedet wurde, bildet den Grundstock für eine neue Zentraldatei, die nach Auffassung der Jury unzureichend geschützt ist. Außerdem soll die mit ELENA verbundene Zwangseinführung der elektronischen Signatur nicht unproblematisch sein. Denn über den Datenabgleich von gehäuft anfallenden Zertifikats-Identifikationsnummern bei der Signatur könnten diese Nummern als Ordnungskriterium in Suchläufen verwendet werden.
Zur CeBIT 2008 verpasste sich Microsoft einen grünen Anstrich und stellte eine Kooperation mit Yello Strom vor. Der unter Windows CE laufende "Sparzähler" des Stromanbieters beeindruckte die Preisjury und sicherte dem Unternehmen den Preis in der Kategorie "Technik". Besonders beunruhigend sei dabei, dass Yello ein Mitglied in jener Digitalstrom-Allianz ist, die den Stromspar-Chip einführen will, der über eine Digitalstrom-ID die Identifizierung aller elektronischen Geräte in einer Wohnung ermögliche, so die Jury. Obwohl bislang noch kein Datenmissbrauch des Yello-Stromzählers bekannt geworden ist und bei der Technik noch kein Datenleck entdeckt wurde, sei das Gesamtsystem dennoch preiswürdig, weil es keine Möglichkeiten zur Überprüfung gebe, welche Informationen der Zähler weiterleitet. Die Geheimniskrämerei rund um den gelben Zähler mache aus der gesamten Technik eine Black Box zum Nachteil des einzelnen Verbrauchers. Die "Datenverarbeitung im Auftrag Dritter" ist in den vergangen Jahren immer wieder eine Quelle für besonders gelungene Big-Brother-Preise gewesen. In diesem Jahr punktet das Blaue Wunder von Hennigsdorf, die Firma Healthways.
Im Auftrag der Krankenkasse DAK kontaktiert sie Kranke mit Diabetes, Herzinsuffizienz und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung per Telefon, um sie an anstehende Termine im Rahmen einer DMP-Behandlung zu erinnern. Dieses Verfahren der Krankenbetreuung stammt aus Schweden und hat mittlerweile in den USA Karriere gemacht. All das wäre keines Datenkraken-Preises würdig, wäre da nicht der Verfahrensfehler der DAK, die an ihren Subunternehmer Healthways 200.000 Datensätze schickte, ohne ihre Versicherten zuvor darüber zu informieren und eine Einwilligung eingeholt zu haben. Für diese Variante des illegalen Handels mit Kundendaten bekommt die DAK nun ihren ganz persönlichen Big Brother Award in der Kategorie "Gesundheit und Soziales." Die Big Brother Awards sind nationale Auszeichnungen, die mittlerweile in vielen Ländern vergeben werden. Mitunter geraten so länderübergreifende Tendenzen ebenso aus dem Blickfeld wie lokale Datenverletzung. Anstelle der sonst sehr beliebten Kategorie "Regionales" wird diesmal in Bielefeld "Europa" geehrt. Ratspräsident Bernard Kouchner sowie der Generalsekretär Javier Solana erhalten stellvertretend für den gesamten Rat der Europäischen Union einen Big Brother Award für die Einrichtung und Aktualisierung der EU-Terrorliste. Wie mit dieser Terrorliste verfahren wird, sei skandalös und führe zu einer Art "ziviler Todesstrafe", wenn jemand auf der Liste eingetragen wird. Das hatte Dick Marty, Berichterstatters der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in einer Untersuchung festgestellt. Basierend auf dem Bericht von Marty gibt es den Datenkraken-Preis für ganz Europa, obwohl der Bericht selbst für Verbesserungen gesorgt haben soll. Denn nach der Veröffentlichung des Berichts sind Personen zwar schriftlich informiert worden, dass sie auf der Terrorliste stehen.
Einige Fälle wurden sogar von einem Geheimgremium untersucht, das die Betroffenen anhörte. Von der Liste gestrichen wurde indes niemand: das undemokratische Verfahren wird nach wie vor praktiziert.
Innere Sicherheit Bundespolizei fordert Nacktscanner in Deutschland
23. Oktober 2008, 15:26 Uhr
"Peepshow", "virtueller Striptease" und "Entwürdigung des Menschen" werfen Kritiker den so genannten "Nacktscannern" vor. Doch die EU-Kommission besteht darauf, der Scanner sei in Flughäfen ein effizientes Instrument zur Sicherheitskontrolle. Das Europaparlament hingegen sieht die Intimsphäre bedroht.
Das Europaparlament fordert Aufklärung über den von der EU-Kommission geplanten Einsatz so genannter Nacktscanner für die Flugsicherheit
Die deutsche Bundespolizei will die umstrittenen Ganzkörper-Scanner zur Kontrolle von Flugpassagieren im Labor testen. Der Einsatz der sogenannten Nackt-Scanner an hiesigen Flughäfen sei vorerst nicht geplant, sagte Bundespolizei-Sprecher Jörg Kunzendorf: "Derzeit muss kein Passagier damit rechnen, an einem deutschen Flughafen mit einem Ganzkörper-Scanner kontrolliert zu werden." Die Scanner durchleuchten die Unterwäsche und erstellen ein Bild, auf dem die kontrollierte Person nackt erscheint.
Die Labortests sollten in Kürze beginnen. Ziel ist es, mögliche gesundheitlichen Folgen der elektromagnetischen Strahlung und die Folgen für den Persönlichkeitsschutz zu prüfen, wie Kunzendorf erläuterte. Auch müsse untersucht werden, ob die Scanner wirklich einen Sicherheitsvorteil brächten. Die geplanten Tests bedeuteten keinerlei Vorentscheidung über den tatsächlichen Einsatz der Nacktscanner an Flughäfen, sagte Kunzendorf: "Die Untersuchung ist absolut ergebnisoffen."EU-Kommission will Nacktscanner durchsetzen
Trotz massiver Kritik auch aus dem Europarlament an dem geplanten Einsatz von so genannten Nacktscannern an Flughäfen hält die EU-Kommission an ihrem Vorstoß fest. Die Durchleuchtung bis auf die Haut könne "in sehr effizienter Weise die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen ergänzen", sagte ein Sprecher von EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani in Brüssel. Den Passagieren würden dadurch lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen oder das Abtasten durch Sicherheitskräfte erspart.
Das Europaparlament dagegen fürchtet durch den Einsatz der Scanner "einen schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte der Bürger", wie es in einer in Straßburg verabschiedeten Entschließung hieß. Dadurch seien die "Intimsphäre, die persönliche Würde und der Datenschutz" in Gefahr. Die Abgeordneten forderten von der Kommission eine Untersuchung, inwieweit die Nacktscanner auch eine medizinische Gefahr darstellten.
Verkehrskommissar Tajani ist nach Angaben seines Sprechers bereit, die Bedenken des Europaparlaments in Betracht zu ziehen. Eine Mitarbeiterin der Kommission sagte, es seien etwa Vorgaben möglich, dass weibliche Flugreisende nur von Frauen durchleuchtet würden. Tajani selbst hatte schon am Mittwochabend in Straßburg darauf verwiesen, der Einsatz der Geräte bleibe den Mitgliedstaaten überlassen. "Jeder hat die freie Wahl", sagte er.
Nacktscanner gibt es nach Kommissionsangaben bereits in einigen großen europäischen Flughäfen wie London-Heathrow und Amsterdam. Bis eine gemeinsame EU-Regelung vorliegt, ist der Betrieb jedoch nur testweise erlaubt. Bisher sind an EU-Flughäfen zwei Durchsuchungsmethoden Standard: Metalldetektoren, die aber anders als die Nacktscanner keine Keramikmesser oder Sprengstoff erkennen, sowie das Abtasten per Hand.
Interpol liefert Details über globale biometrische Datenbank für Gesichtererfassung
Jeder Reisende soll gescannt und mit den Gesichtern von Terroristen abgeglichen werden
Steve Watson
Infowars.net
Monday, Oct 20, 2008
Mit einer gewaltigen biometrischen Datenbank für die maschinelle Erfassung von Gesichtern sollen internationale Reisende mit Terrorverdächtigen, Verbrechern und Flüchtigen abgeglichen werden.
Interpol, die internationale Kriminalpolizei, will mit diesem Programm massenhaft Scans von Gesichtern durchführen, berichtet der London Guardian. Die Datenbank soll die Daten jedes Bürgers beinhalten, der jemals über die Grenzen seines Landes gereist ist. Diese automatisierte Massenfahndung löst bei Bürgerrechtlern Alarm aus.
Vor zwei Monaten berichteten wir über die bereits unternommenen Schritte, um phasenweise die Ausweis-Kontrolleure an den Flughäfen zu verringern und jene durch Kameras zu ersetzen welche Gesichter scannen. Die automatisierte Gesichtererkennung vergleicht die Aufnahmen mit den digitalen Bildern welche auf den neuen Ausweisen gespeichert sind. Interpol will diese Technologie mit einer zentralen Gesichterdatenbank verbinden, sowie mit den bereits existierenden Fingerabdruck- und DNA-Datenbanken laut Mark Branchflower, der Vorsitzende von Interpols Abteilung für Fingerabdrücke.
Wir hatten bereits in der Vergangeheit betont, dass die große Anzahl der Datenbanken von Geheimdiensten sowie Regierungs- und Strafverfolgungsbehörden weltweit zu einem System verbunden werden soll, welches alle Bereiche des bürgerlichen Lebens erfasst. Wir berichteten dieses Jahr über die Ankündigung eines gewaltigen Nachrichtendienst-Programms zur Etablierung einer globalen biometrischen Datenbank namens Server in the Sky, die einem Internationalen Informations- Konsortium Zugang liefern soll zu biometrischen Messungen und persönlichen Informationen von Bürgern im Namen des "Krieges gegen den Terror".
Wie vom London Guardian berichtet, wird der Plan vom FBI ausgearbeitet mit der Kooperation von Innenministerien und Strafverfolgungsbehörden aus alliierten Ländern. Die Technologie wird geliefert von der US-Firma Northrop Grumman. Die Benutzung solcher Technologien wird nicht beschränkt sein auf die Ausweiskontrolle. Ein Regierungsbericht aus Großbritannien von 2007 behandelte eine weitreichende Aufrüstung von Kameraüberwachungssystemen im ganzen Land, um die Gesichtererkennung einzufügen.
In den USA soll die Gesichtererkennung verbunden werden mit Führerscheinen, Ausweisen und Kreditkarten. Ein biometrisches Gesichtererkennungssystem wurde bereits in China zugelassen und soll an Flughäfen, Zollstellen, Postfilialen, Wohngegenden und öffentlichen Plätzen zum Einsatz kommen. Laut anderen Vorschlägen sollen die neuen Kameras jeden Sitzplatz in Flugzeugen überwachen und automatisch Terroristen oder andere Gefahren erkennen. In Japan werden Kameras mit Gesichtererkennung an Bus- und Bahnstationen installiert, um Fahrkarten zu ersetzen und beim "Antiterrorkampf" zu helfen. Mobiltelefone und Computer mit Gesichtererkennung werden ebenfalls bereits produziert.
Flächendeckende Überwachung von Email im Internet ist schon lange ein Gerücht. Am 6. Januar 1998 berichtete eine Studie des Europäischen Parlaments von einem entsprechenden Abhörsystem der NSA, einem US-Geheimdienst. Es war das erste mal daß ein offizielles politisches EU-Organ (das Scientific and Technological Options Assessment kurz STOA) über das globale elektronische Abhörsystem ECHELON kritisch berichtete. ECHELON dient der NSA seit Anfang der 80er Jahre zur Überwachung von elektronischer Kommunikation - weltweit.
Anlaß für Fragen: Was genau ist die NSA? Mit welcher Form von Spionage muß man im Internet rechnen?
Da die NSA lediglich durch eine Direktive des damaligen Präsidenten Harry S. Truman am 4. November 1952 gegründet wurde, unterliegt sie keiner demokratischen Kontrollinstanz. Bis heute ist unbekannt, über welchen Etat die NSA verfügt, da es keinen offiziellen Haushalt für diese Behörde gibt. Geschätzt wird, daß rund 10 bis 15 Milliarden Dollar jährlich für ein Heer von 60 000 bis 100 000 Mitarbeitern samt technischer Ausrüstung und Infrastruktur anfallen. Allein die Zahlen sprechen für sich: Die NSA-Zentrale residiert seit 1957 auf einem 1600 Hektar großen Gelände der Armee-Basis Fort Meade in Maryland - von einem drei Meter hohen Elektrozaun gesichert. In dieser Stadt leben 29 000 Zivilisten und 9200 Militärs, rund 1670 Gebäude sind über 150 Kilometer lange Straßen verbunden. Das zentrale Gebäude dieser Stadt, das "Operations Building I" wurde in den 80er Jahren aufwendig abgeschirmt, um elektromagnetische Abstrahlungen zu vermeiden. Knapp 13 Millionen Dollar wurden allein dafür investiert. In den letzten Jahren wurden zwei weitere große Komplexe renoviert, darunter FANX 2, in dem die "National Cryptologic Training Facility" untergebracht ist. Dort wird das NSA-Personal in 100 Unterrichtsräumen sowie einem 300sitzigen Auditorium ausgebildet.
NSA-Kuriere transportierten noch in den 80er Jahren jährlich 30 000 Tonnen geheime Akten zwischen Fort Meade und den Ministerien in Washington hin und her. Rund 24 000 Tonnen streng geheimen Archivmaterials fielen jährlich an, das in eigenen Gebäuden eingelagert wurde, rund 40 Tonnen Papier wurden täglich im Reißwolf entsorgt. Wahrscheinlich wird heute ein Großteil des Datentransports über ein stark abgeschirmtes Intranet abgewickelt. Einen Hinweis darauf gibt das in den letzten Jahren von NSA-Experten für die CIA installierte Informationssystem: Seit 1995 verfügen CIA-Agenten über einen ständig verfügbaren Online-Zugang zu den Geheimakten des Nachrichtendienstes. Intelink, ein Internet-basiertes Informationssystem, wird von 35 Geheimdiensten mit Informationen versorgt, mehr als 3000 Nutzer greifen auf die immensen Datenmengen zu. Vor allem das Internet liefert der CIA und anderen US-Geheimdiensten wertvolles Material. Robert Steele, ehemaliger Hacker im Dienste der CIA, schätzt, daß rund "40 Prozent des gesamten Aufklärungsmaterials, das zum Präsidenten gelangt, aus offenen Quellen stammt". Die restlichen 60 Prozent werden aus verdeckten Quellen ermittelt.
Über ein hierarchisches, mit zahlreichen Sicherheitsbarrieren ausgestattetes Überwachungssystem wird seit rund 20 Jahren Kommunikation weltweit abgehört und ausgewertet. Anfang der 80er Jahre wurde ein verteiltes Netz von 52 Supercomputern (Platform) eingerichtet, um Nachrichten zu entschlüsseln und zu verarbeiten. Zeitgleich wurden die Computer der UKUSA-Stationen miteinander verbunden und in die "Platform", integriert. Codename: ECHELON.
Ob Telefonate, Emails, Faxe oder Telex, ECHELON hört den gesamten über Satelliten geleiteten Kommunikationsverkehr ab. Konzipiert und koordiniert wurde das ECHELON-System von der NSA; realisiert wurde es zusammen mit den anderen UKUSA-Vertragsstaaten. Involviert in ECHELON sind das Government Communications Headquarters (GCHQ) in Großbritannien, das Communications Security Establishment (CSE) in Kanada, das Defence Signals Directorate (DSD) in Australien und das Government Communications Security Bureau in Neuseeland.
Im folgenden Abschnitt wollen wir die Möglichkeiten aufzeigen, welche die NSA hat, um bestimmte Schlüssel mit einer vollständigen Suche zu knacken. Hier sollen nur die technischen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. In vielen Fällen würde die NSA auf alternative Methoden zurückgreifen. Wir wollen hier nur eine grobe Einschätzung bezüglich der Sicherheit bestimmter Schlüssellängen für Symmetrische Verschlüsselungsverfahren erarbeiten.
Wir gehen bei unseren Überlegungen von folgenden Bedingungen aus:
Wir nehmen an, daß der NSA bekannt ist, welches Verschlüsselungsverfahren jeweils angewandt wird.
Die Entschlüsselung erfolgt nach der Holzhammermethode, d.h. es werden alle möglichen Schlüssel ausprobiert. Die so gefundenen Schlüssel könnten dann bei neuen Übertragungen immer wieder verwandt werden.
Die betrachteten Verschlüsselungssysteme sind symmetrisch. "Public Key" Systeme wie zum Beispiel RSA sind nicht einbezogen.
Als Startpunkt für unsere Vermutungen diente die Beschreibung der "EFF-Maschine", die von Electronic Frontier Foundation gebaut wurde. Sie war konzipiert, um das DES-Verschlüsselungssystem zu knacken - basierend auf parallel laufenden Chips, welche mit 40 MHz betrieben wurden. Die Kosten für diese Maschine beliefen sich auf 80.000 US Dollar für das Design, und 130.000 Pfund für die Hardware.
Die neue Maschine die wir bauen möchten, soll die Verschlüsselungsverfahren RC5 und RC6 knacken. RC5 bzw. RC6 sind von der Firma RSA Labs entwickelt worden und sind symmetrische Verschlüsselungsverfahren, die dem Aktuellen Stand der Technik entsprechen.
Die Gesamtspezifikation unseres Systems sieht wie folgt aus: Das Herzstück bildet die Sucheinheit. Sie ist in der Lage, einen Schlüssel auf ein Teil des Dokuments anzuwenden und zu überprüfen, ob dieser Schüssel richtig sein könnte. Wir nehmen an, daß jeder Chip 64 solcher Sucheinheiten enthält, so daß 64 Schlüssel parallel getestet werden können. Diese Chips werden wiederum auf Boards angebracht. Wir nehmen an, daß 64 Chips parallel auf einem Board zusammengeschaltet sind. Mehrere Boards müssen zusammengeschaltet werden. Wir nehmen ferner an daß diese Boards eine integrierte Ethernet Karte besitzen und so ein LAN bilden. Zusätzlich müssen die Boards eine spezielle Controllereinheit besitzen.
Eine Gruppe von Boards hat also ein eigenes 10/100 Mbps LAN mit einem Host PC als Management. Mehrere Host PCs werden wiederum durch ein separates LAN zu einem PC zusammengeschaltet welcher das gesamte System kontrolliert.
In folgender Aufzählung beschreiben wir nur ein paar Eckdaten:
Die Sucheinheit:
Zwei 128-Byte-Register, eines für den decodierten Text und eines für den Cyphertext
Ein 32-Byte-Register für Schlüssel mit variabler Länge
Eine Lookuptabelle, um das Ergebnis zu überprüfen
RAM für eine Schlüsseltabelle und Arbeitspeicher (ein paar hundert Bytes)
Vier 32 Bit Arbeitsregister
Takt mindestens 100 MHz
Das Board:
64 Chips beherbergt das Board
10 Mbps Ethernet NIC, mit RJ45 Socket on Board
Boardkontroller lädt die Chipeinheiten mit Daten, überwacht die Chips, reicht mögliche Schlüssel an die Host PCs weiter, alarmiert den Host bei Fehlern
Wir nehmen an daß das System 220 = 1.048.576 Boards enthält => 220*64*64 = 232 Sucheinheiten d.h., um einen 64 Bit Schlüssel zu knacken, benötigt das System maximal 7,16 Minuten - im Durchschnitt nur 3,6 Minuten.
Zur Koordinierung aller Boards benötigen wir 512 PCs, so daß jeder einzelne 2048 Boards kontrolliert.
Die Kosten für ein solches System würde sich wie folgt zusammensetzen:
Boards
240.000.000 $
PCs
500.000 $
Netzwerke
25.000.000 $
Design
10.500.000 $
Softwareentwicklung
500.000 $
Insgesamt
276.500.000 $
Für ein Gesamtbudget von 10 bis 15 Milliarden Dollar könnte sich die NSA ein solches System schon leisten. Damit wäre es möglich, 64 Bit in 7,16 Minuten zu knacken, 72 Bit in 15,27 Stunden, 80 bis in 163 Tagen und 88 Bit in 144 Jahren - was dann doch ein wenig lange erscheint. Also könnte die NSA mit einem solchen System Verschlüsselungen bis 80 Bit in annehmbarer Zeit entschlüsseln.
Wahrscheinlich würde die NSA eine solche Maschine dennoch nie bauen, denn es gibt günstigere Wege, um Kryptosysteme zu umgehen:
Einfacher ist jemanden zu bestechen, um an die Informationen heranzukommen.
Wahrscheinlich ist, daß Kryptosysteme meistens wenig professionell benützt werden, so daß sie auf einem normalen Rechner geknackt werden können.
Oft sind bekannte Hintertüren von den Softwareherstellern eingebaut worden, die das knacken des Codes erleichtern.
Wenn das Verschlüsselungssystem in Software implementiert ist, dann ist es einfach die Software so zu manipulieren, daß sie zu funktionieren scheint, aber in Wirklichkeit nicht schwer verschlüsselt.
Durch den zweiten Gesetzesentwurf der US-amerikanischen Regierung zur Lockerung der Exportrestriktionen soll es US-amerikanischen Herstellern zukünftig möglich sein, Security-Produkte mit starker Kryptographie ohne spezielle Genehmigung der Regierung zu exportieren. Ausgenommen sind Exporte in Krisengebiete sowie der Verkauf an ausländische Behörden.
Der Export von Kryptografie war in den USA gesetzlich beschränkt. Für deutsche Firmen bedeutete dies, daß sie teilweise - wenn sie Software amerikanischer Hersteller verwenden wollten - auf den Einsatz unsicherer Verschlüsselung angewiesen waren.
Bis Ende 1996 verbot die International Traffic and Arms Regulation (ITAR) den Export von militärisch verwendbarer Verschlüsselungstechnik. Als Folge davon durfte Software aus den USA nur mit maximal 40-Bit-Verschlüsselung ausgeführt werden. Derartig verschlüsselte Dokumente sind in wenigen Minuten zu entschlüsseln.
Ab Ende 1996 war der Export von Kryptografie nicht mehr durch die ITAR geregelt, sondern durch ein Gesetz - die Export Administration Regulations (EAR). Die Ausfuhr von sicherer Verschlüsselungstechnik war jedoch weiterhin stark beschränkt. Diese Bestimmungen sehen vor, daß das Handelsministerium Exportgenehmigungen vergibt.
Der Export von Verschlüsselung größer 56-bit war genehmigungspflichtig. Zuständige Behörde für derartige Exportgenehmigungen war das US-Handelsministerium, die federführende Institution im Hintergrund war aber die NSA.
Im wesentlichen besteht das Abhörsystem aus drei Komponenten, um möglichst den kompletten Kommunikationsverkehr zu erfassen: Zum einen dient es der Überwachung von internationalen Telekommunikations-Satelliten (Intelsats), die von den Telefongesellschaften in den meisten Ländern benutzt werden. Weiterhin belauscht es regionale Kommunikationssatelliten, die nicht von Intelsat getragen werden, sowie Kabel und Mikrowellen-Türme.
Intelsats werden durch UKUSA-Stationen abgehört. Eine der ECHELON-Schlüsselstationen steht in Morwenstow in Cornwall, um Europa, den Atlantik und den Indischen Ozean abzuhören. Eine NSA-Station in Sugar Crove, 250 Kilometer südwestlich von Washington, D. C., deckt neben dem Atlantik Nord- und Südamerika ab. Der Pazifik wird von einem Armeestützpunkt aus dem Yakima Firing Center, 200 Kilometer südwestlich von Seattle, abgehört. Was in Yakima nicht erfaßt werden kann, wird an Stationen in Australien und Neuseeland abgegeben. Die neuseeländische Station in Waihopai sowie die westaustralische Geraldton Station überwachen den gesamten Südpazifik und den Indischen Ozean.
Geostationäre SIGINT- Satelliten werden von Schlüsselstationen in Bad Aibling/Bayern, Menwith Hill/Yorkshire, Shoal Bay/Nordaustralien, Leitrim/ Kanada und Misawa/Nordjapan abgehört. Da die Anlagen zum Abhören von Radio- und Satellitenkommunikation in der Regel sehr groß und die Abhörantennen nicht leicht zu verstecken sind, sind ihre Standorte seit Jahrzehnten wohlbekannt. Um jedoch die über Seekabel und Mikrowellentürme geleiteten Datenströme anzuzapfen, genügen eher unauffällige Maßnahmen. Zwar ist Kommunikation via Seekabel gegen Abhören gut geschützt. Doch sobald die Daten die Anlandestationen verlassen, um über Mikrowellentürme oder Kabel in die inländische Kommunikation weitergeleitet zu werden, sind sie angreifbar: Geheime Abzweigungen in unterirdischen Kabelschächten und Abhöranlagen in Gebäuden für Richtfunkstrecken greifen die Daten ab.
Gefiltert werden die riesigen Informationsmengen mit Hilfe des intelligenten Rastersystems "Memex". Memex ist ein Analyseprogramm, das Daten auf Schlüsselwörter hin untersuchen kann. Entwickelt wurde es von der britischen Firma Memex Technology Ltd., die vom US-Verteidigungssystem noch heute mit Millionenaufträgen eingedeckt wird. Im Juni 1997 erhielt Memex Technology zwei Aufträge im Wert von 1,25 Millionen Pfund, um die britische Polizei mit einem intelligenten System namens CRIMINT auszustatten. Es soll den Fahndern ermöglichen, im Zugriff auf mehrere Datenbanken Daten zu sammeln, zu durchsuchen, und Querverweise zu finden. Dabei wird höchstwahrscheinlich dieselbe Technologie eingesetzt, die Jahre zuvor für die NSA entwickelt wurde.
Das System Memex greift auf nationale Wörterbücher zurück, die mit länderrelevanten Informationen versehen sind. Jede der fünf Schlüsselstationen verfügt über einen eigenen `Wörterbuch´-Computer, der sich über einen Codenamen von den anderen im Netzwerk unterscheidet. Die Codenamen werden an den Anfang jeder abgehörten Botschaft eingefügt, bevor sie stark verschlüsselt über das ECHELON-Netzwerk an die Geheimdiensthauptquartiere weitergeschickt werden. In Washington, Ottawa, Cheltenham und Wellington können die Wörterbücher über ein Inhaltsverzeichnis mit verschiedenen Kategorien abgerufen oder nach Schlüsselwörtern durchsucht werden.
Die Kategorien werden in einem vierstelligen Zahlencode angegeben. Der neuseeländischen Journalisten Nicky Hager der erstaunlich viele Details über die NSA-Aktivitäten in Neuseeland herausfand, führt als Beispiel an, daß Kategorie "1911" die Kommunikation von japanischen Diplomaten in Lateinamerika beinhalten könnte, "8182" alle Botschaften über die Verbreitung von Verschlüsselungstechnologie und so weiter. Per Mausklick sehen die Nachrichtenanalytiker sofort, wieviel Nachrichten in einer Kategorie über Nacht aufgelaufen sind.
Stück für Stück werden die Nachrichten durchkämmt. Sind sie interessant, wird ein Bericht verfaßt. Nachrichten, die nicht in Englisch vorliegen, werden übersetzt. Durch die Anordnung und Organisation der Wörterbücher wird jedoch deutlich, daß die NSA auch hier ihren Verbündeten keinen Zugang zu allen abgehörten Informationen gewährt, daß nur sie über den großen Datenpool verfügt. Jeder Geheimdienst legt seine eigenen Kategorien entsprechend seiner Zuständigkeiten fest. Rund 10 bis 50 Schlüsselwörter werden für jede Kategorie ausgearbeitet, die Namen von Personen, Transportmitteln, Organisationen, Ländern oder Sachverhalten, aber auch Telex- und Faxnummern, EMail-Adressen und Telefonnummern bestimmter Personen, Ministerien oder Firmen enthalten könnten. Die Schlüsselwörter werden in bestimmten Kombinationen in den Wörterbuch-Computern abgelegt. Die Geheimdienste können dann nur die eigenen Kategorien abrufen, über den Zugriff auf andere Kategorien muß verhandelt werden.
In periodischen Abständen geraten die Abhöranlagen immer wieder ins Visier von Presse und Politikern. In Deutschland werden seitens der Bundesregierung jedoch parlamentarische Anfragen immer wieder mit denselben Floskeln abgebügelt, obwohl dem Bündnispartner ab und zu schon auf den Finger geklopft wird.
Die europaweit größte "Signals Intelligence" Anlage steht auf dem Lechfeld bei Gablingen. Das kreisförmige, im Durchmesser circa 300 Meter große und 100 Meter hohe Antennengitter horchte in den Zeiten des Kalten Krieges auf Kurzwelle den Osten ab. In zwölf Stockwerken unter der Anlage sollen gigantische Computeranlagen das Abgehörte auswerten.
Im Mai 1996 stellte der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Reinhold Kamm der bayerischen Landesregierung einige Fragen zur Abhörstation. Nur in den Zwischentönen der Antwort lassen sich Unstimmigkeiten herauslesen. Die bayerische Landesregierung erklärte, Gablingen sei zur Aufklärung "ausländischer militärischer Funkverbindungen konzipiert". Die Regierung habe keine Erkenntnisse, daß mit dieser Anlage "gegen deutsches Recht verstoßen" werde. Nur war nach deutschem Recht das Abhören zu diesem Zeitpunkt nicht illegal, da es nicht von Mitarbeitern von TK-Anbietern durchgeführt wurde. Auch die US-Streitkräfte selbst gaben eine Erklärung ab: "Wir erklären hiermit offiziell, daß die Behauptung, daß ausgehend von den Antennenanlagen in der Kaserne Gablingen - die von der 66. Nachrichtendienstgruppe betrieben wird - Spionagetätigkeiten gegen das Gastland getätigt werden, absolut unbegründet ist." Ob diese standardmäßig abgegebenen Erklärungen jedoch glaubhaft sind, das ist zu bezweifeln.
Gerüchte, die Funküberwachungsstation würde 1998 von den US-Streitkräften aufgegeben, erwiesen sich als gegenstandslos. Indes wurde die "Field Station Berlin" auf dem Berliner Teufelsberg geräumt, ebenso die Frankfurter NSA-Filiale. Die NSA hatte jahrelang direkt über der Frankfurter Hauptpost eine Abhörzentrale betrieben. Auch nach dem Umzug in ein nahegelegenes Gebäude war die NSA über gepanzerte Telefonleitungen direkt mit dem Telekommunikations-Knoten der Bundespost in Frankfurt verbunden. Nach längerem Verwirrspiel outete sich der Bundesnachrichtendienst (BND) als Mieter der Räume, doch die Besucher waren mehrheitlich Amerikaner gewesen.
Geheimnisumwittert und umstritten ist nach wie vor Bad Aibling: deutsche Schaltzentrale des ECHELON-Abhörrings und Steuerzentrum für amerikanische Spionagesatelliten. Gigantische Antennenanlagen liegen unter Schutzhauben wie Champignons auf der Ebene, um "russisches Militär" auszuhorchen. Bis 1995 galt die Station offiziell als Einrichtung der NSA, dann übernahm ein Oberstleutnant der U.S. Air Force das Kommando. Heute ist es offiziell eine "Anlage des Intelligence and Security Command der US Army in Europa zur Unterstützung der amerikanischen Streitkräfte".
Noch immer arbeiten nach Schätzungen des BND rund 1000 Personen auf dem riesigen Komplex, die meisten US-Kryptologen sollen dort gedient haben. Insider behaupten, daß in den letzten Jahren die Ausrichtung der Überwachungsanlagen um 180 Grad verändert wurden. Damit würden sie nicht mehr den Ostern, sondern das Inland überwachen. Auf eine entsprechende Anfrage des SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss erklärte die Bundesregierung, dafür "keine Anhaltspunkte" zu haben. Nebenan in der deutschen Mangfall-Kaserne sitzt die Fernmeldeweitverkehrsstelle des deutschen Geheimdienstes. Rund 100 BND-Experten lauschen hier mit Hilfe der US-Anlagen in den Äther, doch der Zutritt zu den US-Anlagen bleibt ihnen verwehrt.
Seit 1994 darf der BND im Rahmen der Verbrechensbekämpfung den "nicht leitungsgebundenen" Telefon-, Fax- und Fernschreiberverkehr mit dem Ausland anzapfen. Der BND ist jedoch mit den Ergebnissen seiner Telefonüberwachungen unzufrieden. Aus seiner ersten Abhörstatistik, die er Anfang des Jahres der Bundesregierung vorlegte, ließ sich entnehmen, daß nur etwa zehn Hinweise auf Schwerstverbrecher an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet wurden. Der Grund: ein echter Tatverdacht mußte vorliegen.
Emails sind jetzt in die "strategischen Kontrollmaßnahmen" einbezogen worden. Wenn man nicht von der angenehm leichten Lesbarkeit unverschlüsselter elektronischer Nachrichten ausgeht, sondern von deren physikalischem Versand, ist jedoch die Überwachung des EMail-Verkehrs mit erheblichem Aufwand verbunden. Schließlich handelt es sich beim Internet nicht um ein Telegrammsystem mit Punkt-zu-Punkt-Verbindung, sondern um ein paketvermitteltes Netz.
Wer lauschen will, muß die Flaschenhälse des Netzes kontrollieren. In den USA ist dies auch heute noch der früher der NSF (National Science Foundation) gehörende Internet-Backbone. Nach Angaben von "Puzzle Palace"-Co-Autor Wayne Madsen sitzt die NSA an mehreren wichtigen Internet-Routern und Gateway-Hosts. So werden zwei Internet-Router der NASA überwacht, einer in College Park/Maryland unter dem Codenamen "Fix East", der andere am NASA Ames Research Center in Sunnyvale/Kalifornien unter dem Codenamen "Fix West". Ferner sollen die Router "Mae East" an der Ostküste und "Mae West" an der Westküste, CIX in San Jose und SWAB, ein von Bell Atlantic betriebener Router in Nordvirginia abgegriffen werden. Auch einige Network Access Points (NAPs) stehen unter dem Verdacht, unter der Überwachung der NSA zu stehen.
Fakt ist, daß auf dem Weg über den Atlantik der Datenverkehr nur über wenige physikalische Wege abgewickelt wird. Gerade mal zehn Seekabel verbinden zur Zeit Nordamerika mit Europa. In Deutschland bereiten die Provider derzeit der Internet-Überwachung einen guten Boden, indem sie ausgerechnet in Frankfurt einen zentralen Austauschknoten für ihre Netze, den DE-CIX, etablieren. Nach Auskunft des Electronic Commerce Forum (eco) werden schon jetzt weit über 80 Prozent des gesamten Datenaufkommens über den DE-CIX abgewickelt. Nicht angeschlossen ist das Netz der Deutschen Telekom. Es wird noch über einen Knoten in München geroutet. Wer sich mit genügend Rechenleistung in solche Netzknoten hängen kann, ist auch in der Lage, die über verschiedene Wege kommenden Datenpakete herauszufiltern und zusammenzusetzen.
Der weltgrößte Hersteller von Windenergieanlagen hat eine neue Technik entwickelt, mit der Strom aus Wind viel preiswerter erzeugt werden kann, als bei der Konkurrenz. Der US-Geheimdienst NSA hatte das ausspioniert und an eine amerikanische Konkurrenzfirma weiterverkauft. Die behauptete dann, die Technik sei von ihr erfunden worden und untersagte Enercon per Gerichtsbeschluß, ihre Anlagen in die USA zu exportieren. Der Betrieb erlitt Umsatzeinbußen von über 100 Millionen Mark. Ohne den Datenklau hätte Enercon 300 neue Arbeitsplätze schaffen können.
Im Enercon-Forschungslabor werden Schaltbilder für die Elektronik der neuen Anlagen am Computer gezeichet und getestet. Die werden in den einige Kilometer entfernten Produktionsbetrieb weitergeleitet. Bisher über Datenleitungen der Telekom. Die hatte die NSA angezapft.
Und die Telekom leitet Telefongespräche, Fax-Sendungen und elektronische Korrespondenz per Internet oft über Richtfunkantennen weiter. Die Daten strahlen bis in den Weltraum ab. Dort werden sie von amerikanische Spionagesatelliten aufgefangen und zur Bodenstation im bayerischen Bad Aibling gesendet, wo die Deutschland-Zentrale des US-Geheimdienstes NSA sitzt. Hier werden Neuentwicklungen und Patente auch von deutschen Industriebetrieben ausgewertet und an die amerikanische Wirtschaft weitergeleitet. Enorm vereinfacht und erleichtert wird dem US-Geheimdienst der Datenklau, weil die Telekom hochsensible Firmeninterna unverschlüsselt über die Richtfunkstrecken in den Äther schickt.
Ulrich Lissek (Telekom): "Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Kunden. Der, der sensible Daten über dieNetze schickt, kennt das Risiko, oder ein mögliches Risiko. Und wir setzen uns dann mit dem Kunden in Verbindung und bieten ihm bestimmte Lösungen dort an."
Stefan Knottnerus-Meyer (Enercon GmbH): "Wir sind bis heute nicht von der Telekom darüber informiert worden, daß diese Schwachstelle existiert. Wir sind bisher davon ausgegangen, daß die Telekom auch alle technischen Möglichkeiten ausschöpft, um den Kunden zu schützen. Ich kann hier nur die Empörung ausdrücken, nicht nur für uns, sondern wahrscheinlich auch für alle anderen Fernmeldeteilnehmer."
Die riesigen Horchantennnen, die uns umkreisen, sind exakt auf die Frequenzen der Telekom-Richtfunkstrecken abgestimmt. Der Bundesnachrichtendienst weiß seit Jahren darüber Bescheid. Denn wenige 100 Meter neben den NSA-Abhöranlagen in Bad Aibling sitzt der BND in einer Kaserne, die als Fernmeldeweitverkehrsstelle der Bundeswehr" getarnt ist. Der BND darf einen kleinen Teil der Abhöreinrichtungen der Amerikaner mitbenutzen. Dafür muß er schweigen, wenn er erfährt, daß deutsche Betriebe ausspioniert werden.
Mitarbeitern des Bundesnachrichtendienstes ist auch bekannt, daß die NSA firmeninterne Besprechungen abhören kann. Über ISDN-Telefonanlagen ins Telefonnetz eingedrungen ist der amerikanische Geheimdienst anscheinend nicht nur bei Enercon, sondern auch bei Airbus, Hoechst, Siemens, und dem Softwarehersteller SAP, der u.a. Programme für die sichere Übertragung von sensiblen Daten produziert.
Erich Schmidt-Eenboom (Geheimdienstexperte): "Es trifft zu, daß die Beamten und Offiziere des Bundesnachrichtendienstes schon aus der Nachbarschaft der Station in Bad Aibling sehr genau wissen, welche deutschen Firmen die Amerikaner unter die Lupe nehmen. Aber die deutschen Dienste sind viel zu abhängig von den Kapazitäten, von der Hilfestellung der amerikanischen Dienste insbesondere im Bereich der Satellitenaufklärung, aber auch bei der Agentenaufklärung in manchen Zielregionen dieser Erde, als daß man das gute Verhältnis zu den Amerikanern dadurch trüben könnte, daß man die deutsche Wirtschaft warnt. Auf der wirtschaftlichen und politischen Ebene bezahlen wir das mit dem Verlust von zehntausenden von Arbeitsplätzen."
Man behauptet sogar, die NSA habe Deals mit Microsoft, Lotus und Netscape abgeschlossen, um anonyme EMails zu verhindern sowie dem von der NSA entwickelten Digital Signature Standard (DSS) zum Durchbruch zu verhelfen.
Großes Aufsehen erregte im September 1999 die Entdeckung des Kanadiers Andrew Fernandes: Ein Zweitschlüssel, der das Nachladen von Verschlüsselungsfunktionen autorisiert, trägt die Microsoft-interne Bezeichnung "NSAKEY". Fernandes folgerte daraus, daß die NSA die Kontrolle über diesen Schlüssel ausübt und so ohne Wissen und Einverständnis von Windows-Anwendern manipulierte Krypto-Module in ihre Systeme einbringen könne. Ohne unmittelbaren Zugriff auf den Rechner müßte die NSA den Computernutzer allerdings dazu bringen, manipulierte Software zu starten; es handelt sich nicht um eine Hintertür, die den Zugriff von außen gestattet.
Die Windows-Verschlüsselungsschnittstelle (Crypto-API) soll als Erfüllungsgehilfe der US-Exportrestriktionen sicher stellen, dass außerhalb der Vereinigten Staaten starke Kryptographie nicht universell einsetzbar ist. Damit nur "erlaubte" Krypto-Module in den Genuß der Betriebssystemunterstützung kommen, akzeptiert das API nur solche nachladbaren Funktionen, die Microsoft digital signiert hat. Diese Autorisierung erhalten, soweit es um sichere Verschlüsselung geht, allerdings nur Module von US-Firmen, die das Exportverbot beachten müssen. Der Rest der Welt muß sich mit ungenügenden Schlüssellängen begnügen oder seine Krypto-Funktionen "oberhalb" des API selbst mitbringen.
Microsoft dementierte, daß die NSA über den nach ihr benannten Zweitschlüssel verfügt: Es handele sich lediglich um einen Backup-Key, der benutzt werden solle, falls der Hauptschlüssel verloren ginge, etwa weil "eine Naturkatastrophe das Gebäude zerstört, in dem er aufbewahrt wird". Der geheime Teil des Zweitschlüssels, der für die Signatur notwendig ist, sei weder der NSA noch Dritten zugänglich. NSAKEY sei lediglich eine unglückliche Namenswahl. Sie gehe darauf zurück, daß die NSA als Aufsichtsbehörde über die Ausführung des Exportbestimmungen wacht und die Autorisationsschlüssel eine der Auflagen zu deren Einhaltung darstellen.
Selbst wenn der Schlüssel der NSA zur Verfügung stünde, bliebe die Frage, welchen Zwecken er dient. Für den Chaos Computer Club ist der Fall klar: Hier will sich ein US-Geheimdienst die Arbeit erleichtern. Für andere klingt das nach Verschwörungstheorie - es gäbe bereits genug Wege, um Windows-Computer zu manipulieren. Einige namhafte Sicherheitsspezialisten vermuten, daß eine NSA-eigene Autorisationsmöglichkeit eher dem regierungsinternen Gebrauch diene: um eigene Krypto-Module einzubauen, ohne sie Microsoft vorlegen zu müssen.
Das Bundeskabinett hat in einer Sitzung am 2. Juni 1999 die deutsche Haltung zur Frage der Nutzung kryptographischer Verfahren beim Einsatz im elektronischen Geschäftsverkehr in Form von "Eckpunkten der deutschen Kryptopolitik" entschieden. Auf der Grundlage der bisherigen nationalen Diskussion sowie der internationalen Entwicklung beschließt die Bundesregierung die folgenden Eckpunkte ihrer Kryptopolitik:
Die Bundesregierung beabsichtigt nicht, die freie Verfügbarkeit von Verschlüsselungsprodukten in Deutschland einzuschränken. Sie sieht in der Anwendung sicherer Verschlüsselung eine entscheidende Voraussetzung für den Datenschutz der Bürger, für die Entwicklung des elektronischen Geschäftsverkehrs sowie für den Schutz von Unternehmensgeheimnissen. Die Bundesregierung wird deshalb die Verbreitung sicherer Verschlüsselung in Deutschland aktiv unterstützten. Dazu zählt insbesondere die Förderung des Sicherheitsbewußtseins bei den Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung.
Die Bundesregierung strebt an, das Vertrauen der Nutzer in die Sicherheit der Verschlüsselung zu stärken. Sie wird deshalb Maßnahmen ergreifen, um einen Vertrauensrahmen für sichere Verschlüsselung zu schaffen, insbesondere indem sie die Überprüfbarkeit von Verschlüsselungsprodukten auf ihre Sicherheitsfunktionen verbessert und die Nutzung geprüfter Produkte empfiehlt.
Die Bundesregierung hält aus Gründen der Sicherheit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft die Fähigkeit deutscher Hersteller zur Entwicklung und Herstellung von sicheren und leistungsfähigen Verschlüsselungsprodukten für unverzichtbar. Sie wird Maßnahmen ergreifen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit dieses Sektors zu stärken.
Durch die Verbreitung starker Verschlüsselungsverfahren dürfen die gesetzlichen Befugnisse der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden zur Telekommunikationsüberwachung nicht ausgehöhlt werden. Die zuständigen Bundesministerien werden deshalb die Entwicklung weiterhin aufmerksam beobachten und nach Ablauf von zwei Jahren hierzu berichten. Unabhängig hiervon setzt sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Verbesserung der technischen Kompetenzen der Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden ein.
Die Bundesregierung legt großen Wert auf die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Verschlüsselungspolitik. Sie tritt ein für am Markt entwickelte offene Standards und interoperable Systeme und wird sich für die Stärkung der multilateralen und bilateralen Zusammenarbeit einsetzen.
Aus diesem Grund sollte man den Aufwand nicht scheuen, und sensible Daten Grundsätzlich stark verschlüsseln. Vor allem sollten Behörden und Firmen für diese Probleme sensibilisiert werden. Es müßten mehr Möglichkeiten zu Verfügung stehen um Texte einfach und sicher zu verschlüsseln. Produkte die nicht aus den Vereinigten Staaten stammen, wären vorzuziehen!
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Wer bisher noch Zweifel an der Verfassungsfeindlichkeit des deutschen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble hatte, dürfte durch Äußerungen, die am Samstag von Spiegel Online zitiert wurden, endgültig überzeugt werden.
In einem Gespräch mit den Spiegel fielen demnach Sätze, die nur den Schluß zulassen, daß Schäuble ein glühender Anhänger aller - wirklich aller - "Maßnahmen", die bisher in den USA im Zuge des "Krieges gegen den Terror" ergriffen - um nicht "begangen" zu sagen - wurden, ist.
"Man könnte beispielsweise einen Straftatbestand der Verschwörung einführen, wie in Amerika", sagte er beispielsweise. Entsprechend den US-Gesetzen reicht es für den Vorwurf der "Verschwörung" aus, wenn zwei Personen "sich verabreden", eine illegale Handlung zu begehen. Zwei Männer, die sich verabreden, gemeinsam Farbsprühdosen zu kaufen, um damit widerrechtlich Graffiti anzubringen, könnten also bereits wegen einer "Verschwörung" angeklagt werden. Die "Täter" müssen die Tat also weder tatsächlich durchführen noch vorbereiten. Das bloße Gespräch hierüber reicht aus. Es ist nur zu offensichtlich, wie viele Manipulationsmöglichkeiten den Behörden hiermit gegeben würden, gegen "unliebsame" Personen vorzugehen.
Schäuble denkt aber offenbar sogar daran, für solche "Verschwörer" ein deutsches Guantánamo zu errichten. Er denke darüber nach, ob es Möglichkeiten gebe, "solche Gefährder zu behandeln wie Kombattanten und zu internieren". Entsprechend dem humanitären Völkerrecht sind "Kombattanten" Kämpfer, die als solche offen - also nicht in Zivilkleidung oder mit versteckten Waffen - an Kriegshandlungen teilnehmen. Es ist offensichtlich, daß Schäuble nicht an diese gedacht hat, sondern vielmehr an den von den USA geschaffenen Begriff der "illegalen Kombattanten". Diese Bezeichnung war erst Ende Mai vom UN-Sonderberichterstatter zur Förderung und zum Schutz von Menschenrechten und fundamentalen Freiheiten während der Bekämpfung von Terrorismus, Martin Scheinin, ausdrücklich zurückgewiesen worden, da es im internationalen Recht keine solche "dritte Kategorie" von an Konflikten beteiligten Menschen gibt. Die Wortwahl "internieren" bestätigt hier einmal mehr, daß Schäuble danach dürstet, Gefangenenlager zu schaffen, in denen Menschen fernab des Rechtsstaates ohne Anklage oder gar Urteil auf unbestimmte Zeit festgehalten werden können - allein aufgrund der Tatsache, daß sie von seiten des Staates als "Gefährder" eingestuft werden.
Schäubles Hinweis, daß der sogenannte "Unterbindungsgewahrsam" bereits heute bei "Hooligans" bei Fußballspielen möglich ist, kann hierbei nur als Augenwischerei bezeichnet werden. Nicht nur, daß diesem Vorgehen enge Grenzen gesetzt sind - je nach Bundesland liegt die Maximaldauer dieser Maßnahme zwischen einem und 14 Tagen, sie selbst ist bereits mehrfach als verfassungswirdrig kritisiert worden, da die Haft hier "vorbeugend" ohne Vorliegen einer Straftat verhängt wird.
Auch denke Schäuble über "Auflagen" für "Gefährder" nach, so der Bericht weiter - "etwa ein Kommunikationsverbot im Internet oder mit dem Handy". Das ausgerechnet Schäuble, glühender Verfechter lückenloser Abhörmöglichkeiten jeglicher Kommunikation über solche "Auflagen" nachdenkt, läßt nur den Schluß zu, daß es sich hier vielmehr um eine Strafe denn eine Sicherheitsmaßnahme handelt, könnte ein Abhören solcher Kommunikationen doch wertvolle Informationen liefern - so es sich denn bei den Betroffenen tatsächlich um Straftäter und nicht nur um "unbequeme" Personen handelte.
Darüber hinaus möchte Schäuble offenbar nach US-Vorbild die Todesstrafe in Deutschland - zumindest durch die Hintertür, dafür aber auch ohne den lästigen Umweg, einen entsprechenden Richterspruch erlangen zu müssen - wieder einführen. So bezeichnete er die gezielte Tötung von Verdächtigen - man beachte: nicht Tätern - durch den Staat als "rechtliches Problem". Würde beispielsweise Osama bin Laden gefunden, so wären die Rechtsfragen für eine solche Ermordung - wie immer wieder im Irak und in Afghanistan, aber auch in Palästina und Somalia zu sehen ist, zumeist mit zahllosen unschuldigen Opfern verbunden - in Deutschland "völlig ungeklärt", so Schäuble. "Wir sollten versuchen, solche Fragen möglichst präzise verfassungsrechtlich zu klären und Rechtsgrundlagen schaffen, die uns die nötigen Freiheiten im Kampf gegen den Terrorismus bieten", sagte er.
Eine offenere Kriegserklärung an die deutsche Demokratie durch Angriffe auf derart viele Grundpfeiler des deutschen Grundgesetzes hat es bisher aus so hochrangigem Mund kaum gegeben.
Solche Leute braucht unser Land nun wirklich nicht!
Unterstützt auch Ihr die Aktion "Schäuble wegtreten"!
"Der Baphomet (Pentagramm) auf der Rückseite des Personalausweises bedeutet eine symbolische Zugehörigkeit zum Teufel. Das heißt, ohne uns zu Fragen werden wir dem herrschenden System untergeordnet. Da jede Symbolik eine Wirkung besitzt, nimmt sie über das auf der anderen Seite sich befindliches Hologrammbild und das Foto Einfluss auf uns, ohne das es uns bewusst ist. Um diesem Einfluss entgegen zu wirken, sollte man über der Baphomet-Grafik ein gleichschenkliges Kreuz drauf kleben. Ein Kreuz mit 2 gleich langen Strichen, die 90° zueinander liegen und so lang wie das Pentagramm sind. Dadurch wird nicht nur die negative Wirkung gehemmt, sondern das Negative zur gesetzmäßigen Handlung angehalten.
Wenn man diese Bilder von Baphomet kennt, kann man entdecken, daß ein verblüffend ähnliches Motiv auf der Rückseite der bundesdeutschen Personalausweise (Bild rechts) zu erkennen ist. Und zwar dann, wenn man die Ausweisrückseite so hält, daß die Schrift auf dem Kopf steht. Es ist nicht ganz einfach zu erkennen, was verständlich ist, denn Buffy sollte sicher nicht so schnell erkannt werden.
Wie erst kürzlich bekannt wurde, hat man die Darstellung des Teufels sogar perfektioniert, gegen das Licht erkennt man kleine Kreuze, wie die, die die Kirche verwendet, nur genau andersherum. Das ist das Symbol für den Antichristen, also für den Satan selbst.
Nun aber wird der Ausweis einer Begutachtung unter Schwarzlicht (findet man bei Geldscheinprüfgeräten oder in der Disko) unterzogen, und dabei zeigt sich der "Bundesadler" mit verlängertem "Schwanz" (siehe Bild links) in Form eines umgedrehten, also auf dem Kopf stehenden, Christuskreuzes (besser zu sehen im Bild rechts).
Das oben Gesagte konnte eventuell noch mit einem Grinsen mit der Erklärung, dies sei Zufall, abgetan werden. Nun sieht die Sache ein wenig anders aus: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß im gleichen "Dokument" mehrfach, nämlich nunmehr sogar zweimal, Symbole der okkulten Teufelsanbetung "rein zufällig" eingearbeitet werden?
In den Augen der klassischen Wissenschaft und ihren "Göttern in Weiß" ist die Symbolik und deren Wirkung ein Unfug. Nach dem Motto: "Was ich nicht verstehe, das gibt es nicht".
Es stellt sich auch die Frage, wer diese Symbole abgezeichnet und zur Verwendung im deutschen Ausweis für gut befunden hat.
Wer Augen hat zu sehen und Verstand um zu begreifen, der glaubt hier nicht mehr an einen Zufall!
Fragt man das Privatunternehmen "Bundesdruckerei", was das zu bedeuten hat, lautet die Antwort lapidar:
„Die Hintergrundgestaltung des Personalausweises ist aus Gründen der Fälschungssicherheit mit Farben und Formen ausgestattet, die keinerlei tiefergehende Bedeutung haben.“
Natürlich. Hätte man sich eigentlich denken können, daß niemand etwas Genaues weiß und mal wieder niemand verantwortlich ist. Es ist der Politik und der Gesellschaft eben egal, wenn der Satanismus bei uns stark zunimmt. Wie will man den rapide zunehmenden, moralischen Verfall unserer Gesellschaft anders erklären? Perversion, Korruption und Gottlosigkeit wohin man schaut.
Das ist alles bereits sogar in der Bibel vorhergesagt: „Denn es muss zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde offenbart werden, bevor Christus wiederkommt.“ (2. Thess. 2:3)
Weiter:
Das runde Plättchen auf dem Bild ist eine Resonanzschicht. Sie erzeugt im elektromagnetischen Feld, das uns ständig umgibt besonders durch Handyträgerwellen, eine Spannung (so wie bei einer Solarzelle, aber nicht durch Sonnenstrahlen sondern durch andere elektromagnetische Schwingungen, wie z.B. Radio- und Funkfrequenzen). Der Chip befindet sich hinter dem Foto. Das Resonanzplätzchen ist im unteren Bereich des Fotos mit dem dahinterliegenden Chip an der Basis verbunden. Der Chip selbst ist mit dem Bildhologramm und dem Datenhologramm verbunden. Da die Resonanzschicht immer unter Spannung steht, fungiert sie gleichzeitig als Mikro. Das heißt, die Personaldaten samt den in der Umgebung vorhandenen Geräuschen (Gespräche) können vom Satellitenortungssystem und Mobilfunknetzen empfangen und ausgewertet werden. Der Chip selbst enthält keine Daten. Er ist nur dazu da, ständig die Personalnummer anzuwählen, die zentral verarbeitet werden können. Sprich, möchte ".", wer auch immer, wissen wo sich die entsprechende Person bzw. der Personalausweis befindet, oder gar ihr Gespräch mitverfolgen, dann braucht "." nur die Personalausweisnummer in die Zentraleinheit einzugeben und schon hat man die Position des Personalausweises und unter Umständen auch die geführten Gespräche.
Bei meinem Beitrag wurde vorausgesetzt, dass jeder die Funktionsweise einer Solarzelle kennt. Eine Solarzelle braucht zur Erzeugung der Energie aus dem elektromagnetischen Spektrum der Sonne auch keine Batterie. Bei einer Solarzelle ist die Halbleiterschicht auf das elektromagnetische Spektrum der Sonne abgestimmt. Diese funktioniert im Dunkeln nicht. Eine Halbleiterschicht kann man aber auch auf das elektromagnetische Spektrum der Rundfunk, Fernseh- und Funkfrequenzen abstimmen. Und die umgeben uns bekanntlich rund um die Uhr. Deshalb braucht man bei dieser Schicht die entstehende Energie nicht in einer Batterie zwischen zu speichern.
Ebenso wurde vorausgesetzt, dass man eine Kristallmembrane, die den piezoelektrischen Effekt eines Kristalls ausnutzt, kennt, bei dessen Druckschwankungen elektrische Ladung entsteht.
Im Gegensatz zu einer Solarzelle entsteht in der aufgedampften (runden) Schicht auf dem PA, in Folge der kleinen Abstände der unterschiedlichen Schichten, ein Überlagerungseffekt der zur Eigenresonanz führt. Und jedes Resonanzfeld ist in der Lage eine beliebige Schwingung (die z.B. auf Grund einer Tonfolge entsteht) moduliert zu übertragen. Wie ein Mikrofon ebnend.
Des weiteren wurde davon ausgegangen, dass jeder weiß wie ein Handy funktioniert, dass die Gespräche über Handy und Mobilfunkanlagen und auch von Kommunikationssatelliten weitergeleitet werden. Und obwohl nicht alle in ihrem Leben eine Satellitenschüssel installieren mussten, wissen sie dennoch, dass sie mit einem Handy überall telefonieren können und auch überall erreichbar sind.
Und zur Baphomet-Grafik. Wenn ich das Argument der Bundesdruckerei hinzu nehme: "Dieses Muster ist uns bei der Erstellung der Sicherheitsmerkmale zufällig entstanden, dann fällt mir dazu auch nichts mehr ein.
In Augen der klassischen Wissenschaft und ihren "Göttern in Weiß" ist die Symbolik und deren Wirkung ein Unfug. Nach dem Motto: "Was ich nicht verstehe, das gibt es nicht".
In den mittlerweile neu entstandenen Grenzwissenschaften, wie z.B. Radionik, Bionik und Symbionik gibt es Beweise für die Wirkungsweise der geometrischen Formen und Strukturen auf ihre Umgebungen.
In der Zeitschrift "raum&zeit" Nr. 86 steht ein wissenschaftlicher Bericht von den beiden Physikern Gabi Buhren und Frithjof Müller über die Auswirkungen von zusammengesetzten, unterschiedlichen, einfachen Strichen und Mustern auf ihre Umgebung. Mit Hilfe der aufgeführten Anordnungen (abgemessene und zueinander angeordneten Striche) wurden unter anderem auch Atom-Moleküle gespalten, was sonst nur unter schwersten Bedingungen, mit den klassischen Verfahren, möglich ist.
Eine Symbolik besteht aus Mustern und Formen. Beide beinhalten Bausteine und Begrenzungen. Jedes Muster und jede Form erzeugt in dem sie umgebenden Energiefeld eine Resonanz und beeinflusst dadurch ihre Umgebung. Muster und Formen finden sich um uns herum in mannigfacher Weise immer wieder. Und wenn wir das Beispiel von zwei Gitarren nehmen, bei deren jeweils eine Seite gleich gestimmt ist und man zupft an einer Gitarre die jeweilige Seite, dann schwingt die gleich gestimmte Seite an der anderen Gitarre mit.
Mit anderen Worten: "Es gibt um uns herum keine einzige Form, kein einziges Muster und keinen einzigen Strich, der uns nicht in irgendeiner Art und Weise beeinflusst".
Besonders schlau sind Menschen, die sich Satanssymbole tätowieren lassen oder jeden Tag diese Symbole mit sich herum schleppen.
Wenn also der Staat diese Technik gegen uns anwendet, um Aggression und Hass zu schüren, dann dürfte das nur die bescheidene Spitze des Eisberges sein. Das System ist nicht nur ein Tier, sondern das Tier, welches in der Bibel beschrieben wird. Somit dürfte die Bibel und damit einhergehende Prophezeiungen (Flutsommer, Glutsommer,Blutsommer) ernst zu nehmen sein. Der Strichcode auf unseren Lebensmitteln beinhaltet immer die Zahl 666, die Zahl des Tieres oder der Dunkelmächte die uns überdimensional kontrollieren und manipulieren (Stimmen in den Köpfen).
Deswegen sind Satanisten selbst vor Gericht noch erschreckend locker, obwohl ihnen mit unter lebenslängliche Haftstrafen drohen. Sie wissen, das System ist auf ihrer Seite und sie sind nicht allein. Alle anderen sind arme, unwissende Lämmer die zur Schlachtbank geführt werden sollen.
Aber die Lämmer sind auch nicht allein, sie haben den Schöpfer auf ihrer Seite und nur der duldet das Tier bis zu einem bestimmten Maß, um den Materialismus zu nähren und die Illusion in der wir leben aufrecht zu erhalten. Dies ist notwendig um die Spreu vom Weizen zu trennen, nur darum geht es!
Weitere Informationen finden sich hundertfach im Internet. Einfach mal Baphomet, Chip, Personalausweis, etc. als Suchworte in der Suchmaschine (z.B. Google) eingeben.
Auf amerikanischen Flughäfen werden ab sofort Passagierscanner eingesetzt, die den Blick unter die Kleidung der Fluggäste freigeben. Die Nacktbilder sollen die Suche nach nicht metallischen Gefahrenquellen erleichtern. Noch ist der Gang durch den Scanner freiwillig. Bald auch in Los Angeles und New York Die US-Flugsicherheitsbehörden werden zukünftig ihre Fluggäste auch unbekleidet in Augenschein nehmen.
Als erster Flughafen wurde der Sky Harbor International Airport in Phoenix mit der Röntgentechnologie ausgestattet. Doch noch in diesem Jahr soll das Pilotprogramm auf den Los Angeles Airport und New Yorks Kennedy-Flughafen ausgeweitet werden.
Auch in Europa werden derartige Geräte bereits in verschiedenen Ländern getestet.
Bilder mit ausreichend Details
Der "Backscatter"-Scanner funktioniert herkömmlicherweise über Röntgenstrahlen, die von der Haut abprallen und so ein Schwarz-Weiß-Bild der Person erzeugen, die gerade gescannt wird. Die Genauigkeit des hochauflösenden Bildes liegt dabei jedenfalls im Schamröte-Bereich.
Der Einsatz solcher Nacktscanner ist wegen der möglichen Verletzung der Intimsphäre der Durchleuchteten seit Jahren heftig umstrittenGrafikartige Abbildung Die amerikanische Transportation Security Administration [TSA] will der Verletzung der Intimsphäre durch eine grafikartige Abbildung der Durchleuchteten entgegentreten.
Zu ungenau darf die Abbildung dabei aber nicht werden, da sonst auch eventuell am Körper getragene Waffen aus Plastik oder Keramik oder auch Sprengstoffe nicht mehr angezeigt und erkannt werden.
Mit erhobenen Händen vor dem Scanner
Derzeit ist das Nacktdurchleuchten noch freiwillig. Wer beim Metalldetektor-Check auffällt, hat die Wahl zwischen herkömmlichem Abtasten durch einen Sicherheitsbeamten oder der schlüpfrigen Röntgentechnik.
Betroffene müssen sich dann mit erhobenen Händen ein Mal von der Vorderseite und ein Mal von der Hinterseite durchleuchten lassen. Der Vorgang dauert etwa eine Minute Die US-Behörde versichert, dass "unverdächtige" Bilder sofort nach dem Scan wieder gelöscht und keinesfalls gespeichert werden.
Der Staat als Einbrecher: Heimliche Online-Durchsuchungen sind möglich
Volker Birk 03.03.2007
Wie der geplante Bundestrojaner technisch funktionieren und wie man sich gegen ihn schützen könnteDas Interesse des Staates, Telekommunikation von Kriminellen zur Aufklärung von schweren Straftaten überwachen zu können, ist legitim, auch im Rechtsstaat. Wenn Schwerverbrecher den Rechtsstaat ständig als Deckung für ihre Untaten missbrauchen, so möchte dieser sich irgendwann nicht mehr an der Nase herumführen lassen. Die Polizei möchte bei der Mafiabekämpfung und bei der Aufklärung von Straftaten von Extremisten nicht hilflos sein. Das ist sie aber auch ohne "Bundestrojaner" nicht.
Mit Telekommunikationsüberwachung hat der "Bundestrojaner" nichts zu tun. Diese ist in der TKÜV geregelt, und es war (und ist) ein harter politischer Kampf, dass sie im Rahmen bleibt. Die TKÜV regelt die Überwachung nicht nur von Telefonen, sondern auch von anderen elektronischen Kommunikationsformen wie beispielsweise E-Mail.
Beim Bundestrojaner geht es um Hausdurchsuchungen
Wenn Polizei und Staatsanwaltschaft hinreichend viele konkrete Hinweise dafür haben, dass in einer Wohnung aller Erwartung nach Beweise für schwere Straftaten zu finden sind, kann ein Richter das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung vorübergehend aufheben, ebenfalls in Abwägung gegen die Rechte der Unbescholtenen, die bedroht sind. Er kann die Privatsphäre aufheben und öffentlich machen lassen, was bisher verdeckt vor sich ging.
Besonders wichtig dabei ist es, dass die Polizei hier nicht den Eindruck eines Einbrechers erwecken darf, der im Geheimen Wohnungen seiner Bürger durchwühlt. Es soll aber auf keinen Fall so sein, dass staatliche Stellen eines Rechtsstaates in den Verdacht geraten, sie handelten wie die StaSi oder gar wie die GeStaPo, und durchsuchten konspirativ Privates ihrer Bürger. Denn worin unterscheidet sich sonst ein Rechtsstaat von jedem beliebigen Polizeistaat oder gar einer verdeckten Diktatur?
Deshalb sind Hausdurchsuchungen öffentlich. Wenn die Polizei eine Hausdurchsuchung durchführt, so klingelt sie am helllichten Tage an der Tür. Alles, was getan wird, wird dokumentiert und unter den Augen desjenigen vollzogen, dessen Privatsphäre verletzt wird. So wird, obwohl Hausdurchsuchungen schon per se extrem starke Eingriffe in das Grundrecht von Verdächtigen darstellen, wenigstens nicht durch die Polizei selber ein verbrecherischer Eindruck erweckt.
Es ist schon schlimm genug, dass derart schwere Grundrechtseingriffe immer mehr auch bei weniger schlimmen Vergehen eingesetzt werden, denn das bricht das Prinzip der Verhältnismäßigkeit, an das sich ein Rechtsstaat eigentlich halten muss. Jetzt soll die Polizei aber handeln wie die "Staatssicherheit". Der Bundestrojaner wendet das bisherige Vorgehen vollständig, er pervertiert es. Der Bundestrojaner soll in privateste Bereiche desjenigen einbrechen, der untersucht wird. Aber er soll es so tun, dass der Betroffene davon nichts merkt. Und er soll es so tun, dass der Betroffene keine Chance hat, sich gegen eventuell daraus entstehende Anschuldigungen zu verteidigen. Der Bundestrojaner soll eigentlich wie Software von Verbrechern funktionieren. Damit wird die Polizei selbst zum lichtscheuen Gesindel, also zum Teil des Problems und ist nicht weiter Teil der Lösung.
Wie kann der Bundestrojaner technisch funktionieren?
Technisch ist ein Trojaner zum heimlichen Ausspähen ohne große Probleme umsetzbar. Auch wenn die damit befassten staatlichen Stellen wenig auskunftsfreudig sind, so ist eines klar: die Verbreitung als "Trojanisches Pferd", also über einen Social-Engineering-Angriff, hat der Bundestrojaner nicht nötig. Er wird nicht darauf angewiesen sein, dass ein Benutzer mehr oder minder "freiwillig" seinen Schadcode auf den eigenen Computer installiert, wie das beispielsweise bei den so genannten Mailwürmern der Fall ist. Denn der Staat hat bereits eine vollständige Infrastruktur für Man-In-The-Middle-Angriffe auf jegliche elektronische Telekommunikation: die SINA-Boxen bzw. IMS (Interception Management Systems).
Diese Geräte muss ein jeder größerer Provider in seinem Netz installiert haben, dazu verpflichtet ihn die TKÜV. Denn über diese Geräte ist die Möglichkeit des Abhörens jeglicher Telekommunikation implementiert. SINA-Boxen ließen sich ohne großen Aufwand zu weiteren Zwecken umbauen. So könnte der Staat mit vergleichsweise wenig Aufwand in jede beliebige Downloadverbindung Angriffscode "implantieren", eben den Bundestrojaner. Egal was und woher ein Benutzer downloadet: es könnte sich um Shareware handeln, um Testversionen von Software, gar um Video-Codecs, die automatisch downgeloadet werden, oder um die neue Version der ELSTER, des Programms der deutschen Steuerbehörden. Ein neuer Bildschirmschoner könnte genauso problemlos mit dem Bundestrojaner auf der Strecke verseucht werden wie ein scheinbar harmloses Computerspiel oder die neue PDF-Reader-Version. Denn der Staat sitzt in der Mitte auf allen Leitungen, wenn er will.
Da die Verbreitungsfrage einfach zu lösen ist, muss nur noch Code für alle gängigen Systeme implementiert werden, die vom Bundestrojaner infiziert werden sollen. Welches System das im Einzelnen ist, sieht man praktischerweise gleich am Download, der infiziert wird: Man nimmt eben dann ein Programm genau diesen Typs, wie er auch im Download verwendet wird.
So viele verschiedene Binärtypen für Programme sind ja auch gar nicht im Umlauf: Für Windows wäre das COFF und Code fast immer für x86, für die freie Softwarewelt meistens Code für ELF und ebenfalls x86, unter Benutzung von Linux oder BSD-Syscalls. Für den Mac wäre mit dem Mach-O-Format gleich die Möglichkeit von Universal Binaries gegeben, die sowohl auf PowerPC-Macs wie auf Intel-Macs funktionieren. "Exotischere" Systeme könnte man nach und nach bei Bedarf schnell unterstützen, wie beispielsweise Linux ELF PowerPC oder Solaris ELF SPARC.
Die Vorgehensweise entspricht genau einem Dateivirus. Man infiziert das Binärformat und lenkt die Startroutine über den eigenen Code um. Die Sache ist handhabbar.
Virenscanner helfen nicht und stellen kein ernstzunehmendes Hindernis dar
Dass Virenscanner hier Probleme bereiten würden, beruht auf einem weit verbreiteten Missverständnis. Virenscanner erkennen und beseitigen nicht alle Viren, auch wenn die Hersteller Gegenteiliges behaupten. Virenscanner erkennen von allen Schadprogrammen überhaupt nur solche, die bereits öffentlich bekannt sind. Öffentlich bekannt werden üblicherweise genau die Schadprogramme, die Verbreitungsroutinen haben, die sie über das gesamte Netz und somit über den Planeten schnell verteilen. Alles andere ist und bleibt im Verborgenen, wird durch Virenscanner grundsätzlich nicht erkannt. Die Versuche der Virenscanner-Hersteller, auch unbekannte Schadprogramme zu erkennen, dürfen bisher als gescheitert betrachtet werden. Entsprechend wenig nützen Virenscanner auch gegen Wirtschaftsspionage.
Der Staat plant aber (bisher) keine Verbreitungsroutinen, die den Bundestrojaner auf möglichst alle Computer verbreiten. Er will ja gerade (beliebige) einzelne Computer gezielt angreifen. Daher bereiten Virenscannern auch keine Probleme.
Was kann ich tun, um mich vor solchen Angriffen auf meinen Computer zu schützen?
Die einzige Möglichkeit, sich vor einem gezielten Angriff auf den eigenen Computer zu schützen, liegt darin, grundsätzlich keinen Code von außen anzunehmen, oder aber Code nur dann anzunehmen, wenn er mit einem kryptographisch sicheren Verfahren von einer Maschine signiert ist, die von einer technisch kompetenten und vertrauenswürdigen Person gehandhabt wird. Das bedeutet: keine Downloads, keine Updates, überhaupt keine, mit Ausnahme dieser Vorgehensweise. Und das bedeutet: in der Praxis so gut wie keine.
Besonders perfide: Virenscanner sind dabei sogar ein Problem. Sie können mit ihren automatischen Update-Funktionen selber genau die Programme sein, die den Bundestrojaner "an Bord" holen.
Keine Updates bedeutet aber auch: kein sicheres System. Die Angst vor einem Bundestrojaner verhindert so auch die Sicherung entdeckter Sicherheitslücken, wenn diese nicht mit einem zweckmäßig gehandhabten, kryptographisch sicheren Signaturverfahren durchgeführt werden.
Es hat nur wenige Monate gedauert, bis die vom Bundesministerium des Innern (BMI) versprochene Zweckbindung der für die Reisepässe erhobenen biometrischen Daten der Bürger abgeschafft wird.
Obwohl das BMI stets versicherte, dass es keine zentrale Speicherung der biometrischen Daten geben wird, hat am Freitag der Bundesrat gefordert, sowohl die Gesichtsbilder als auch die Fingerabdrücke der Bürger in einer zentralen Datenbank für immer zu speichern. Bevor die Fingerabdrücke an den Meldeämtern überhaupt abgeben werden müssen, steht die zentrale Datenbank bereits vor der Tür.
Der CCC betont, dass die Speicherung in einer zentralen Datenbank ein Risiko für die Sicherheit der sensiblen biometrischen Daten darstellt. Diese zentrale Erfassung bietet deutlich einfachere Zugriffsmöglichkeiten für Datenverbrecher.
Polizei und Ordnungsamt sollen nach dem Willen des Bundesrates auf diese Datenbank ohne weiteres, z. B. zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten, zugreifen können. Dabei soll es ohne jegliche Kontrolle einen “automatisierten Abgleich mit erkennungsdienstlichen Dateien der Polizeivollzugsbehörden” geben. Das heißt praktisch, dass jedem Bürger beispielsweise bei Geschwindigkeitskontrollen wie einem Schwerverbrecher Fingerabdrücke abgenommen werden. Diese Abdrücke können dann beispielsweise mit der AFIS-Datenbank (automatisches Fingerabdruck-Identifizierungssystem), die EU-weit mehrere Millionen Fingerabdrücke gespeichert hat, abgeglichen werden.
Der einfache Abgleich ist laut Bundesrat “unverzichtbar”. Die Begründung für diese angebliche Unverzichtbarkeit ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Es wird angenommen, dass dadurch “Falschinformationen enthaltende Dokumente” auffindbar werden würden. Offenbar ist den Sicherheitshysterikern und Datensammlern dabei entgangen, dass die passive Authentifikation des RFID-Chips die Veränderung der Passdaten unmöglich macht.
In der Praxis ist bei den automatisierten Abfragen mit sehr vielen fälschlich als Verbrecher identifizierten Unschuldigen zu rechnen. Ein Großteil der Bevölkerung, insbesondere Senioren, Jugendliche und Frauen, besitzt keine ausgeprägten Fingerabdrücke, was zu Fehlidentifizierungen führt. Dies wurde durch eigens vom BMI in Auftrag gegebene Studien belegt.
Außerdem ist ein massiver Datenabgleich gegen eine biometrische Datenbank in dieser Dimension noch nie getestet worden. Es handelt sich also ein weiteres Mal um einen leichtfertigen Feldtest an der lebenden Bevölkerung.
Der Bundesrat forderte bei der Gelegenheit auch gleich, auf die Löschung der sensiblen biometrischen Daten zu verzichten. Statt einer Begründung wurde vom Bundesrat als Grund nur nebulös von “präventiven Gründen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung” gesprochen. Zu deutsch: einmal erfasste Bürger sind für immer gespeichert.
In der Praxis wird dann jeder Straßenpolizist nach seinem Gutdünken nicht nur biometrische Gesichtsdaten, sondern auch Fingerabdrücke abnehmen, die danach für immer gespeichert bleiben und den Ermittlungsbehörden weiter zur Verfügung stehen.
Natürlich soll der Bürger für den staatlichen Missbrauch seiner biometrischen Daten selbst aufkommen. Über eine erneute Erhöhung der Passgebühren wird bereits diskutiert, denn der Bundesrat stellte fest, dass über die Hälfte der Kosten des biometrischen Reisepasses für die Länder nicht gedeckt sind.
Natürlich denkt das Innenministerium auch fürsorglich an jene Bürger, die keinen Reisepass besitzen. Die Einführung von Personalausweisen mit Funk-Chip, Biometrie-Bild und Fingerabdrücken ist fest eingeplant. Die biometrische Vollerfassung des deutschen Volkes ist also in vollem Gange.
Polizei soll künftig auch private Überwachungsanlagen nutzen - In Stuttgart 888 Kameras an 137 Standorten
Das Land will die Videoüberwachung stark ausdehnen. Dazu soll die Polizei Zugriff auf private Kontrollbilder erhalten. Im Stadtgebiet sind bereits 888 Kameras erfasst, die in Frage kämen. Kritiker fürchten um den Datenschutz und bezweifeln den Sinn der Aktion.
Terroristen haben einen Anschlag mit hunderten Opfern angekündigt. Die Polizei ist in höchster Alarmbereitschaft. Auf Kamerabildern entdeckt sie einen Verdächtigen auf einem Straßenfest. Bevor der Selbstmordattentäter den Sprengsatz zünden kann, wird er von Spezialkräften überwältigt.
Das Szenario ist frei erfunden. Es macht nur deutlich, wie sich Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) einen neuen Baustein im Kampf gegen Terroristen und vergleichbare Bedrohungen vorstellt. Rech will die Videoüberwachung massiv ausbauen. Dafür soll die Polizei künftig auch auf Kameras nichtöffentlichen Einrichtungen und Firmen zugreifen können.
Das Polizeipräsidium Stuttgart hat der eigens eingerichteten Projektgruppe "Video Land" beim Innenministerium bereits 888 Überwachungskameras an 137 Standorten im Stadtgebiet gemeldet, die für den Ernstfall in Frage kämen. Landesweit wurden rund 4000 Kameras von der Polizei erfasst.
Die Kameras sind auf "besonders anschlagsgefährdete Bereiche und Örtlichkeiten" (Rech) gerichtet. Das sind Flughäfen, Bahnanlagen, Schleusen, Brücken, Tunnel sowie Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation. Von polizeilichem Interesse sind aber auch Kameras im Nahverkehr, auf Plätzen und Fußgängerzonen sowie in großen Hallen und Fußballstadien.
"Bei einer erheblichen Bedrohungssituation soll sich die Polizei auf die relevanten Kameras in Echtzeit aufschalten können", erläutert Günter Loss vom Innenministerium. Dieser präventive Ansatz sei der Kern der neuen Taktik. Nach bisheriger Rechtslage darf die Polizei in Baden-Württemberg nur dann eine Örtlichkeit gezielt per Kamera überwachen, wenn sie sich zuvor als Kriminalitätsschwerpunkt erwiesen hat.
Darüber hinaus soll das Kameraregister auch eine schnellere Sicherung von Bildern für die Strafverfolgung ermöglichen. Dies ist bereits heute per richterlichem Beschluss möglich. Eine Aufschaltung der Polizei auf Live-Bilder zur Verhinderung von Straftaten müsste hingegen neu in das Polizeigesetz eingefügt werden. Mitte 2007 soll der Gesetzesentwurf vorliegen.
"Wir streben keine flächendeckende Videoüberwachung an"", betont Loos. "Außerdem wird das Gesetz genau regeln, wann die Qualität einer Bedrohung so groß ist, dass der präventive Kameraeinsatz erlaubt ist."
Der Minister bewege sich auf "rechtlich dünnem Eis", warnt hingegen Uli Sckerl, innenpolitische Sprecher der Grünen im Landtag. "Die privaten Betreiber können nicht per Polizeigesetz zu Erfüllungsgehilfen hoheitlicher Polizeiaufgaben gemacht werden." Eine dauerhafte Videoüberwachung würde "massiv in Persönlichkeitsrechte unbescholtener Bürger" eingreifen.
Der Datenschutzbeauftragte der Landesregierung pocht auf eine klare Rechtsgrundlage für die Ausweitung der Videoüberwachung. "Ausgangslage muss die begründete, konkrete Gefahr sein", sagt Peter Zimmermann. "Vorsorge oder Verdacht genügen nicht." Zudem bezweifelt Zimmermann die Wirksamkeit der Methode. "Eine vorbeugende Videoüberwachung ist zur Terrorismusbekämpfung nicht geeignet. Eine Kamera schreckt keinen Terroristen ab."
Artikel aus den
Stuttgarter Nachrichten
vom 01.03.2007
Microsoft will Daten von Internetnutzern ausspähen
Identifikation von Internetnutzern ohne deren Einwilligung
Microsoft forscht derzeit daran, wie sich die Daten von Internetnutzern ausspähen lassen. Bereits jetzt soll es möglich sein, anhand des Browser-Verlaufs das Geschlecht und das Alter des Internetnutzers zu bestimmen. Microsoft erwartet, dass sich später aber auch weitere persönliche Daten in Erfahrung bringen lassen, ohne dass das ausspionierte Opfer dazu seine Zustimmung gibt. Wie das Wissenschaftsmagazin New Scientist berichtet, arbeiten Microsoft-Forscher in China daran, wie sich die Identität eines Internetnutzers bestimmen lässt, auch wenn dieser dazu keine Einwilligung gibt. Bereits jetzt soll es anhand des Browser-Verlaufs möglich sein, das Alter und das Geschlecht des Nutzers zu bestimmen. Hierzu werden Statistiken herangezogen, wonach sich die Geschlechter für unterschiedliche Themen interessieren.
Langfristig erwartet Microsoft, dass sich mit Hilfe eines neuartigen "Cookies" auch persönliche Daten eines Internetnutzers herausfinden lassen. In diesnn Cookies werden nach dem Willen von Microsoft alle besuchten Webseiten protokolliert. Durch Auslesen des Browser-Caches und der neuen Cookies soll sich unter anderem der Name, die Herkunft, der Ausbildungsweg und der Beruf eines Internetnutzers in Erfahrung bringen lassen. Dazu muss der ausspionierte Nutzer nicht einmal zustimmen. Microsoft arbeitet derzeit an passenden Software-Routinen dafür.
Datenschützer sehen darin aber eine Gefahr und meinen, dass ein solches Vorgehen in zahlreichen Ländern nicht erlaubt sei, weil entsprechende Datenschutzgesetze ein solches Ausspionieren verbieten.
Google will noch mehr persönliche Daten der Benutzer sammeln
Google will nicht böse sein, aber die Betreiber der Suchmaschine haben einen unersättlichen Hunger nach neuen Daten der Benutzer. Ziel sei es, so sagte Google-CEO Eric Schmidt laut Financial Times, möglichst viele persönliche Daten zu sammeln, so dass man den Benutzern eines Tages sagen könne, welchen Job sie nehmen und was sie morgen machen sollen. Nebenbei würde dadurch das Unternehmen an Einfluss gewinnen, das sich der Mission verschrieben hat, die Informationen der ganzen Welt zu organisieren.
Heute stehe Google noch ganz am Anfang der Bewältigung der Informationsmenge, sagte Schmidt: "Die Algorithmen werden besser und wir werden besser personalisieren können." Journalisten in London erzählte Schmidt: "Wir können noch nicht einmal die grundlegendsten Fragen beantworten, weil wir zu wenig über Sie wissen. Das ist der wichtigste Aspekt von Googles Expansion."
Der neu gestartete Dienst iGoogle ist für Schmidt in dieser Hinsicht ein wichtiger Schritt. Mit dem Programm kann der Benutzer seine Startseite personalisieren und liefert so Google weitere Informationen über seinen Wohnort, seine Vorlieben und Interessen. Dazu kommt die personalisierte Suche, mit der der Benutzer (und Google) erkennen kann, nach was er wann gesucht und welche Seiten er besucht hat. Entwickelt wird noch Google Recommendations. Dabei sollen anhand von bereits erkannten Präferenzen, des Wohnorts des Benutzers und der Geschichte ähnlicher Benutzer Empfehlungen für Produkte oder Dienste erstellt und auf der personalisierten iGoogle-Seite ausgegeben werden. (fr/Telepolis)
Wie schön, alles auf einen kleinen Chip und man brauch keine Brieftasche mehr, die man dann mit sich rumschleppen muss! Glaubt Ihr ernsthaft, das ist alles?
Der Chip speichert Daten, wie Fingersbdrücke, eure DNS, Foto, Persönliche Geschichte usw.! Man wird wissen wo Ihr essen wart und wo Ihr euch aufgehalten habt. Man wird über jeden Meter den Ihr geht informiert sein, das macht das GPS (Global Positioning System) möglich! Der totalen Überwachung steht nichts mehr im Wege!
Man wird wissen was Ihr eingekauft habt und wieviel Geld Ihr habt und wieviel Schulden Ihr habt! Einfach alles .....
Big brother is watching you!Freiheit ist etwas ganz anderes, als die völlige Kontrolle!
Dieser Chip kommt unter Eure Haut und ermöglicht so die Identifikation eurer Person!
Es ist keine Science Fiction mehr, die Chips sind in Amerika schon auf den Markt und es wird nicht mehr lange dauern, bis dieser ID-Chip pflicht ist, so wie Euer Personalausweis!
Über Google werdet Ihr tausende Berichte über den Chip für den Menschen finden!